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Einmal rund um die Insel

Menorca ist fünfmal kleiner als Mallorca, fast die Hälfte steht unter Naturschutz. Es gibt weder Bettenburgen noch Autobahnen, aber Traumbuchten, die ein spezieller Wanderweg miteinander verbindet.

Von Wolfgang Röhl

Menorca: Auf dem Camí de Cavalls
  Beliebt bei Yachties und Schuh-Fans: Die alte Inselhaupstadt Ciutadella.

Beliebt bei Yachties und Schuh-Fans: Die alte Inselhaupstadt Ciutadella.

Wer oder was ist Camí de Cavalls? Ein spanischer Konquistador, eine katalanische Sektmarke oder ein Dessert aus der Molekularküche von Ferran Adrià? Sie kommen nie drauf! Camí de Cavalls heißt auf katalanisch ganz banal "Pferdeweg".

Auf dem marschiert an diesem sonnensatten Morgen ein Fähnlein deutscher Wanderer, geführt von Profi-Trekker Ralf Freiheit. Startpunkt ist der schwarzweiß geringelte Leuchtturm am Kap Favàritx. Von dort scannt das Auge dunkle Schieferklippen, senfgelbe Sandbuchten, grüne Hügel. Fast unberührt ist die Landschaft. Das hier ist Menorca, die östlichste Baleareninsel. Streckenweise ziemlich sehr anders als ihre 34 Kilometer nahe Schwester Mallorca.

Ein Hufeisen als Logo

Eben das hat die Wanderer hergelockt. Zwölf Frauen und fünf Männer aus diversen Professionen, vom Lehrer über die Krankenschwester bis hin zur Geologin. Die Apothekerin Heike, eine Fortysomething, ist das Küken. Rentner Leo, 73, fit wie drei Turnschuhe, der Senior.

Man kann den Pferdeweg auch abreiten. Oder ihn mit dem Mountainbike beradeln. "Aber beim Wandern erlebt man die Insel am Authentischsten", meint Ralf. Der hoch gewachsene Mittfünfziger trägt ein T-Shirt mit dem Logo des Pferdewegs, ein Hufeisen. "Der Pferdeweg liefert einen Querschnitt der Insel", sagt er. Er betreibt mit drei Kollegen die auf Wanderfreunde spezialisierte Agentur Rutas Menorca. Auf dem Camí hat er schon jedes Steinchen umgedreht.

Der Pferdeweg als Verteidigungslinie

Vor drei Jahren wurde der rund 190 Kilometer lange und markierte Rundpfad eingeweiht. Er folgt ungefähr der Spur eines Küstenweges, den die Menorquiner im frühen 14. Jahrhundert angelegt hatten. Der diente dazu, Invasoren rechtzeitig zu entdecken. Menorca war wegen ihrer Lage immer heiß umkämpft. Einen Teil der Attacken konnte die Insulaner dank Pferdeweg abschmettern.

Seine zivile Neuauflage ist bereits ein Geheimtipp. Ralfs Fähnlein folgt den Spuren der alten Inselwächter zwei volle Wochen lang in zehn Tagesetappen. Marschiert über heiße, baumlose "Schwitzberge", passiert kühle Wälder, Gischt-umtoste Steilküsten, unbebaute Buchten, einsame Strände, Stonehenge-ähnliche Steinkonstrukte aus der Prähistorie, arabische Festungen, englische Talaias - Wach- und Geschütztürme - und Windmühlen, die aus dem "Don Quijote" stammen könnten. Für Ralf, der mal brotlose Philosophien studiert hat, ist gelungener Wanderurlaub eine sinnliche Anreicherung: "Aus den einzelnen Etappen muss sich ein überraschendes Gesamtbild ergeben."

Naturhafen Maó

Kompakt genug ist die Insel. Parets, Trockensteinmauern, strukturieren sie wie Fäden ein Spinnennetz. Barreres - hübsch krumme Olivenholzgatter – unterbrechen die fast 10.000 Kilometer Mauern. Es gibt reichlich Rindvieh auf Menorca. Die Schwarzbunten wurden von Engländern eingeführt. Letztere beherrschten Menorca fast das gesamte 18. Jahrhundert. Sie führten auch den Gin ein.

Der kilometerlange Fjord im Inselosten birgt einen uneinnehmbaren Naturhafen, Grund für das ewige, blutige Gezerre um Menorca. Auf Maó, diese ideale Flottenbasis, waren viele scharf - Christen und Muslime, Engländer, Spanier, Franzosen und gemeine Piraten.

