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Im nördlichsten Dorf Europas

Einst wurde auf Spitzbergen im Nordpolarmeer Kohle gefördert. Doch heute hat sich der Ort Ny-Ålesund zu einem internationalen Forschungszentrum entwickelt. Selbst während des eisigen und dunklen Polarwinters leben hier Menschen.

  Eine Siedlung am nördlichen Rande Europas: Nur 1200 Kilometer Luftlinie sind es von Ny-Ålesund im Königsfjord auf Spitzbergen bis zum geografischen Nordpol.

Eine Siedlung am nördlichen Rande Europas: Nur 1200 Kilometer Luftlinie sind es von Ny-Ålesund im Königsfjord auf Spitzbergen bis zum geografischen Nordpol.

Eine Reise auf die zu Norwegen gehörende Inselgruppe Spitzbergen ist mehr als nur ein Ortswechsel innerhalb Europas. Der Flug von Oslo nach Longyerbyen, der größten Ortschaft mit einem Flughafen, dauert immerhin drei Stunden. Da SAS und der Billigflieger Norwegian den Airport anfliegen, handelt es sich bei Longyerbyen um den nördlichsten Flughafen der Welt mit regulären Linienflügen.

Fast auf der Höhe des 80. Breitengrades liegen die wenigen Ortschaften, deren Bewohner ihr Geld über viele Jahre lang vom Kohleabbau verdienten. Durch eine geologische Besonderheit befinden sich die Flöze nicht tief unter der Erde, sondern die Stollen wurden fast horizontal in die Berge oberhalb der Siedlungen getrieben. Doch der Abbau rentiert sich nicht mehr.

Ort der Polarforschung

In den letzten Jahren setzt Spitzbergen mehr und mehr auf Tourismus. Neben den Kreuzfahrtschiffen, die während der kurzen Sommersaison zwischen Ende Juni und Ende August die Buchten des Archipels im Nordmeer anlaufen, reisen vor allem Abenteurer und Aktivtouristen in kleinen Gruppen nach Spitzbergen. Wegen der Eisbären muss bei Wanderungen immer ein Gewehr mit sich geführt werden. Für solche Touren muss eine Genehmigung vom Sysselmannen vorliegen, dem Gouverneur.

Auch die Wissenschaft ist auf Spitzbergen verankert. Zunächst war der Ort Ny-Ålesund Ausgangspunkt für zahlreiche Nordpolexpeditionen. Von hier aus startete 1897 Salomon Andrée per Ballon und 1927 flog Umberto Nobile mit seinem Luftschiff "Italia" in Richtung Nordpol. Doch beide Versuche scheiterten und endeten in Dramen. Roald Amundsen, der bereits mit seiner Expedition als erster 1911 den Südpol erreicht hatte, flog 1925 von Spitzbergen aus mit einem Dornier-Flugboot bis zur Position 87° 44′ nördlicher Breite - ein damaliger Rekord. Ein Jahr später gelang ihm die Überquerung der Arktis mit dem Luftschiff "Norge", ebenfalls von Ny-Ålesund aus.

Heute dagegen leben Wissenschaftler das ganze Jahr hindurch in mehreren Stationen auf Spitzbergen. Neben Wetterbeobachtungen spielen Untersuchung zur Klimaerwärmung und der Polarlichter eine große Rolle.

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