HOME

A380-Verwirbelung bringt Business-Jet fast zum Absturz

Ein deutscher Privatjet ist auf dem Weg von den Malediven nach Abu Dhabi in die Wirbelschleppe eines entgegenkommenden Airbus A380 geraten - mit heftigen Folgen: Die Maschine geriet ins Trudeln, verlor dramatisch an Höhe und musste notlanden.

Airbus A380 von Emirates

Eine Maschine vom Typ Airbus A380 von Emirates löste den Zwischenfall am 7. Januar 2017 aus.

Die neun Insassen eines in Deutschland zugelassenen Business-Jets vom Typ Challenger 604 sind knapp an einer Katastrophe entkommen. Wie jetzt bekannt wurde, flog das zweistrahlige Geschäftsreiseflugzeug des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier am Morgen des 7. Januar vom Flughafen Mahe nach Abu Dhabi. Während des Reiseflugs begegnete der zweistrahlige Jet einem entgegenkommenden Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates, der 300 Meter über dem Privatjet auf dem Weg von Dubai nach Sydney unterwegs war.

Nur wenige Minuten nach der Begegnung geriet der zweistrahlige Privatjet in heftige Turbulenzen, die durch die Wirbelschleppen des riesigen Flugzeuges ausgelöst waren. Die beiden Piloten verloren die Kontrolle über den zweistrahligen Jet mit der Folge, dass die Maschine mehrere Rollen ausführte und 3000 Meter tief absackte. Zudem fielen beide Triebwerke aus. Den Piloten gelang es, die Triebwerke später wieder zu starten und das Flugzeug abzufangen.

Heftige Turbulenzen durch A380

Der Zwischenfall soll sich nach Angaben der Website "Aviation Harald" 630 nautische Meilen südöstlich von Muskat, der Hauptstadt des Sultanats Oman, ereignet haben. Die beiden Piloten erklärten daraufhin den Notfall und baten um Landung in Muskat. Mehrere der Insassen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, eine Person sogar mit schweren Verletzungen.


Durch die extrem hohen G-Kräfte, die während des unkontrollierten Flugzustands in Folge der Wirbelschleppen des Airbus A380 auftraten, wurde der Privatjet so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Maschine abgeschrieben werden musste.

Es war nicht das erste Mal, dass es zu einem Zwischenfall dieser Art kam. Wie der "Aviation Herald" berichtet, gab es bereits sechs Zwischenfälle in Folge von Wirbelschleppen des A380, dem größten Passagierjet der Welt. Allein im deutschen Luftraum geriet am 14. Oktober 2011 in der Nähe von Frankfurt ein kleiner Airbus A320 von Air France Airways in die durch einen A380 von Emirates erzeugten Turbulenzen. Zwei Tage später waren mehrere Verletzte zu beklagen, als ein Airbus A320 von British Airways über Braunschweig durch die Wirbelschleppen einer A380 von Qantas durchgeschüttelt wurde.

Gefährliches Phänomen: Wirbelschleppen 

Die sogenannten Wirbelschleppen sind gegenläufige Luftverwirbelungen, die hinter Flugzeugen auftreten. Sie sind um so heftiger, je größer eine Maschine ist. Deshalb müssen Flugzeuge beim sowohl beim Start als auch in Reiseflughöhe einen Mindeststand einhalten.

Da im Falle der Begegnung der Challenger über dem Arabischen Meer im Januar ein deutscher Jet in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig Ermittlungen eingeleitet.

Durch den heftigen Zwischenfall sind inzwischen alle Flugsicherungsstellen weltweit angewiesen, bei der Separierung von Flugzeugen besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen von Wirbelschleppen der Maschinen vom Typ A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, zu legen.

täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools