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Die Königin der Hängebrücken

Am Sonntag wird in San Francisco der 75. Geburtstag der Golden Gate Bridge mit einem riesigen Feuerwerk gefeiert - eine Hommage an die meistfotografierte Brücke der Welt.

Von Karsten Lemm, San Francisco

  • Karsten Lemm

Sie ist ja eigentlich nur eine Ansammlung von Stahl und Beton, gebaut, um einen großen Graben zu überspannen, die Wege zu verkürzen und Menschen das Leben leichter zu machen. Genau wie jede andere Brücke auf der Welt. Doch wer so denkt, tut ihr Unrecht, übersieht ihre Anmut und Eleganz, die sie auch mit 75 Jahren zu einer jugendlichen Schönen machen.

Wenn am Sonntag Zehntausende in San Francisco zusammenkommen, um die Golden Gate Bridge hoch leben zu lassen, feiern sie mehr als das Wahrzeichen ihrer Stadt. Sie feiern eine lieb gewonnene Freundin, die ihr Leben lang faszinierend geblieben ist. Was diese Brücke einzigartig macht, ist das Zusammentreffen von Ingenieurskunst, Architektur und atemberaubender Kulisse: Egal, wie oft man diese Brücke sieht, egal, wie oft man sie überquert, sie präsentiert sich jedes Mal anders und eröffnet immer neue Blicke auf das Golden Gate, die malerische Meerenge am Pazifik, die das Tor zur Bucht von San Francisco bildet.

Drahtseilakt über eine 1,5 Kilometer lange Lücke

Zweifler hielten es für unmöglich, eine Brücke über die gut 1,5 Kilometer breite Schlucht zu spannen: Sturm, Regen und Nebel sind Dauergäste am Golden Gate, allen Klischees vom sonnigen Kalifornien zum Trotz. Dazu kommen tückische Strömungen und die Gefahr von Erdbeben. Zwölf Jahre vergingen zwischen ersten Entwürfen und dem Baubeginn im Januar 1933. Vier Jahre und vier Monate lang wuchs das Metallgerüst aus dem Nichts, dann feierte die Welt die Eröffnung der damals größten Hängebrücke der Welt. 227 Meter ragen die beiden markanten Türme in den Himmel, zwischen ihnen spannen sich zwei Stahlseile, je 92 Zentimeter dick und 2,3 Kilometer lang, die den Großteil der Last tragen.

Seit am 28. Mai 1937 die ersten Autos über die sechsspurige Fahrbahn rollten, ist die Golden Gate Bridge fast ohne Unterbrechung den Menschen zu Diensten gewesen. Dreimal nur in 75 Jahren musste der Verkehr gestoppt werden, weil Orkanböen mit bis zu 120 Stundenkilometern über die Meerenge hinweg fegten. Auch Erdbeben hat die Brücke bisher wohlbehalten überstanden; Erschütterungen der Stärke 7 oder mehr in unmittelbarer Nähe könnten sie allerdings ernsthaft gefährden, deshalb sind Arbeiter seit Jahren damit beschäftigt, San Franciscos stillen Star besser gegen Beben zu wappnen. Und während ein aufwändiges Sicherheitssystem 19 Männern beim Bau der Brücke das Leben rettete, sprangen in den vergangenen 75 Jahren über 1500 Menschen freiwillig in den Tod. Ein Fangnetz soll künftig weitere Opfer verhindern.

Tipps für Pilger der Golden Gate Bridge

Nachts steht die Brücke ohnehin nur Autos offen: Mehr als zwei Milliarden Fahrzeuge haben sie bisher überquert, und ein Wegezoll von derzeit sechs US-Dollar (etwa 4,50 Euro) hilft dabei, für ihren Unterhalt zu bezahlen. Nebel, Regen und Salzwasser fressen an den Stahlseilen und nagen am Makeup; zum Schutz bekommt die zeitlos Schöne regelmäßig einen neuen Anstrich in ihrer ganz eigenen Farbe. "International Orange" taufte der Architekt Irving Morrow die markante Mixtur aus 100 Prozent Gelb, 69 Prozent Magenta und 6 Prozent Schwarz. Die Navy, besorgt um die Sicherheit der Schifffahrt, hätte lieber eine schwarze Brücke mit gelben Streifen gesehen.

Schwer vorstellbar, dass dieser Anblick die Welt ähnlich begeistert hätte wie das leuchtend rote, fein geschwungene Meisterwerk der Architektur, das seit Jahrzehnten Besucher aus allen Himmelsrichtungen anlockt. Und egal, wie man sich der Brücke nähert, sie enttäuscht nie: Vom Ausguck an der Nordseite, gleich nach der ersten Abfahrt links, verleiht sie der Skyline von San Francisco etwas Majestätisches. Von der Fähre aus betrachtet, die vom Pier 41 nach Sausalito oder Tiburon übersetzt, begrüßt sie Segler, Kreuzfahrer und Containerschiffe aus Übersee. Am Baker Beach lädt sie zum Strandspaziergang ein, im "Crissy Field"-Park zum Schlendern, Träumen und Picknick zu ihren Füßen. Und wer der Golden Gate Bridge wirklich nahe kommen will, kann aus dem Fort Point heraus, einer historischen Militäranlage am Fuße des San-Francisco-Pfeilers, genau die Nieten, Verstrebungen und Stahlträger inspizieren, die am Bauch alles zusammenhalten.

Keine Brückensperrung am 27. Mai

Panorama-Blicke auf San Francisco, die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz und die Hügel von Marin County im Norden sind die Belohnung für alle, die einen Fußmarsch von zwei oder gar (hin und zurück) vier Kilometern über die Brücke hinweg nicht scheuen. Selbst an strahlend schönen Tagen allerdings, die sich traditionell zwischen September und November ballen, sind Jacken und Pullover zu empfehlen, denn fast immer tobt sich der Wind am Golden Gate aus.

An ihrem 50. Geburtstag, als sie zur Feier des Tages gesperrt wurde, bekam die Brücke Besuch von etwa 300.000 ihrer liebsten Freunde. Das Gewicht der gesammelten Zuneigung zwang sie ein wenig in die Knie - der Brückenbogen verflachte sich, und einigen Besuchern wurde schwindlig, als die Fahrbahn hin und her schwang. Auch wenn keine Gefahr des Zusammenbruchs bestand: Diesmal müssen die Gratulanten aus der Ferne feiern. Die Geehrte bekommt zwar ein Feuerwerk, aber keine Pause - die Autos fahren weiter. Bei aller Schönheit und Beliebtheit steht sie eben in erster Linie in Diensten ihrer Gemeinde. Auch mit 75.

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