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15. Mai 2009, 08:24 Uhr

Wie Fluglinien Verbraucher täuschen

Kunden werden beim Buchen von Flügen im Internet nicht mehr so oft beschummelt wie noch vor zwei Jahren. Eine EU-Kommission fand allerdings weiterhin Mängel, auch bei Ryanair und deutschen Airlines.

Billiflieger, Flugbuchung im Internet, Ryanair, EU-Kommission

Auch Webseiten von Ryainair, Lufthansa und Air Berlin werden von der EU-Kommision kritisiert

Mindestens neun Fluglinien täuschen nach Angaben der Europäischen Kommission die Verbraucher beim Ticketkauf im Internet. Dazu zählten Turkish Airlines, myair und Wind Jet aus Italien, die russische Aeroflot, die lettische Air Baltic, die griechische Olympic Airlines und Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Mit weiteren Fluglinien, darunter der deutschen Germanwings und Niki aus Österreich, gebe es "andauernde Diskussionen", um Missstände zu beheben.

Verbraucherkommissarin Meglena kritisiert, dass auf den Internetseiten dieser Fluglinien die ursprünglich angebotenen Preise weit niedriger sind als die Tarife, die der Kunde am Ende zahlen muss. Das geschieht vor allem, wenn die Steuern oder zusätzliche Gebühren wie für Kreditkartenzahlungen nicht von vorneherein mit eingerechnet werden. Außerdem im Visier der Brüsseler Behörde: Von vornherein angeklickte Versicherungsangebote, die der Kunde aktiv wegklicken muss, um für den - oft unnötigen - zusätzlichen Schutz nicht bezahlen zu müssen.

Die Kommission hatte im Juli 2006 angekündigt, gegen die irreführenden Niedrig-Preise vorzugehen. Die genannten Fluglinien hätten auf den Vorstoß leider gar nicht oder unzureichend reagiert, kritisierte Kuneva. "Das ist ein Signal, dass sie sich nicht um ihre Kunden scheren." Die beiden Luftfahrtriesen Air France/KLM und British Airways hatten der Kommission am Donnerstagmorgen zugesichert, die beanstandeten Punkte zu ändern, und waren in letzter Sekunde von der Schwarzen Liste gestrichen worden.

Insgesamt knapp 40 Fluggesellschaften haben der Kommission zugesichert, ihre Webseiten entsprechend dem europäischen Verbraucherrecht zu ändern. Darunter sind Lufthansa, Ryanair, Air Berlin und EasyJet. Sie haben dafür bis Juli Zeit. Kuneva forderte die nationalen Aufsichtsbehörden auf, die EU-Standards notfalls gerichtlich durchzusetzen. Die Brüsseler Behörde selbst kann die Fluglinien nicht zwingen, aber die Mitgliedstaaten verklagen, wenn auf nationaler Ebene nichts geschieht. "Davor wird die Kommission nicht zurückschrecken", betonte Kuneva.

DPA

 
 
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