15. Februar 2013, 13:03 Uhr

Abenteuer auf der anderen Seite der Anden

Wo Salzseen gleißen und Berge regenbogenbunt schillern, entdecken nur wenige Besucher die ursprüngliche Szenerie um den Kolonialort Salta und die Humahuaca-Schlucht - sie steht auf der Welterbeliste. Von Mirco Lomoth

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Von Purmamarca (Foto) im äußersten Nordwesten Argentiniens, auf 2200 Meter Höhe in einem Seitental der Humahuaca-Schlucht gelegen, ist es nach Bolivien nicht weit, nur gut 200 Kilometer. Buenos Aires dagegen liegt schon fast in einer anderen Welt, 1600 Kilometer entfernt. Das Dorf aus Lehm thront in einem bombastischen Bühnenbild aus zerklüfteten, porösen Hügeln, die wie mit Aquarellfarben bepinselt sind: grün und ocker, auch weiß, aber vor allem ein maßloses Rot, das die Region wie offene Adern durchzieht, in ausgetrockneten Flussbetten oder, nach heftigen Regengüssen, mit reißenden Bächen.

Die Hügel von Purmamarca scheinen die Vielfalt der Landschaft in sich zu konzentrieren wie ein Schaubild ihrer geologischen Geschichte: Auf engstem Raum haben sich Sedimente aufgefaltet, koloriert von Metallen und Mineralien, am eindrucksvollsten wohl am Siebenfarbenhügel, an dessen Fuß das Dorf liegt und von dem es nun profitiert.

Seit die Humahuaca-Schlucht vor zehn Jahren zum Welterbe erklärt wurde, ist der vormals arme Weiler mit seinen bunten Hügeln eine Touristenattraktion. Auf dem Dorfplatz stapeln sich Ponchos und Decken aus Lama-Wolle. Viele der neuen Hotels im Tal verbinden traditionelle Naturmaterialien wie die Lehmziegel von Alfredo Cruz und Kaktusholz mit kolonialen Elementen und moderner Inneneinrichtung.

Das regionale Design, der gute Standard und die moderaten Preise der Hotels und Restaurants bringen immer mehr einheimische Gäste in diesen geschichtsträchtigen Teil des südamerikanischen Landes. Trotz des Aufschwungs aber bleibt Argentiniens Nordwesten für Ausländer ein bis heute kaum bekanntes Reiseziel.

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