An der von Reihern, Enten, Kormoranen und Eisvögeln angeflogenen Lagune im Naturschutzgebiet s'Albufera pausieren die Wanderer. Ausgerechnet hier, im Sahnestück des Biospährenreservats Menorca, wollten Investoren in den 1970ern einen Golfplatz nebst Urbanisation und Luxushotel hinklotzen. Doch eine starke Protestbewegung kippte die Unternehmung. Seit 1991 stehen 43 Prozent der Inselfläche unter Naturschutz. Hotelburgen und Appartementhöllen stehen nur in den Ferienorten der Südküste, wie Cala Galdana.

  Traumbucht: Cala de Sant Esteve beim Fort Marlborough

Traumbucht: Cala de Sant Esteve beim Fort Marlborough

"Wir wollen Wein"

Es hat ein menschliches Maß, dieses Eiland. Ein Fünftel so groß wie Mallorca. 68.000 Insulaner, keine Autobahn. Ein Flughafen, auf dem manchmal über Stunden hinweg keine einzige Maschine aufsetzt. Wenig Kriminalität, kaum Drogenprobleme. Nur zwei schnuckelige, ganz unterschiedliche Kleinstädte. Maó ist die offizielle Kapitale, Ciutadella die Hauptstadt der Schuhläden.

Ansonsten nur Dörfer. Wie Ferreries, es Mercadal, es Migjorn Gran, Alaior, wo das Leben drei Gänge runter geschaltet läuft. Oh himmlische Bedächtigkeit, Kunst des ausufernden Tratschens! In der versteckten Bucht von Sant Esteve, unterhalb des imposanten Marlborough Forts, sitzt ein Mädchen mit Labrador auf einem sonnenwarmen Steg und tagträumt, während der Wind die Metallmasten der Segelboote leise ächzen lässt. Miniaturen, made in Menorca.

Anders läuft es, wenn zwischen Juni und September überall feste gefeiert wird. Im Mittelpunkt schwarze Gäule, die scheinbar endlos auf den Hinterbeinen verharren können, eine Menorca-typische Folklore. Dazu skandiert die Meute "Volem vi, volem vi" - wir wollen Wein!

Menorca kämpfte auf Seiten der Republikaner

Ralf trommelt zum Aufbruch. Es geht weiter, nach Es Grau. Der Ferienort ist ganz in einheimischer Hand. Am Strand kaum ein Ausländer. "Der Tourismus ist auf Menorca viel später angelaufen als auf den anderen Inseln", erklärt Ralf. "Noch in den Achtzigern, als ich auf dem Selbstfindungstrip hierher kam, fielen die Menorquiner nicht gerade durch Diensteifer auf. Was mir sehr gefiel."

Die Verspätung hat mit dem Spanischen Bürgerkrieg zu tun. Damals kämpfte Menorca im Gegensatz zu den anderen Balearen auf Seiten der Republik. Die Insel war das letzte spanische Territorium, das sich Franco ergab. Der Putschistengeneral bestrafte die Widerständler hart. Nicht wenige landeten im berüchtigten Foltergefängnis der Festung La Mola, heute ein Museum. In der Zeit des Franquismus pflegten spanische Eltern renitenten Kindern zu drohen: Wenn du nicht brav bist, kommst du nach Menorca.

Natürlich gab Franco der Insel kein Geld. Touristische Infrastrukturen blieben lange aus. Bis in die 1970er Jahre lebten die Menorquiner weitgehend von Käse- und Schuhproduktion und zwar nicht schlecht. Geblieben ist ihnen ein Ressentiment gegen das Franco-treue Mallorca, das vom Diktator früh in den Wohlstand gepäppelt wurde. "Wer auf Menorca krank wird und einen Spezialisten braucht, hat die Wahl zwischen Palma und Barcelona", sagt Ralf. "Gewöhnlich fliegt er nach Barcelona."

Karibisch-türkises Wasser

Am späten Nachmittag erreicht die verschwitzte Truppe Cala Mesquida, achtzehneinhalb Kilometer vom Startpunkt entfernt. Endlich baden! Karibisch-türkis schimmert das wohltemperierte Wasser. Der Strand fällt kinderseicht ab. Heute, an einem Wochentag, sind kaum Besucher da.

Nichtsdestotrotz grübelt Ralf, ein sensibler Naturfreund: "Irgendwann ist mir aufgefallen, dass bestimmte Buchten immer voller wurden. Ob ich mit meinen Wanderungen dazu beigetragen hatte? Und ob das gut ist für die Insel?"

Respekt, doch derlei Skrupel sind überflüssig. Da müsste viel passieren, ehe es eng wird auf dem Pferdeweg.

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