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Ryanair-Chef Michael O'Leary: "Wir haben keinen Pilotenmangel"

Mehr als 2000 Flüge werden in den nächsten Wochen bei Ryanair gestrichen. Jetzt hat der Billigflieger eine Liste mit den abgesagten Flügen veröffentlicht. Ryanair-Chef Michael O'Leary bittet die Kunden um Entschuldigung.

Ryanair-Chef Michael O'Leary

Macht nicht den Kasper und schneidet keine Grimassen, sondern gibt sich kleinlaut: "Dieses Chaos ist auf unser eigenes Handeln zurückzuführen", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Herrscht bei Ryanair jetzt Chaos wie bei Air Berlin? Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat nach heftiger Kritik von Kunden und aus Brüssel auf der Homepage eine vollständige Liste mit rund 2000 Flugstreichungen bis Ende Oktober veröffentlicht. Betroffene Kunden würden zudem per E-Mail benachrichtigt, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Die Liste der Flugstreichungen lässt sich über die Website von Ryanair einsehen.

In Deutschland waren demnach allein am Dienstag sechs Starts und Landungen betroffen. Gestrichen wurden Flüge auf den Strecken von Köln und Nürnberg nach Mailand sowie von Berlin-Schönefeld nach Dublin.

Michael  O'Leary spricht von Chaos

 "Dieses Chaos ist auf unser eigenes Handeln zurückzuführen", teilte -Chef Michael O'Leary mit und bat die Kunden um Entschuldigung. Zugleich wies er darauf hin, dass "weniger als zwei Prozent aller Kunden" von Flugstreichungen in den nächsten sechs Wochen betroffen seien.

Hintergrund der Annullierungen sind seinen Angaben zufolge "Schwierigkeiten mit der Planung des Jahresurlaubs unserer Piloten für September und Oktober". Zum Start des Winterflugplans im November werde sich die Lage wieder normalisieren. "Ryanair hat keinen Mangel an Piloten", erklärte O'Leary.

Damit wies er Berichte zurück, wonach Ryanair mit einem Pilotenmangel kämpft. Die Fluggesellschaft Norwegian Air hatte erklärt, in diesem Jahr seien 140 Ryanair-Piloten zu der skandinavischen Konkurrenz gewechselt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte, Ryanair habe eine hohe personelle Fluktuation, weil die Airline niedrigere Gehälter zahle als die Wettbewerber.

Ryanair hatte am Freitagabend bekanntgegeben, dass in den kommenden sechs Wochen bis zu 2100 Flüge ausfallen werden. Daraufhin beschwerten sich zahlreiche Kunden in sozialen Netzwerken, nicht rechtzeitig informiert worden zu sein. Auch die EU und die britische Regierung rügten Ryanair und drängten die Airline zu Transparenz.

Dass Flüge wegen Personalmangel abgesagt werden müssen, kommt bei Fluglinien immer wieder mal vor, wenn auch in geringem Umfang. So war die Lufthansa zwischen den Monaten Juni und September 2016 auf Flügen mit den Flugzeugtypen Airbus A330 und Boeing 747-400 mit einem Mitglied der Kabinen-Crew weniger unterwegs. Auch Austrian Airlines hatte im Sommer 2016 den Flugplan um 150 Verbindungen ausgedünnt, um das Risiko von ungeplanten Flugausfällen zu vermeiden. Der Grund: Es fehlte damals an Piloten.


tib/Agenturen

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