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Wie aus einem verspäteten Linienflug ein Privatjet wurde

Meistens sind Verspätungen beim Fliegen nur lästige Zeitverschwendung. Für eine Frau in China lohnte sich das Warten aber umso mehr. Sie hatte den Linienflug komplett für sich alleine.

Flug alleine, Zhang, Weibo miffyscat

Alleine im Flieger: Die chinesische Passagierin Zhang durfte sich in der Boing 737-700 ihren Platz frei auswählen.

Normalerweise ist ein Flug in der Economy Class vieles, aber keine Luxus-Erfahrung. Enge Sitze, volle Flieger und gestresste Stewardessen verderben einem zwar meistens nicht den Tag, schöner geht es aber meistens doch. So wie bei einer jungen Chinesin, die nur bei ihrem Nachname Zhang genannt werden will. Die hatte auf ihrem Flug von Wuhan nach Guangzhou plötzlich jede Menge Platz und Aufmerksamkeit. Trotz Economy-Ticket. Sie war nämlich die einzige Passagierin. Das berichtet das Portal "Buzzfeed News".

Wegen eines Blizzards war der Start der Boing 737-700 mehrfach verschoben worden, mehr als zehn Stunden nach der geplanten Startzeit ging es endlich los. Bis dahin waren aber sämtliche anderen Passagiere längst abgesprungen. Sie hatten entweder umgeplant oder waren einem Angebot nachgekommen, einen früheren Flug zu nehmen. Nur Zhang hatte ausgeharrt. Und konnte sich nun frei zwischen den gut 150 Plätzen entscheiden.

"Dies ist ihr Privatflug"

Dass keiner außer ihr gewartet hatte, liegt sicher auch am Flugtermin: Zum chinesischen Neujahr, das 2016 auf den 8. Februar fiel, verlassen die meisten Guangzhou, um mit ihren Familien den Jahreswechsel zu feiern. So wäre der Flug ohnhin schon dünn besetzt gewesen. Nun war Zhang alleine.

Schon bei der Begrüßung machten die Flugbegleiter gleich klar, was Sache ist: "Dies ist ihr Privatflug", bekam Zhang beim Betreten des Fliegers mitgeteilt. Sie setzte sich auf einen beliebigen Platz, hatte freie Wahl beim Bordmenü und teilte sich noch eine Mandarine mit einer der Flugbegleiterinnen. Dann tat sie das, was wohl die meisten auf längeren Flügen tun: Schlafen. Ganz ohne von störenden Mitpassagieren oder schreienden Babys genervt zu werden.

Plötzlich in den Nachrichten

Der ganze Flug lief natürlich eher ruhig ab. "Die Reise an sich war eher unspektakulär", sagte Zhang "Buzzfeed News". Nur, dass die Stewardessen nicht gestresst durch die Gänge rannten, sei etwas ungewöhnlich gewesen.

Nach der Landung wurde sie von ihrem privaten Shuttlebus abgeholt. "Alleine im Bus war ich ja schon, bei einem Flughafen-Shuttlebus ist es aber das erste Mal", postete Zhang chinesischen Facebook-Pendant Weibo. Dort hatte sie ihren Privatflug ausführlich dokumentiert. Als sie dann am nächsten Morgen, schaute sie das erste Mal auf ihr Smartphone – und war geschockt.

Ihr Soloflug war in ganz China in den Nachrichten gelandet. "Mama, Papa, Opa, Oma, Onkel, Tante, Cousins, Klassenkameraden, Kollegen, Boss und Ex-Freund: Ich bin in den Nachrichten. Das ist großartig", schrieb sie bei Weibo. Offensichtlich hatte jemand einen ausgesprochen guten Rutsch ins chinesische Neujahr.

mma
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