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Verstehen Sie Katalogdeutsch?

Wenig Sonne, matschige Straßen und bissige Kälte - bei diesem Wetter planen viele Deutsche ihrem Sommerurlaub. Und die Reiseveranstalter locken mit verlängerten Frühbucherrabatten. Doch Vorsicht: Manche Versprechen aus dem Reisekatalogen entpuppen sich als Floskel.

Von Till Bartels

Die meisten Texte in Katalogen haben werblichen Charakter und preisen ausschließlich die Vorzüge einer Ferienanlage an. Die Nachteile werden kaum benannt. Und manchmal sieht die Realität vor Ort ganz anders aus als im Reisekatalog. Wer sich allerdings bei der Lektüre die Mühe macht, zwischen den Zeilen zu lesen, entdeckt wichtige Hinweise.

Ähnlich wie bei Arbeitszeugnissen kennt die Tourismusbranche eine Sprache mit doppelter Bedeutung. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail einer Leistungsbeschreibung. Bei Begriffen wie "kurzer Transfer zum Flughafen" sollten die Alarmglocken schrillen, denn das Hotel liegt in unmittelbarer Nähe des Airports, im schlimmsten Fall direkt in der Einflugschneise.

"Meerseite" bedeutet nichts anderes als die Tatsache, dass der Strand nicht zum Greifen nahe liegt. Meist befinden sich noch einige Bauten zwischen Hotel und Wasser. Nur der "Meerblick" verspricht eine Sicht auf das Wasser, wenn auch nicht ungestört: In der Praxis kann das nicht mehr als eine Sichtschneise zwischen zwei Hotelkästen bedeuten. Glücklicher ist jener Urlauber, der sich nicht von dem Wörtchen "Strandnähe" hat täuschen lassen, sondern in einem Haus "in direkter Strandlage" eingecheckt hat.

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