35.000 Bewerber - und ein Brite trug den Sieg davon. Ben Southall hat den angeblich "besten Job der Welt" ergattert. stern.de sprach mit der deutschen Kandidatin Mirjam Novak, die knapp am gut bezahlten Inselleben im australischen Queensland vorbeischrammte.

Die deutsche Kandidatin Mirjam Novak (28) wirft sich in Meerjungfrauen-Pose© Torsten Blackwood/AFP
Als "bester Job in der Welt" wurde er angepriesen. Die weltweit begehrteste Stellenausschreibung war es definitiv. Die Tourismusbehörde Queensland suchte einen Inselwart. Sechs Monate soll der auf Hamilton Island im Great Barrier Reef leben, erhält 75.000 Euro, wohnt in einer Villa. Seine primäre Aufgabe: Werbung für den australischen Bundesstaat machen. 35.000 Video-Bewerbungen aus 200 Ländern erreichten das Fremdenverkehrsamt. 16 Kandidaten lebten in den vergangenen Tagen in der Inselwelt, mussten ihre Ranger-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Der Brite Ben Southall (34) gefiel den Australiern am besten. Die deutsche Kandidatin Mirjam Novak (28) aus Erlangen muss zurück nach Deutschland reisen und sich mit dem zweitbesten Job begnügen.
Tja, es hat nicht sein sollen.
Ich habe es nicht zu hoffen gewagt. Aber ich war wohl nah dran. Mir wurde gesagt, dass sich die Jury die Entscheidung nicht leicht gemacht hat.
Definitiv. Er war ein super Kandidat und wird bestimmt auch ein super Ranger sein.
Wir sind zwei ganz unterschiedliche Typen. Er ist ein paar Jahre älter als ich, hat daher mehr Erfahrung, hat als Eventmanager gearbeitet. Ben ist super sportlich, läuft Marathon in Afrika und solche Dinge. Er stand uns allen immer mit Rat und Tat zur Seite, ist aufgeweckt und hat sich von allen anderen abgehoben. Er war einfach sehr überzeugend.
Ich gönne es ihm einfach. Wir alle gönnen es ihm. Er passt einfach perfekt zu Queensland und die Art, wie sich der Bundesstaat präsentieren will.
Nach der Entscheidung sind Tränen geflossen. Aber nicht, weil einige traurig waren, nicht gewonnen zu haben, sondern weil wir uns jetzt wieder verabschieden müssen. Es war richtig klasse! Wir haben uns alle super verstanden. Es gab keinen Zickenkrieg oder dergleichen, wie man es aus Casting-Shows kennt.
Die Aufgaben an sich - schwimmen, schnorcheln, einen Blog schreiben - das war nicht schwierig. Einzig beim Einzelinterview hatten die Muttersprachler natürlich Vorteile. Aber daran lag es bei mir nicht.
Für sechs Monate auf jeden Fall. Die Menschen sind unheimlich nett und freundlich. Die Natur ist unbeschreiblich schön. Es ist Herbst und dennoch 25 bis 27 Grad warm. Auf Dauer eher nicht, denn meine Leidenschaft gehört der Schauspielerei.
Alle, die nicht gewonnen haben, keine sechs Monate am Great Barrier Reef verbringen werden und nicht 75.000 Euro bekommen, dürfen eine Woche in Australien reisen. Ich werde mit dem australischen Kandidaten James ins Outback fahren. Meer und weißen Strand habe ich ja nun gesehen. Jetzt geht es zu den roten Felsen. Anschließend werde ich noch bis Ende Mai in Australien unterwegs sein.
Die Schauspielerei, dabei bleibe ich. Mein Australien-Abenteuer könnte durchaus förderlich sein. Ich hatte in den vergangenen Wochen mehr Anfragen und Kontakte zu Castingagenten.
Interview: Swantje Dake