Das traditionelle Stiertreiben in der spanischen Stadt Pamplona lockt Jahr für Jahr tausende Halbstarker. Platzwunden, Verrenkungen oder Gehirnerschütterungen gehören dazu.

Lebensmüde in den Straßen von Pamplona© Jesus Diges, AP
Eine Kanadierin in Badelatschen gehört zu den ersten Verletzten des diesjährigen San-Fermin-Festivals in Pamplona. Die junge Frau hatte sich unter 3.000 Touristen und Einheimische gemischt, die am Donnerstagmorgen zwölf Stiere durch die Straßen der nordspanischen Stadt trieben. Ein Bulle traf die Kanadierin am Rücken, sie musste im Krankenhaus behandelt werden.
Das erste Rennen des diesjährigen Festes begann um 08.00 Uhr und dauerte keine drei Minuten. Viele Teilnehmer hatten die ganze Nacht über gefeiert und getrunken. "Ich muss total verrückt sein, aber das ist etwas, was ich schon als Kind immer machen wollte", sagte ein 25-Jähriger aus Hannover. Sein T-Shirt mit den deutschen Farben war von Schweiß und Bier durchtränkt. "Es war eine fantastische Erfahrung."

Mut oder lebensmüde?© Villar Lopez, DPA
Halbstarke machen den Veranstaltern zu schaffenZu den meisten Verletzungen kam es, als Teilnehmer auf dem glitschigen Kopfsteinpflaster ausrutschten und von anderen Teilnehmern überrannt wurden. Die Stiere erwischten neben der Kanadierin auch einen 33 Jahre alten Mann aus Pamplona. Auch er kam mit leichten Verletzungen davon. "Jedes Jahr müssen wir mehr Menschen von einer Teilnahme abhalten", sagte der Einheimische Jose Salgueiro. "Sie werden immer jünger, sind immer unerfahrener. Und sie stören die ernsthaften Stierjäger."Das Festival begann am Mittwoch mit dem traditionellen Feuerwerk. Es wird seit dem 16. Jahrhundert zu Ehren des Lokalpatrons San Fermin begangen. Bis zum 14. Juli werden nun jeden Morgen Stiere durch die Altstadt getrieben und anschließend in einer Arena von Stierkämpfern getötet. Am Dienstag protestierten 700 Tierschützer gegen das Spektakel. Sie trugen Transparente mit der Aufschrift "Nein zum Stierkampf" und "Folter ist keine Kunst".