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An Bord von Ryanair - wo Schnaps fließt und Fäuste fliegen

Die Vorfälle häufen sich - fast täglich kommt es zu Zwischenfällen an Bord von Ryanair-Flugzeugen durch handgreifliche Passagiere. Der Billigflieger muss regelmäßig außerplanmäßig zwischenlanden und Betrunkenen abführen lassen.

Derzeit herrscht Hochsaison bei . Bis auf den letzten Platz besetzt sind die Boeings des Billigfliegers, die pausenlos Urlauber zwischen den Warmwasserzielen in Südeuropa und mitteleuropäischen Flughäfen hin- und herfliegen.

Doch der Transport erfolgt nicht immer reibungslos. Oft verzögert sich der Abflug, weil Passagiere alkoholisiert das Flugzeug betreten und sich dermaßen daneben benehmen, dass die Piloten nicht zum Start rollen können.

Stattdessen informiert die Crew das Sicherheitspersonal, und die Randalierer werden abgeführt. Eine Frage drängt sich auf: Kann man einen Ryanair- nur überstehen, wenn man sich mit Hochprozentigem betäubt und Mut angetrunken hat? Denn bei keiner anderen Airline gibt es so viele Vorfälle mit besoffenen Reisenden.

Bordunterhaltung live

So mussten Flugreisende am Wochenende auf dem Weg von Newcastle im Nordosten Englands nach Alicante an der spanischen Mittelmeerküste mitansehen, wie eine Betrunkene auf Mitreisende einschlug. Ein auf hochgeladenes Video zeigt die Auseinandersetzung mit Fäusten. 

Nach der Landung wurde die Person der spanischen Polizei übergeben, und die Airline erteilte ihr generelles Hausverbot für Ryanair-Flüge.

Dümmer als die Polizei erlaubt

Noch heftiger endete die Reise frühzeitig für gleich neun Passagiere am Flughafen Brüssel-Zaventem. Eigentlich wollten die Belgier am Samstag mit Ryanair um 7 Uhr nach Madrid fliegen. Doch einer der neunköpfigen Gruppe machte einen Witz, der sich als fataler Fehler erweisen sollte: Laut "VTM News" rief er laut "Allahu Akbar" und behauptete, dass eine Bombe sei an Bord.

Ein Sprecher der Polizei sagte der News-Seite: "Der Pilot weigerte sich, mit den neun Leuten zu fliegen. Einer von ihnen war ein törichter Spaßvogel". Nachdem die Störenfriede das Flugzeug verlassen hatten, kamen Sicherheitskräfte mit Spürhunden an Bord und durchsuchten die Maschine nach Sprengstoff. Der Flug FR2947 hob daher mit einer fast zweieinhalbstündigen Verspätung in Richtung spanische Hauptstadt ab.

Aufgrund der zahlreichen Zwischenfälle in dieser Saison hat der irische Billigflieger Konsequenzen angekündigt: Pressesprecher Robin Kiely fordert eine Deckelung des Konsums von Alkohol an Bord auf zwei Drinks. Außerdem soll der Verkauf von alkoholhaltigen Getränken auf Flügen vor 10 Uhr untersagt werden.

Für Passagiere, die den mit Ryanair nur mit einem erhöhten Alkoholpegel im Blut ertragen, bedeutete das: auf einen späteren Flug am Tag umbuchen. Oder sich vorab die Fluglaune tanken.

Nachtrag am 5. 9.2017: Der Pressesprecher Robin Kiely von Ryanair nimmt zu den Störungen durch Alkoholmissbrauch an Bord wie folgt Stellung: "Nach Angaben der Civil Aviation Authority ist die Anzahl der Vorfälle mit störendem Verhalten von Passagieren bei allen Airlines die von und nach Großbritannien fliegen um 600 Prozent gestiegen. Ryanair führt mehr als 600.000 Flüge pro Jahr durch und die Anzahl der störenden Passagiere ist minimal. Wenn Passagiere während des Fluges unakzeptables Verhalten an den Tag legen oder den Flugablauf stören, werden sie von dem Flugpersonal oder Piloten abgemahnt und können für eventuelle Sanktionen nach der Landung zur Rechenschaft gezogen werden."

Kiely fordert unter anderem, dass der Verkauf von Alkohol in Flughafenbars und Restaurants für Passagiere während ihrer Wartezeit aufgrund von Flugverspätungen pro Bordkarte auf ein Maximum von zwei alkoholischen Getränken begrenzt wird. "Es ist völlig ungerecht, dass die Flughäfen von diesem unbegrenzten Verkauf von Alkohol profitieren und der Umgang mit den sicherheitsrelevanten Konsequenzen den Airlines überlassen wird."



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