11. Januar 2013, 09:28 Uhr

US-Luftfahrtbehörde nimmt Dreamliner aufs Korn

Nach drei Pannen in drei Tagen beim Boeing Dreamliner kündigt die US-Luftfahrtbehörde FAA jetzt Untersuchungen an. Laut einem Zeitungsbericht werden die Ermittlungen noch am Freitag aufgenommen.

Dreamliner, Boeing 787, Japan, Boston, Feuer, Brand

Tankleck, Fehler in der Elektronik, defekte Bremsen - jetzt nimmt die FAA, die US-Luftfahrtbehörde, Ermittlungen auf.©

Die Pannenserie beim neuen Boeing-Flugzeug Dreamliner ruft die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan. Die Federal Aviation Administration (FAA) werde noch am Freitag die Presse über Fragen rund um die jüngsten Elektronikprobleme beim neuen Flugzeugmodell des US-Konzerns informieren, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die FAA werde eine Untersuchung der Stromversorgungssysteme des Dreamliners ankündigen, berichtete der Informationsdienst Bloomberg. Die Behörde lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Die Pressekonferenz ist für 16.30 Uhr (MEZ) geplant. Zuletzt hatten sich Zwischenfälle bei dem laut Listenpreis gut 200 Millionen Dollar teuren Flugzeug des EADS -Rivalen gehäuft.

Von Montag bis Mittwoch wurden täglich Probleme beim Modell 787 bekannt, die von Schwierigkeiten mit den Bremsen bis hin zu einem Brand an Bord eines leeren Flugzeugs reichten. Am Donnerstag verteidigte der Boeing-Chefingenieur öffentlich das Prestigeobjekt des Konzerns gegen Kritik und betonte, das Flugzeug sei absolut sicher. Am Freitag meldete die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways einen Riss im Cockpit-Fenster eines Dreamliners, der während eines Inlandsfluges aufgetreten war. Die Maschine aus Tokio landete sicher auf ihrem Zielflughafen im Westen des Landes, der Rückflug wurde annulliert.

Falsch montierte Kupplungsstücke

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte im Dezember vor möglicherweise undichten Treibstoffleitungen beim "Dreamliner" gewarnt und angeordnet, dass die bislang ausgelieferten Maschinen auf falsch montierte Kupplungsstücke hin überprüft werden.

Auch das Feuer hatte sich auf dem Flughafen von Boston abgespielt bei einer Maschine, die aus Tokio gekommen war. Die Passagiere waren bereits ausgestiegen, als eine Reinigungsmannschaft Rauch in der Kabine bemerkte. Die Flughafen-Feuerwehr rückte an. Als Brandherd wird die Batterie einer Hilfsturbine im Bauch des Fliegers vermutet. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB hat mittlerweile drei Ermittler entsandt, wie sie erklärte.

ins/AFP/Reuters
 
 
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