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27. März 2008, 10:22 Uhr

Fingerabdrücke bleiben privat

Wäre es nach dem Flughafenbetreiber BAA gegangen, hätte jeder Passagier am Airport Heathrow bei Inlandsflügen seine Fingerabdrücke hinterlassen müssen. Weil das Vorhaben gegen britisches Gesetz verstoßen könnte, wird daraus nun nichts. Erfasst werden Fluggäste dennoch. Von Cornelia Fuchs, London

Passagiere am neuen Terminal 5 in Heathrow müssen nun doch keine Fingerabdrücke hinterlassen© Edmond Terakopian/AFP

Die ersten Passagiere im neuen Terminal 5 des Londoner Flughafen Heathrow müssen nun doch keine Fingerabdrücke abgeben, um zu innerbritischen Zielen zu gelangen. Diese Maßnahme verstoße höchstwahrscheinlich gegen britisches Gesetz, sagte der Datenschutzbeauftragte der Regierung an den Betreiber BAA, der daraufhin die Sicherheitskontrollen umstellen ließ.

Seit Wochen mehrte sich der Protest gegen die Sicherheitsmaßnahmen in dem neuesten Heathrow-Terminal. Anwälte und Sicherheitsexperten meldeten sich zu Wort und empfahlen, Terminal 5 und damit den Zwang zum Fingerabdruck zu vermeiden. Es wurden Fragen laut, warum es einer privaten Firma wie BAA in Großbritannien erlaubt sei, biometrische Daten von mehr als vier Millionen Passagieren im Jahr zu speichern, und das für weitere 24 Stunden, nachdem diese bereits den Flughafen verlassen haben.

Der Eigner BAA beteuerte, dass mit dem System nur den Ansprüchen des britischen Innenministeriums genüge getan würde. Das Ministerium hatte verlangt, dass im Terminal 5 zusätzliche Sicherheitskontrollen aufgebaut werden, weil sich im großen neuen Transitbereich sowohl Passagiere von internationalen als auch innerbritischen Zielen mischten. Ohne die Fingerabdruck-Prozedur, so das Argument, könnten Terroristen oder Immigranten nach Ankunft in Heathrow Boarding-Karten mit einem Passagier eines Inlandsflugs tauschen und ohne Kontrolle nach Großbritannien einreisen.

BAA will jetzt die Identität der Passagiere mit Fotos sichern, die vor Ort bei der Sicherheitskontrolle aufgenommen werden - eine Maßnahme, die von Datenschutzbeauftragten schon in der vergangenen Woche empfohlen wurde und die auf dem Londoner Flughafen Gatwick seit Jahren angewendet wird. Der vorläufige Stopp der Fingerabdruck-Abnahme geht vielen Kritikern jedoch nicht weit genug. Gus Husein von der London School of Economics und Mitglied der Menschenrechtsorganisation "Privacy International", sagte nach der Entscheidung: "BAA wollte die gesamte britische Bevölkerung wie Kriminelle behandeln - und jetzt haben sie das Programm nur auf Eis gelegt. Sie haben doch nicht viel Geld für solch ein System ausgegeben haben, um es nicht zu benutzen."

Die Flughafeneigner haben immer wieder betont, dass sie das System nur eingeführt haben, weil das Innenministerium auf einer Überprüfung von biometrischen Daten bestanden habe. Der Eigner BAA hofft, dass die Umstellung der Sicherheitskontrollen das einzige Problem des ersten Tages in Terminal 5 bleiben wird. Angekündigt haben sich bereits hunderte Demonstranten, die in kleinen, mobilen Gruppen über den ganzen Tag verteilt ihren Widerstand gegen den Bau einer dritten Landebahn kundtun wollen.

Von Cornelia Fuchs, London
 
 
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