
Mit die ersten Bewohner der Palme: Tricia Stewart und Mahesh Narayan© Jumana El Heloueh/Reuters
Wer einmal in Atlantis ist, kommt so schnell nicht wieder raus. Der bleibt stehen vor dem zehn Meter hohen Hauptaquarium und schaut den Rochen zu oder den Tauchern, die das Becken putzen und die Fische von Hand füttern, damit sie sich nicht gegenseitig aufessen. Der geht durch die "Lost Chambers", einem Unterwassermärchenland mit weiteren 21 Aquarien, in den "Aquaventure Park" oder zur Dolphin Bay. Eine Sensation jagt die nächste, man kann auf einem Schwimmreifen in einer transparenten Röhre durch ein Haifischbecken treiben, von der "Leap of Faith", einer fast senkrechten Rutsche, den freien Fall proben oder mit Delfinen schmusen.
Die Frage, was man sich denn außerhalb des Hotels noch anschauen könnte, scheint für Angestellte wie Einheimische unverständlich. Es gebe hier doch alles, sagen sie. Wer noch mehr erleben wolle, der könne höchstens in die Stadt fahren zu einem Shoppingtrip in die Mall of the Emirates, die neben Designerläden auch die größte Skihalle der Welt beherbergt. "In Dubai ist alles Entertainment", sagt Ute Köstle, eine deutsche Reiseveranstalterin, die hier seit 13 Jahren lebt. "Das ist eine eigene Welt." Und das Atlantis - wo die besseren Zimmer nicht die mit Meerblick sind, sondern die zur Stadtkulisse - ist das neue Wahrzeichen dieser Welt. "Jedes Mal, wenn ich nach Deutschland fahre, habe ich das Gefühl, zurück auf der Erde zu sein", sagt Köstle.
Der Reiz dieses Ortes ist die Perfektion des Unechten. Wo vor einer Generation noch Wüste war, steht heute ein Hochhaus neben dem anderen - darauf ist man stolz. So wie auf die folgenden Inselprojekte. Im nächsten Jahr werden 90 von 300 Privatinseln des Projekts "The World" an ihre Eigentümer übergeben. Es folgt die ebenfalls ausverkaufte zweite Palme, Palm Jebel Ali.
Ungewiss ist indes die Zukunft von Palm Deira, die über zwölf Kilometer ins Meer ragen und einer Million Menschen Platz bieten soll: Die Finanzkrise hat mittlerweile auch Dubai erreicht, das Geld wird knapp im Emirat. Die Gigantomanie der Scheichs hat plötzlich Grenzen. An Visionen und neuen Bauvorhaben mangelt es dennoch nicht. Die sogenannte Altstadt von Dubai zum Beispiel ist gerade mal 30 Jahre alt und ungefähr so sehenswert wie die von Essen. Deshalb plant man jetzt ein neue. Wenn es nach den Bauherren geht, soll "Old Town" 2015 fertig sein.
| Die Wüste lebt |
| Hotel Atlantis – The Palm, Aquaventure und Dolphin Bay, Crescent Road, Palm Jumeirah, Tel. 0971 - 4 - 426 00 00, www.atlantisthepalm.com |
| Nakheel - Infos zu den drei Palmen, dem Inselkomplex "The World" oder "The Universe" unter www.nakheel.com |