Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Hagel zerfetzt Airbus-Nase

Ein Passagierjet der brasilianischen TAM ist am Sonntag kurz nach dem Start in ein heftiges Unwetter geraten. Für die Passagiere begannen unter Hagelgeprassel und Blitzen 45 Minuten des Schreckens.

Es sollte ein dreistündiger Inlandsflug von Rio de Janeiro nach Fortaleza werden. Doch der Airbus A321 der brasilianischen Fluggesellschaft TAM kam am letzten Sonntag nicht weit. Kurz nach dem Start durchflog die Maschine ein Gewitter mit Blitzen und heftigen Turbulenzen. Aber das war noch nicht alles.

Durch einsetzenden Hagel prasselten auch große Hagelkörner auf den Airbus ein, sodass nicht nur das Sicherheitsglas der Cockpitscheiben unzählige Rissen bekam, sondern auch die Nase des Flugzeuges in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gleichzeitig hatten die Piloten mit einem plötzlich Druckabfall zu kämpfen, weshalb sie in einer niedrigen Flughöhe blieben.

Die Cockpitcrew handelte vermutlich nach der Regel: aviate, navigate, communicate. Sie konzentrierte sich zunächst auf das Fliegen und die Routenführung, um zum Ausgangsflughafen zurückkehren zu können. Erst nach 45 bangen Minuten wurden die Passagiere per Bordlautsprecher über den Zwischenfall informiert, wie die Webseite "O Povo" berichtet. Dank des Instrumentenflugs war trotz der stark eingeschränkten Sicht durch die Windschutzscheiben eine sichere Landung in Rio möglich. Auch die beiden Triebwerke des Airbus arbeiteten einwandfrei.

Heftige Schäden an der Frontpartie

Am Boden erst zeigte sich das ganze Ausmaß der Zerstörung an dem erste knapp zwei Monate alten Airbus: Die Cockpitfenster, die speziell aus mehreren Lagen von Verbundglas und Kunststoffschichten gefertigt sind, sahen aus wie nach dem Beschuss durch ein Maschinengewehr. Die Frontpartie, der sogenannte "radar dome", war nicht nur komplett eingedrückt, sondern diagonal auch von einem Riss durchzogen. Experten vermuten, dass die Kombination von Hagelschlag und Fahrtwind das Material aus Verbundwerkstoffen zum Bersten brachte.

Nach der Landung wurden die Piloten als Helden gefeiert. Doch in Internetforen melden sich auch kritische Stimmen zu Wort, die berichten, dass zu dem Zeitpunkt des Vorfalls alle anderen Maschinen die Gewitterzone weiträumig umflogen hätten. Denn nichts fürchten Piloten so sehr wie schwere Unwetter. Das Wetterradar kann zwar Wassermassen in der Luft anzeigen, nicht aber Hagelkörner.

tib
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools