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6. Juni 2009, 12:12 Uhr

Wer sind die Exoten am Himmel?

Nach dem Absturz des Air-France-Airbus fliegt die Angst in den Sommerurlaub mit. Kann man allen Airlines vertrauen? Denn wer einen Charterflug Richtung Mittelmeer bucht, kann sich an Bord von Gesellschaften mit Namen wie Blue Wings oder Karthago wiederfinden. Außerdem drohen Passagieren von Charter-Airlines weitere Überraschungen. Von Till Bartels

Charterflug, Ferienflieger,

Fliegt Urlauber nach Monastir und Djerba: die tunesische Nouvelair© Picture-Alliance

Damit hatte das Ehepaar Wiese nicht gerechnet. Ihren Flug in die Türkei war beim deutschen Ferienflieger Condor gebucht. Als das Pärchen aus Hanau aber am Frankfurter Flughafen die Maschine am Gate sah, die sie nach Antalya bringen sollte, lasen sie auf dem Rumpf der Boeing den Schriftzug Sun Express, den Namen einer Airline, den sie noch nie gehört hatten.

Ehepaar Wiese hatte weder ihre Flugscheine noch die Bordkarten genau studiert. Denn das Kürzel XQ vor der Flugnummer steht für den Ferienflieger Sun Express - bei einem Condor-Flug wäre es DE gewesen. Zum Glück blieb eine böse Überraschung aus. Komfort und Service stimmten auf dem dreistündigen Flug. Denn bei Sun Express handelt es sich um eine Tochterfirma von Lufthansa und Turkish Airlines, die seit 20 Jahren erfolgreich im Ferienfluggeschäft ist.

Was hinter den Abkürzungen steckt

Größere Verwunderung herrscht, wenn der Flughafenbus die Passagiere vor Flugzeugen mit exotischen Namen wie Pegasus, Karthago, Nouvelair oder Blue Wings aussteigen lässt. Um was für eine Fluggesellschaft handelt es sich? Es ist gängige Praxis, dass Reiseveranstalter Flugkapazitäten bei Charter-Airlines einkaufen, die bei Bedarf zusätzliche Maschinen und Crews bei ausländischen Gesellschaften anheuern.

Die gute Nachricht lautet: Selbst bei Flügen in die Türkei, nach Ägypten und Marokko kann generell Entwarnung gegeben werden. Auch junge und kleine Airlines, die bei uns kaum bekannt sind, fliegen nach europäischen Sicherheitstandards und verfügen in der Regel über eine moderne Flotte. Die Zeiten sind längst vorbei, als von deutschen Flughäfen betagte Tupolev-Maschinen russischer Bauart in Richtung Mittelmeer zur Startenbahn rollten. Zweifelhaften Fluglinien hat die EU mit ihrer Schwarze Liste einen Riegel vorgeschoben und Landeverbot erteilt.

Ärgernis Flugzeitänderung

Eine andere Überraschung erlebte Familie Sörensen bei ihrer Himmelfahrtsreise nach Kreta. Zwei Wochen vor den Ferien erfuhr sie beim Abholen ihrer Unterlagen im Reisebüro, dass sich die Flugzeiten geändert haben: Statt um 6 Uhr in der Früh Richtung Griechenland abzuheben, sollte der Hinflug erst gegen Mittag erfolgen. Auch der Rückflug am 10. Juni sollte nicht wie im Februar ursprünglich gebucht um 21 Uhr, sondern bereits um 11:45 Uhr abheben. Dadurch sind der erste und der letzte Reisetag nicht mehr als Urlaubstag zu betrachten und die Sörensen entsprechend sauer. "Bei zehn Tagen verlieren wir 20 Prozent unseres Urlaubs", so Norbert Sörensen.

Doch die Urlauber mussten sich von ihrem Reisebüro belehren lassen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. "Verschiebt sich der Flug um einige Stunden, haben Pauschalurlauber zumeist keinen Anspruch, einen Teil des Reisepreises zurückzuverlangen", so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Das gilt selbst dann, wenn der Reiseveranstalter die Änderung kurzfristig mitgeteilt hat." Im Gegensatz zur Linienfluggesellschaft haben es sich die Reiseveranstalter und Charter-Airlines in ihren Geschäftsbedingungen ausdrücklich vorbehalten, die Flugzeiten zu ändern.

