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Veranstalter sagen Reisen bis Ende Februar ab

Das Auswärtige Amt hat für Ägypten eine Teilreisewarnung ausgesprochen und rät dringend auch von Reisen in die Touristengebiete am Roten Meer ab. Was Urlauber jetzt wissen müssen.

Von Till Bartels

Die Bundesregierung warnt erstmals vor Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez. Angesichts der Entwicklung in Ägypten wurden die Reisehinweise für Ägypten am Donnerstagabend abermals verschärft. "Deutschen Staatsangehörigen wird nachdrücklich geraten, die Ausgangssperre strikt zu beachten und möglichst auch außerhalb der Sperrzeiten, insbesondere am Freitag, dem 4. Februar, in sicheren Unterkünften zu bleiben." Weiter heißt es auf der Seite: "Von Reisen in die übrigen Landesteile einschließlich der Urlaubsgebiete am Roten Meer wird weiterhin dringend abgeraten." Das gelte, auch wenn dort die Lage derzeit ruhig sei. Für dringende Notfälle ist der Krisenstab des Auswärtigen Amtes unter +49 30 5000 3000 rund um die Uhr erreichbar.

stern.de-Extra: Alle Infos zur Ägypten-Krise

Bei den Hinweisen handelt es sich noch nicht um eine formale Reisewarnung, in deren Folge deutsche Staatsbürger in Sicherheit gebracht und ausgeflogen werden müssten, erläuterte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Vielmehr sei dies eine nochmalige "Anpassung der Reisehinweise". "Das kann man auch als Warnung bezeichnen", fügte sie hinzu.

Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Die meisten Reiseveranstalter haben bis Ende Februar alle Ägypten-Reisen abgesagt und richten sich auf immer längere Umbuchungsfristen ein. Stornierungen von Seiten der Kunden sind für einen bis dahin geplanten Urlaub nicht mehr nötig. Für einen späteren Zeitpunkt sind derzeit keine kostenfreien Stornierungen möglich.

Wer trägt die Kosten?

Bei Vertragskündigungen wegen "höherer Gewalt" fallen für Kunden zwar keine Stornogebühren an, andere Kosten aber schon. Dem Karlsruher Reiserechtler Alwin Kunkel zufolge müssen Kunden alle verlorenen Auslagen des Veranstalters wie etwa für Hotelreservierungen zur Hälfte tragen, weil auch der Reiseanbieter Opfer der "höheren Gewalt" wurde.

Welche Pflichten haben Reisende?

Werden Urlauber aus Krisengebieten vor dem geplanten Ende der Reise zurückgeholt, müssen sie Leistungen innerhalb eines Monats beim Veranstalter geltend machen, wenn diese bezahlt, aber nicht erbracht wurden. Sonst verfällt der Anspruch auf Rückzahlung. Dies gilt auch für Ausflüge oder Programme, die am Urlaubsort aus gestrichen wurden.

Kann ich auf Kulanz hoffen?

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) zeigen sich viele Reiseveranstalter kulant. Sie ermöglichen für die Zeit bis zum 28. Februar kostenlose Umbuchungen für ein anderes Ziel oder einen anderen Zeitraum. In der Regel werden dann die Kosten für die ursprünglich geplante Reise ohne Abzug auf die neue Reisebuchung angerechnet.

Wie lauten die Telefonnummern der Reiseveranstalter?

Der DRV bittet Urlauber mit Abreisen in den nächsten Tagen, sich direkt an das enstprechende Reisebüro oder den Reiseveranstalter zu wenden, bei dem die Ägypten-Reise gebucht wurde, um die aktuellen Reisebedingungen zu klären.
Tui: Tel. 0511 - 567 8000
Thomas Cook: Tel. 06171 - 65 65 190
Rewe-Gruppe/ITS: Tel. 02203 - 42 800
FTI: Tel. 0800 - 25 25 444
Alltours: Tel. 0203 - 36 36 360

Bieten Veranstalter Alternativen für Ägypten an?

Gäste mit Abflügen bis Ende Februar können ihren Urlaub bei den meisten Veranstaltern kostenlos umbuchen, auf die Kanaren ausweichen oder kostenlos stornieren. Da die Fluggesellschaften in den kommenden Wochen weniger Verbindungen nach Ägypten geplant haben, führen sie diese freien Flüge zu den Kanarischen Inseln durch.

Sind die Flughäfen noch geöffnet?

Laut Auswärtigem Amt verläuft der Flugverkehr zu den Badeorten wie Hurghada und Sharm el Sheik derzeit normal. Am Flughafen in Kairo warteten Hunderte Touristen auf zusätzliche Maschinen.

Gibt es Sonderflüge, um Deutsche aus Kairo auszufliegen?

Ja, das Auswärtige Amt hat um zusätzliche Flüge gebeten. Es soll auch weitere Evakuierungsflüge aus Deutschland geben.

Lufthansa bietet für alle Abflüge bis einschließlich Dienstag, 15. Februar, eine kostenlose Umbuchung für alle bis zum 28. Januar ausgestellten Tickets an. Das Callcenter ist unter Tel. 01805 - 805 805 zu erreichen. Fluggäste in Ägypten wenden sich für Umbuchungen an die Hotline +49 30 50 570 341.

Bei Air Berlin (Tel. 01805 - 737 800) können Reisende ihre Ägypten-Tickets für Reisetermine bis einschließlich 7. Februar kostenfrei auf einen anderen Kurz- oder Mittelstrecken-Flug umzubuchen. Flüge nach Kairo und Luxor können zudem kostenfrei storniert werden.

Auch der Ferienflieger Condor (Tel. 01805 - 767 757) bietet Fluggästen mit Abflügen nach Ägypten bis 28. Februar 2011 die Möglichkeit, ihren Flug kostenfrei auf einen späteren Termin bis 11. April 2011 umzubuchen oder zu stornieren.

Was passiert mit Urlaubern, wenn die Lage eskaliert?

Notfalls werden deutsche Urlauber schnell zurückgeholt: "Wir haben es ja in Tunesien gesehen, wie schnell wir da sofort reagiert haben", sagt der Sprecher des Deutschen Reiseverbandes. Innerhalb von zwei Tagen habe man Mitte Januar mit mehr als 30 Sonderflügen alle Kunden ausgeflogen. "Das würde genauso hier auch passieren, genauso wenn in England was passieren würde oder sonstwo."

Hilft eine Reiserücktrittsversicherung?

Nein, denn eine solche Versicherung deckt nur Risiken aus der Sphäre eines Reisenden ab. Dazu zählt etwa Krankheit, Tod eines Angehörigen oder der Verlust des Arbeitsplatzes.

mit DPA/Reuters/AFP/Reuters

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