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Tausende Passagiere stranden an US-Flughäfen

Diese kapitale Panne kommt für American Airlines zur Unzeit: Eine Computerpanne bescherte tausenden Passagieren eine harte Geduldsprobe. Und das, wo die insolvente Fluggesellschaft den Neustart plant.

  Lange Schlagen vor den American Airlines-Schaltern: Wie hier in Miami ging bei Airline gestern so gut wie nichts.

Lange Schlagen vor den American Airlines-Schaltern: Wie hier in Miami ging bei Airline gestern so gut wie nichts.

Ein Computerfehler hat Tausende Passagiere von American Airlines an US-Flughäfen stranden lassen. Das Buchungssystem war am Dienstag (Ortszeit) ausgefallen und über Stunden konnten dadurch keine Maschinen abgefertigt werden. Am Nachmittag lief das System endlich wieder, aber bis in den Abend hinein gab es Verspätungen und Ausfälle. Erst an diesem Mittwoch werde der Flugbetrieb wieder einigermaßen normal laufen, teilte American Airlines mit.

Die Panne kommt zur denkbar schlechtesten Zeit für die Fluggesellschaft. Sie ist insolvent und arbeitet momentan an einem Neustart. Dazu schließt sie sich mit dem kleineren Wettbewerber US Airways zusammen. Es entsteht die größte Fluglinie der Welt. In Fernsehspots wird seit Wochen für die "neue American Airlines" geworben. Die Jets bekommen einen neuen Anstrich mit neuem Logo.

Airline nimmt Kritik an Reservierungssystem zurück

Bis um 18 Uhr Ortszeit am Dienstag zählte die Fluginfo-Website FlightStats mehr als 700 ausgefallene Flüge und annähernd 1000 Verspätungen bei American Airlines und der Regionaltochter American Eagle. Auch am Mittwoch werde es noch zu vereinzelten Flugausfällen kommen, teilte die Gesellschaft über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Sie bot Passagieren kostenlose Umbuchungen oder Rückerstattungen an. An normalen Tagen wickelt die drittgrößte US-Fluggesellschaft 3400 Flüge ab.

Zu den Gründen für den Computerfehler äußerte sich American Airlines nicht näher. Zunächst hatte die Gesellschaft das branchenweit verwendete Reservierungssystem Sabre verantwortlich gemacht, sich später aber für diese Aussage entschuldigt. Es gebe auch keinen Zusammenhang mit den tragischen Ereignissen in Boston, erklärte American Airlines in einer Mitteilung. Nach dem Bombenanschlag mit drei Toten waren die Sicherheitsvorkehrungen in den USA erhöht worden.

Pannen mit Buchungssystemen behindern immer wieder den Flugverkehr in den USA. Zuletzt war es vor allem der Rivale United Airlines, der damit negative Schlagzeilen machte. United ist momentan die größte Fluggesellschaft der Welt, würde aber von American Airlines und US Airways überholt. Erst am Montag hatte American Airlines einen detaillierten Plan vorgelegt, wie sich das Unternehmen den Neustart aus der Insolvenz vorstellt. Die Gläubiger von American Airlines werden 72 Prozent an der gemeinsamen Gesellschaft halten.

dho/DPA/DPA

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