Gerade in diesem Jahr häufen sich die Mitteilungen mit Flugzeitänderungen. Viele Ferienfluggesellschaften haben ihr Angebot der Nachfrage angepasst, Flüge zusammengelegt oder gestrichen. Die Rentabilität der Veranstalter geht auf Kosten der Kunden, von denen ein höheres Maß an Flexibilität verlangt wird.

Das Ehepaar Wiese hat von ihren Türkei-Erfahrungen gelernt und will sich vor der nächsten Reisebuchung im Internet genau informieren, welche Airline die Flüge tatsächlich durchführt. Auch Familie Sörensen hat Konsequenzen gezogen. Sie hatte sich wegen der für sie optimalen Flugzeiten für den teueren Reisepreis des Hannoveraner Veranstalters entschieden. "Wir fühlen uns um einen Großteil unseres Urlaubs gebracht. Eine Reise mit TUI wird es wohl in Zukunft nicht mehr geben", so das Fazit der Himmelfahrtsreisenden.

In der Fotostrecke stellen wir die weniger bekannten Ferienflieger vor, die einen Großteil des Flugverkehrs in den Süden abwickeln.

Von Till Bartels
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
sedanon (07.06.2009, 20:02 Uhr)
Klar kann man abstürzen.
Pech ist eine Sache - Wenn aber heute bekannt wurde, dass bei Airbus eine meldung rausging, dass Geschwindigleitsmesser ausgetauscht werden sollten und Air-France meint, die Meldung wäre zu kurzfristg bei ihnen eingegangen ("Tja, Pech. Der Flieger muß morgen raus. Lebenswichtige Teile tauschen wir nur mit einer Woche Vorlauf aus.")und dann eine Abwägung zwischen Sicherheit und wirtschaftlichem Interesse stattfindet, dann läuft etwas ganz gehörig schief.
undueberhaupt (07.06.2009, 16:43 Uhr)
@Hirnfreund
Was sind Sie denn für ein Luftikus? Wohl noch nie geflogen was?
Hirnfreund (07.06.2009, 12:53 Uhr)
Wer fliegt kann auch abstürzen - so einfach ist das!
Ich verstehe diesen ganzen Wirbel um die AirFrance Maschine nicht. Ich meine ... ja, ist tragisch ... aber so ist das nunmal: Wer fliegt kann abstürzen. Das ist ja wohl keine Überraschung.
Jeder der fliegt muss damit rechnen abzustürzen, auch wenn das sehr unwahrscheinlich ist.
Die Leute tun ja grad so als ob ein Flugzeugabsturz so etwas absolut außergewöhnliches wäre als wenn nun Aliens im Emsland gelandet wären.
Alle weiteren Artikel und Diskussionen zu diesem Thema sind überflüssig, genauso wie wenn man sich darüber unterhalten würde, warum ein Apfel den man in die Luft wirft wieder auf den Boden fällt.
sedanon (06.06.2009, 17:22 Uhr)
Pauschalreisen ?
Nie wieder! So verlockend z.B. die Angebote von Aldi, Tchibo etc. sein mögen, möchte ich mir Pauschalreisen nicht mehr antun. Die angebotenen Hotels sind immer klasse. Aber die Fluglinien ? Stichworte wie : "Fluglinie XY oder gleichwertig" lassen mir die Haare zu Berge stehen.
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Ich buche direkt bei den Airlines und den Hotels. Kommt mich günstiger und ich weiß womit ich fliege. Wenn ich mich wegen 50-100 € in eine Maschine setze, deren Teil nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten, sollte die Überraschung nicht allzu groß sein, wenn ich mich in 11.000 Metern im Freien wiederfinde. Dann lieber einen Urlaub per Zugfahrt in Bayern.
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Wenn ich bedenke, dass unsvor einigen Tagen noch erzählt wurde, dass die Air France in einen wahren Monstersturm geraten ist, dies aber gerade heute dementiert wurde, frage ich mich schon, ob hier nicht massive Wirtschaftsinteressen (Frankreich-Air France-Airbus) eine Sache vertuschen, die
a) auf technische Fehler
oder
b) einen Bombenanschlag (kurz vor der Hauptreisezeit i.V.m. der "Wirtschaftskrise" = verheerend)
hindeuten könnten.
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Ich fliege in 2 Wochen. Und das mit einem ziemlich mulmigen Gefühl.
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