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Paviane versetzen Touristen in Angst und Schrecken

Sie sind rüpelhaft und rücksichtslos: Bärenpaviane treiben im Südwesten Südafrikas ihr Unwesen und werden zum echten Sicherheitsproblem für Touristen. Wer sein Hab und Gut verteidigt, wird umgehauen. Eine Rangertruppe soll für eine friedliche WM-Zeit sorgen.

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Sie holen sich, was sie brauchen: Ein Bärenpavian öffnet eine Autotür© Gianluigi Guercia/AFP

Im Südwesten Südafrikas beherrschen sie das Straßenbild - Bärenpaviane zeigen auf ihrer Nahrungssuche die Zähne und drohen vor der Fußball-WM am Kap ein echtes Sicherheitsrisiko für Touristen zu werden. Die auch Tschakmas genannten Tiere haben alle Scheu vor Menschen abgelegt und fallen häufig über Häuser und Picknickplätze her. In einem Fall starb sogar ein alter Mann, der von Pavianen umgestoßen worden war. "Ihr Verhalten ist unerträglich. Sie wollen nicht töten, aber wenn wir sie gewähren lassen, sind Verletzungen während der Weltmeisterschaft sicher", sagt Primatenforscher Justin O'Rian von der Universität Kapstadt.

Den Forschern zufolge leben die Affen nach einer einfachen Logik: Ein geklautes halbes Toastbrot bringt genauso viel Energie, wie sonst auf einer ganztägigen Nahrungssuche zusammenkommt. Das schafft Freizeit für angenehmere Beschäftigungen wie Sozialkontakte oder Geschlechtsverkehr. "Sie sind äußerst intelligent", sagt Linden Rhoda, die eine Gruppe von 60 Experten leitet, die die Bärenpaviane überwachen, damit sie sich von menschlichen Lebensräumen möglichst fernhalten. "Ihre natürliche Furcht vor Menschen ist vergangen, deswegen haben wir hier auf der Halbinsel auch solche Probleme. Sie müssen wieder begreifen, dass die Menschen nicht ihre Freunde sind."

Fred nimmt sich, was er will

Dies müsste vor allem einer der Affen verstehen: Fred, ein riesiger Pavian, der schon drei Touristen gebissen hat und regelmäßig Panik bei den Besuchern des Kaps der Guten Hoffnung verbreitet. Dort ist die Landschaft mittlerweile mit Schildern gepflastert: "Die Paviane nicht füttern!" Darauf wartet Fred ohnehin nicht. "Sein Job ist es, Autotüren zu öffnen", erläutert Mark Duffell, dessen Gruppe sich einzig mit der Überwachung von Fred und seiner Horde befassen. "Meistens kommt er mit einer Tasche wieder. Und man sollte lieber nicht versuchen, die zurückzubekommen, bevor er sie nicht ganz durchgewühlt hat."

Auf Reisepässe, Geldscheine oder Handys können die Tiere bei ihrer Nahrungssuche keine Rücksicht nehmen - und für Touristen ist es ratsam, sich nicht zu verteidigen. Zwar greifen die Primaten Menschen nicht von sich aus an, setzen aber ihre scharfen Zähne ohne Zögern ein, wenn es darum geht, Nahrung zu ergattern, Junge zu verteidigen oder wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen.

Bengalische Feuer gegen die Tschakmas

Die Aufsichtstruppe von Mark Duffell besteht nur aus Männern - von Frauen sind Paviane nämlich völlig unbeeindruckt. Die Aufseher schreien und pfeifen, um die Affen zu vertreiben. In manchen Orten, so zum Beispiel in Simon's Town, ist die Plage so schlimm, dass die Tschakmas mit Peitschen und Bengalischem Feuer eingeschüchtert werden müssen.

Fünf Millionen Rand (500.000 Euro) hat Kapstadt im Vorfeld der WM schon ausgegeben, um die Affenplage im Zaum zu halten. Auch eine Telefonnummer wurde eingerichtet, über die Pavianattacken gemeldet werden können. Die Stadtverwaltung ist sich der Gefahr bewusst, möchte aber jegliche Panikmache vermeiden. "Es dürfte keine Störung für die Touristen geben", versichert Stadtsprecher Stephen Granger. "Bis jetzt haben sie jedenfalls das Kapstadter Fußballstadion noch nicht überfallen."

AFP
 
 
 
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