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31. Dezember 2009, 09:50 Uhr

Mit dem Billigflieger in die Berge

So einfach waren die Alpen für Norddeutsche noch nie zu erreichen. In diesem Winter können Skiläufer mit dem Flieger günstig in Pistennähe landen. Bis zu drei Airlines kämpfen auf identischen Routen um Passagiere. Von Till Bartels

Billigflug, Billigflieger, Österreich, Flughafen Insbruck, Klagenfurt, Salzburg, Air Berlin

Knapp zwei Millionen Passagiere fliegen von und nach Salzburg pro Jahr© Flughafen Salzburg

Konkurrenz belebt das Geschäft. Das gilt auch für die Anreise zu den Skipisten in Österreich. Bisher war ein Umsteigen am Wiener Flughafen erforderlich oder galt der Flughafen München als Landeplatz in Sichtweite der Alpen. Neue Flugverbindungen, gerade auch von Billigfliegern, bieten ungeahnte Möglichkeiten für den Kurzurlaub in den Bergen. Low-Cost-Carrier wie Air Berlin, Germanwings und Transavia fliegen regelmäßig nach Innsbruck und Salzburg - und damit direkt in die Winterferien.

Flughafen Innsbruck-Kranebitten

An Winterwochenenden herrscht auf dem Flughafen Innsbruck Hochbetrieb. Der direkt in den Alpen gelegene Airport wird im Charter- und Linienflugverkehr aus ganz Europa angeflogen. Darunter sind in dieser Wintersaison auch regelmäßige Nonstop-Verbindungen aus sechs deutschen Städten: ab Berlin (Air Berlin), Frankfurt (Austrian), Hamburg (Air Berlin, Lufthansa, Transavia), Hannover (Welcome Air), Köln/Bonn (Air Berlin) und Weeze am Niederrhein (Welcome Air).

Nach der Landung geht es mit dem IVB-Bus der Linie F im 15-Minutentakt zum Hauptbahnhof. Von dort sind Wintersportorte wie Seefeld, St. Anton, Kitzbühel mit der ÖBB bequem zu erreichen. Noch einfacher reist es sich mit dem nur am Wochenende verkehrenden "Ötztal Shuttle", der die Gäste individuell vom Flughafen direkt nach Sölden und Obergurgl-Hochgurgl fährt.

Salzburg Airport W. A. Mozart

Der moderne Flughafen der Mozart-Stadt dient den Skifahrern im Salzburger Land wie Dachstein, Zell am See und dem Gasteinertal als Landeplatz. Von sieben deutschen Flughäfen steuern Fluggesellschaften den Regionalflughafen an: ab Berlin (Air Berlin), Dortmund (Germanwings), Düsseldorf (Air Berlin, Austrian), Frankfurt (Austrian), Hamburg (Air Berlin, Germanwings), Köln (Air Berlin, Germanwings) und Nürnberg (Niki). Im Vergleich zum Innsbrucker Flughafen starten und landen in Salzburg doppelt so viele Passagiere pro Jahr.

Mehrere Unternehmen bieten vom Flughafen Salzburg einen Transferservice mit Taxis und Bussen zu den nahe gelegenen Skigebieten. Die Buslinien Linien 2, 8 und 27 verbinden den Airport mit dem Stadtzentrum, vom Terminal 1 fahren Postbusse und die Linie Nummer 260 bis Lofer, mit Anschluss in die Skizentren nach St. Johann und Kitzbühel.

Kärnten-Airport Klagenfurt

Für die im Süden Österreichs gelegenen Wintersportorte in den Bundesländern Kärnten und Steiermark bietet sich die Anreise über den gleichnamigen Kärnten Airport an. Um nach Klagenfurt zu kommen, muss man nicht mehr in Wien umsteigen. Von fünf deutschen Flughäfen geht es nonstop in den Skiurlaub: Berlin (Air Berlin), Hahn (Ryanair), Hamburg (Air Berlin, Germanwings), Hannover (Air Berlin), Köln (Air Berlin, Germanwings) und München (Lufthansa). Über die Website des Flughafens lässt sich die Weiterreise mit einem Shuttle online organisieren.

Bodensee-Airport Friedrichshafen

Wer die Winterferien im Vorarlberg plant, sollte eine Anreise via Friedrichshafen und in Erwägung ziehen. Die in Bregenz beheimatete österreichische Regionalfluglinie Intersky fliegt im Liniendienst von Berlin, Dresden, Köln und Münster zum Bodensee. Vom Drehkreuz der Lufthansa in Frankfurt hält die Cityline eine tägliche Verbindung aufrecht. Die Anbindung des Kleinstflughafens an das Bahnnetz ist durch einen eigenen Bahnhof gewährleistet. Für einen raschen Transport in die Skigebiete Österreichs sorgen Airport Bus und Arlberg Express.

Allgäu-Airport Memmingen

Neuigkeiten vermeldet zum Saisonstart auch der Allgäu Airport. Im Vergleich zum Vorjahreswinter hat sich die Anzahl der wöchentlich angebotenen Flüge nach Memmingen verdoppelt. Auch innerdeutsche Flüge zählen dazu. Air Berlin hat die von Tuifly übernommenen Frequenzen ab Hamburg, Köln und Berlin erhöht. Nach dem geografischen Verständnis von Ryanair rangiert der Flughafen unter der irreführenden Bezeichnung "München-West". Die irische Billigfluggesellschaft fliegt von Bremen ins Allgäu. Nicht weit ist es zu den Ski-Hochburgen nicht nur im Allgäu, sondern auch nach Österreich. Ein individueller Transfer wird per Minibus organisiert, am 18. Dezember wird der Arlberg Skibus jeweils von Freitag bis Sonntag zwei Fahrtenpaare zwischen St. Anton, Zürs und Lech anbieten.

Die Last mit dem Skigepäck

Ganz unterschiedlich wird von den Fluggesellschaften das Thema Sondergepäck geregelt, worunter Skier und das Snowboards fallen. Einige Billigflieger halten kräftig die Hand auf. Easyjet verlangt für Sportgeräte 25 Euro pro Flug, Ryanair 40 Euro pro Gegenstand und Flug. Lufthansa und Germanwings transportieren ein Paar Skier, Stiefel oder Snowboard ohne Aufschlag. Bei Air Berlin ist die Skiausrüstung noch bis zum 30. April 2010 kostenfrei.

Von Till Bartels
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
bob-der-meister (01.01.2010, 15:54 Uhr)
Man kann das auch mal ganz enspannt sehen
Ich glaube, das Flugzeug gegen das Auto auszuspielen, bringt auch nichts. Man stelle sich nur vor, dieselbe Menge Menschen würde individuell mit dem Auto verreisen. Es gäbe kaum weniger Umweltbelastung (übrigens, das Klima kann man gar nicht verpesten!), die Straßen wären noch voller, es gäbe weit mehr Unfälle. Leider hat die Bahn es noch nicht geschafft, sich als akzeptable Alternative zum Flugverkehr zu positionieren. Und das hat mit Sicherheit nicht nur politisch bedingte Gründe, sondern ist sicher auch durch schlechtes Management begründet.
Hamskibamski (01.01.2010, 10:50 Uhr)
Aber klar doch, direkt vor der Skihütte landen.
Aber in der Stadt werden die alten Autos verbannt wegen der Feinstaubbelastung. Irgendwo, haben irgendwelche Menschen, eine Menge Schrauben, ganz locker sitzen.
flyingfree (01.01.2010, 09:38 Uhr)
Zum Kotzen
Nur Skifahren muss man noch selbst.
Klima verpesten zum Billigpreis, ich bin sicher das ist ein Supergeschäft.
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