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Zu den goldenen Dünen wandern

Fernab der Costa Smeralda und der Berlusconis dieser Welt zeigt Sardinien ihre alte, natürliche Stärke: an der stillen Costa Verde und der Costa del Sud.

Von Harriet Wolff

So geht also Facebook auf Sardisch - Freien und ohne Internetanschluss. Signora Ninna bringt sich in Arbus auf den neuesten Stand. Konzentriert, mit gerunzelter Stirn, ein schwarzes Tuch festgezurrt um den kleinen Kopf, studiert die alte Dame Foto-Plakate über Hochzeiten, Todesfälle und Geburten. Die Aushänge kleben an einer verwitterten Mauer nahe der sonnengelben Pfarrkirche von San Sebastiano. Einmal schüttelt sich die Signora energisch, dann wieder rückt sie ihre dicke Hornbrille zurecht. Und schließlich holt sie ein Handy aus ihrem Einkaufsbeutel, tippt eine SMS, bevor sie um die Ecke verschwindet. So viel zur Nachrichtenlage in Arbus.

Das Dorf mit rund 6000 Einwohnern liegt an den Gebirgsausläufern der Costa Verde, der grünen Küste in Sardiniens Südwesten. Nach einer fünfstündigen Bergwanderung haben wir uns den Ausflug per Auto nach Arbus redlich verdient. In der Frühe hatten wir die Stiefel geschnürt und waren im Weiler Portu Maga gestartet, unserem Quartier direkt am Meer. Von dort aus nehmen wir während unserer Wanderwoche jeden Tag ein anderes Ziel auf diesem Inselzipfel in Angriff.

Felsformationen wie ein Like-Daumen

Vor dem silbrigen Horizont flimmerte heute Morgen eine kompakte Felsformation. "Das ist er, der Monte Arcuentu, auch Daumen von Oristano genannt. Ein vulkanisches Massiv. Und da kraxeln wir jetzt hoch", sagte Claudia, die fröhlich zupackende Organisatorin unserer Marschroute. Die Kölnerin, Mitte 40, hat ein paar Jahre auf der Insel gelebt und kennt so gut wie jeden Winkel. Ein rehbrauner Habichtsadler kreiste über unseren Köpfen, und Marcus, Mitwanderer und Cartoonist aus Berlin, murmelte etwas von Corbezzoloschnaps als Motivationshilfe für den Aufstieg. Aus der orangeroten, kräftigen Frucht des Erdbeerbaums wird auf Sardinien Hochprozentiges destilliert.

Gleich am Wegesanfang baute sich ein solch knorriger Schnapslieferant vor uns auf. Er wurzelte in einer Wiese, wie sie auf Sardinien nur der Frühsommer hervorbringt: zitronengelber Löwenzahn und Mini-Margeriten wogten da, blaue Glockenblumen und Gräser in Grüngrau. Dahinter wölbten sich wie Reptilienrücken Berge aus Granit und Vulkangestein, samtig grün gepolstert. Der Monte Arcuentu, durch das Aufquellen von Lava wild zerklüftet, sah aus unserer Perspektive tatsächlich aus wie der Like-Daumen im Internet.

Umsummt von Hummeln mit Kurs auf den kornblumenblauen Himmel stiegen wir hinauf, erst gemächlich, dann immer steiler. Auf dem 785 Meter hohen Berg hat während einer Jahrhundertdürre im Sommer 1987 ein sardischer Einsiedlermönch gehaust: Fra' Nazareno, erzählte Claudia, habe dort zwei Wochen um Regen gebetet. Mit Erfolg. Auf dem Gipfelplateau raschelte Laub unter unseren Stiefeln, die Mittagssonne mäanderte durch ein Korkeichenwäldchen, warf Lichtreflexe auf Hornveilchen und Farne; im Tal klingelten Ziegenglocken. Zu Ehren des Mönchs steht dort ein Mini-Altar mit dem verwitterten Bildnis der Maria. Wenige Meter noch liefen wir bis zum Gipfelkreuz auf einer weichen Anhöhe. Sardische Kekse mit Pinienkernen machten die Runde, und ich vergaß fast zu kauen beim Panoramablick auf die sichelförmige Riesensandbucht von Piscinas.

Unkomplizierte Gastlichkeit statt Disco "Billionaire"

Bis heute pflegen die Sarden ein gemächliches Leben an der Costa Verde mit ihrem waldigen Hinterland. Dass dieser Flecken Erde, nur rund 80 Kilometer nordwestlich von Cagliari, relativ abgeschieden ist, hat auch einen sehr banalen Grund: Die Region ist von Oktober bis Juni Nato-Sperrgebiet; für Militärmanöver werden dann gelegentlich der Luftraum oder auch mal einzelne Strände geschlossen.

Der Südwesten ist in jeder Hinsicht das Gegenteil des gegenüberliegenden Nordostens: Anders als an der überteuerten Costa Smeralda geben hier nicht Ex-Premier Silvio Berlusconi mit seiner "Villa Certosa" oder der Formel-1-Playboy Flavio Briatore mit der Disco "Billionaire" den Ton an; hier bestimmen die Natur und eine unkomplizierte Gastlichkeit die Atmosphäre. Die meiste Zeit des Jahres teilen sich mehr Möwen als Menschen die oft kilometerlangen, schlohweißen Strände. Ortschaften machen sich ebenso rar, Eukalyptushaine, Kornfelder und kleine Gehöfte stehen in den weiten Tälern einer manchmal urzeitlich wirkenden, berührend schönen Landschaft.

Echte Sarde leben selten direkt am Meer

Gerade mal drei Einheimischen begegneten wir während unserer Tageswanderung und bis zur Abfahrt ins Dorf Arbus. Auch von den Arbusensern lässt sich nach dem Abgang von Signora Ninna am kleinen Kirchplatz niemand sehen. Nur zwei korpulente Katzen liegen bräsig im Schatten. Wir nehmen Platz auf den Stufen, die zur Kirche San Sebastiano führen. Einladend ist das kurvenreich am Hang gelegene Arbus auf den ersten Blick nicht. Die schlichten, teils recht rohen Fassaden wirken unnahbar. Selbst im Frühsommer sind die meisten Fensterläden zugeklappt.

Wie viele sardische Dörfer hat Arbus nichts Verspieltes. Jahrhundertelang flohen die Sarden von der Küste ins Inland; vor allem im Südwesten überfielen arabische Piraten immer wieder die Ufer. Fast 2000 "Torri Costiere", Wachtürme gegen die Überfälle, stehen an den Küsten der Insel. Echte Sarden, so hatte es Claudia erklärt, leben, außer in der Hauptstadt Cagliari, nur selten direkt am Meer. Von dort, so das kollektive Gedächtnis, kam nie Gutes. Egal, woher die Herren der Insel auch stammten, sie waren nur an deren Schätzen interessiert: an Blei, Zinn und Silber, das seit Jahrtausenden hier geschürft wurde. Am Wald, der in großen Teilen zu Eisenbahnschwellen verarbeitet auf dem italienischen Festland endete.

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