Startseite

Kempinski setzt auf Luxus in Nordkorea

Die Luxuskette Kempinski wagt sich als erste westliche in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang. Dort will sie künftig das berüchtigte Ryugyong-Hotel betreiben - ein gewagtes Unterfangen.

Von Georg Fahrion und Ulf Brychcy

  Die 330 Meter hohe Bauruine in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang: Vermutlich soll 2013 das Hotel Ryugyong eröffnet werden.

Die 330 Meter hohe Bauruine in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang: Vermutlich soll 2013 das Hotel Ryugyong eröffnet werden.

  • Georg Fahrion

Geht man vom Spitznamen aus, steht das Geschäft unter schlechten Vorzeichen: "Hotel of Doom", Hotel der Verdammnis, nennen Spötter das 105-stöckige Ryugyong in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Doch nachdem die Pyramide zwei Jahrzehnte lang als Bauruine vom Scheitern der kommunistischen Wirtschaftspolitik kündete, hat das Hotel endlich einen willigen Betreiber gefunden: Ein Ableger der Luxushotelgruppe Kempinski verhandelt darüber derzeit mit dem Regime.

"Dieses pyramidenförmige Monsterhotel wird das gesamte Geschäft in der Stadt monopolisieren", sagte Kempinski-Chef Reto Wittwer am vergangenen Donnerstag in Seoul. "Ich habe mir gesagt: Wenn es je eine Möglichkeit gibt, müssen wir dieses Hotel bekommen. Falls sich Nordkorea öffnet, wird das eine Gelddruckmaschine", zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg den 64-jährigen Schweizer. Er will die Gäste in 150 der ursprünglich geplanten 1500 Zimmer in den höchsten Etagen des Hochhauses einquartieren. Shops, Restaurants und ein Ballsaal sollen dazukommen.

Touristen als Devisenquelle

Mit dem Engagement in Pjöngjang geht Wittwer eine riskante Wette ein. Zwar inszeniert sich der junge nordkoreanische Diktator Kim Jong-un als moderner Führer. Seit Monaten wabern Gerüchte durch die Szene der Nordkorea-Kenner, Wirtschaftsreformen stünden kurz bevor. Doch konkrete Belege dafür gibt es kaum - eine Öffnung des Landes lässt auf sich warten.

Das betrifft auch die Hotelbranche. Zu Touristen hat Nordkorea ein gespaltenes Verhältnis: Zwar will das chronisch klamme Regime deren Dollars abgreifen. Andererseits beargwöhnt es westliche Ausländer und lässt sie von Aufpassern überwachen. Wie viele internationale Besucher pro Jahr nach Nordkorea reisen, ist nicht bekannt, denn das Land veröffentlicht keine Statistiken. Die Zahl dürfte aber bestenfalls im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen. Zum Vergleich: Südkorea verzeichnete 2011 laut der Welttourismusorganisation knapp zehn Millionen ausländische Touristen.

Joint Venture mit der Beijing Tourism Group

Kempinski gilt als expansionsfreudig in Regionen, die noch nicht im Fokus der Nobelhotellerie liegen. Schon vor 20 Jahren war der Hotelbetreiber einer der ersten, die in Russland und dann in China aktiv wurden. Und jetzt, eine Einigung vorausgesetzt, auch in Nordkorea. "Dort sehen wir große Möglichkeiten auch für ein Luxushotel", sagte eine Kempinski-Sprecherin. Kommt der Deal zustande, wird ein Joint Venture mit der Beijing Tourism Group, an dem Kempinski mit 50 Prozent beteiligt ist, das Ryugyong betreiben. Die ersten Gäste sollen im Sommer 2013 einchecken. Für den Betrieb kassiert das Unternehmen eine Managementgebühr. Dieses Modell gilt für fast alle der weltweit 74 Kempinski-Häuser, wie etwa das Berliner Kempinski und das Atlantic in Hamburg.

Die drei großen Herbergen in Pjöngjang, wo internationale Gäste zumeist unterkommen - das Koryo, das Yanggakdo und das Potonggang -, werden vom Staat betrieben. Sie bieten zwar passablen Komfort, entsprechen aber nicht internationalen Spitzenstandards. Kempinski wäre der erste westliche Hotelkonzern, der in Nordkorea aktiv wird - und dürfte somit künftig einen Gutteil der ausländischen Kundschaft anziehen.

Die Kempinski-Gruppe, die von Genf aus gemanagt wird, gilt als profitabel. Geschäftszahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. "Wir sind in privater Hand", begründete die Sprecherin. Die Kette gehört seit 2004 zu gut 95 Prozent dem thailändischen Königshaus. Wittwer berichtet dem Crown Property Bureau in Bangkok, der Vermögensverwaltung der Königsfamilie, über die Geschäftsentwicklung.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ein König Anteil hat am Schicksal eines Gebäudes, das der Stolz der Kommunisten werden sollte. 1987 begannen die Bauarbeiten an der Pyramide, doch 1993 mussten sie wegen Ressourcenmangels eingestellt werden. Erst 2008 begann der ägyptische Konzern Orascom mit der Fertigstellung - als Teil eines Deals mit dem Regime, das Orascom im Gegenzug erlaubte, ein Mobilfunknetz aufzubauen. Wittwer zufolge haben die Ägypter bereits 180 Mio. Dollar in die Fassade investiert. Weitere Investitionen seien notwendig, um das Niveau eines Luxushotels zu erreichen, so die Kempinski-Sprecherin. Ob die künftige Nobelherberge den Namen Kempinski tragen wird, ist noch ist offen.

FTD

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools