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Air Koryo - die schlechteste Fluglinie der Welt

Die Flugzeuge der nordkoreanischen Staatsairline gelten als museumsreif und haben fast alle Landeverbot in der EU und den USA. Nach mehreren Notlandungen darf Air Koryo nur noch mit Auflagen nach China fliegen.

Iljuschin Il-18 von Air Koryo

48 Jahre alt: eine Iljuschin Il-18 der nordkoreanischen Staatsfluglinie Air Koryo

Bei Ranging der britischen Verbraucherorganisation Skytrax, die jedes Jahr 180 Airlines bewertet, gibt es stets einen Verlierer: Als einzige Fluglinie wird Air Koryo immer wieder mit nur einem Stern "ausgezeichnet".

Air Koryos miserabler Ruf

Neben den beiden neueren russischen Tupolews 204 besteht die Flotte aus Flugdinosauriern, die noch aus Sowjetzeiten stammen: mehrere Jahrzehnte alte Antonows, Iljuschins vom Typ Il-18, Il-62 und Il-76 sowie Tupolews der Baureihen Tu-134 und Tu-154, die auch bei der DDR-Fluggesellschaft Interflug im Einsatz waren. Insgesamt beträgt das Durchschnittsalter aller Düsenmaschinen und Propellerflugzeuge 30 Jahre.

Flugschein und Bordkarte von Air Koryo

Kein elektronisches Ticket, sondern noch auf Papier: Flugschein und Bordkarte von Air Koryo

Grund für die katastrophale Bewertung ist unter anderem der schlechte Service an Bord. "Als Getränke gab es nur Tee, Kaffee, Bier und Fruchtsäfte“, schreibt User Jianghuai Wang aus  bei Skytrax. Auch äußert er Sicherheitsbedenken gegenüber der Airline mit dem roten Stern am Leitwerk, weil die Flugbegleiter nicht überprüfen, ob die Passagiere ihre Handys ausgeschaltet, die Sicherheitsgurte geschlossen und die Rückenlehnen senkrecht gestellt haben.

In letzter Zeit häufen sich die Zwischenfälle. Auf dem Weg von der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang nach Peking musste im Juli eine Tupolew von im chinesischen Shenyang notlanden, wie erst viele Wochen später bekannt wurde. Passagiere berichten von einer Rauchentwicklung in der Kabine. In einem Lautsprecher unterhalb des Gepäckfachs sei ein Feuer ausgebrochen.

Notausstiegsanleitung Tupolew Tu-154 von Air Koryo

Notausstiegsanleitung an Bord einer Tupolew Tu-154 von Air Koryo

Die chinesischen Behörden verlangten deshalb von Air Koryo eine Überprüfung ihrer Sicherheitsmaßnahmen, den Wartungsarbeiten und eine Verbesserung der Kommunikation mit den Fluglotsen. Daraufhin stellte die Fluggesellschaft ihren Betrieb ein – gleich für 18 Tage. Damit war Nordkorea vom internationalen Luftverkehr mehr als 14 Tage lang abgeschnitten.

Bereits am 11. September 2014 war eine der beiden neueren Tuplews 204 der Nordkoreaner ausgerechnet im Feindesgebiet notgelandet: auf dem Incheon International Airport der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Tupolew Tu-204 von Air Koryo

Ein extrem seltenes Foto: Eine Tupolew Tu-204 von Air Koryo aus Nordkorea musste 2014 auf dem modernen Flughafen von Seoul in Südkorea notlanden.

Nach Angaben der Fluggesellschaft werden im Ausland nur wenige Ziele wie Peking, Shanghai und Wladiwostok angesteuert. Wer also besuchen will, hat keine andere Wahl: Er muss ein Flugzeug von Air Koryo besteigen.


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