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Piloten warnen vor Fake-Airport

Seit Jahren soll die mexikanische Hauptstadt einen neuen Flughafen erhalten. Jetzt wurde die mögliche Piste auf ein Stück Land aufgemalt. Die realistische Darstellung stellt für Piloten eine große Verwechslungsgefahr dar.

Zum Verwechseln ähnlich: Eine der Pisten des geplanten Flughafens von Mexico City.

Zum Verwechseln ähnlich: Eine der Pisten des geplanten Flughafens von Mexico City.

Mit seinen zwei Start- und Landebahnen und mehr als 40 Millionen Passagieren pro Jahr hat der Aeropuerto Internacional de la Ciudad de México, so der offizielle Name, bald seine Kapazitätsgrenze erreicht. Das Problem: Das Flughafengelände liegt auf einem von Wohnquartieren begrenztem Areal und kann nicht weiter wachsen. Deshalb wurden schon mehrere Anläufe genommen, einen neuen Flughafen zu errichten.

Der jüngste Plan des britischen Architekturbüros und Partner sieht einen Airport mit einer Kapazität von 120 Millionen Passagieren vor. Im Rahmen der Vermessungsarbeiten des zukünftigen Geländes wurde die Hauptpiste nicht nur abgesteckt, sondern auch farbig auf die Oberfläche eines ausgetrockneten Sees aufgemalt. Dieser Fake-Airport befindet sich nur 16 Kilometer nordöstlich des bereits existierenden Flughafens und wirkt durch die Markierungen auf der Piste täuschend echt.

Vorsicht: falscher Flughafen

Wie der "Aviation Herald" berichtet, kursieren in Piloten-Foren Satellitenfotos und Warnungen, denn auf den Abbildungen fehlt das für einen gesperrten Flughafen international gebräuchliche Zeichen: ein überdimensionales X am Anfang und Ende der Piste.

In der zivilen Luftfahrt kommt es trotz der hohen Sicherheitsstandards immer wieder zu Verwechslungen von Pisten. So sind in den Vereinigten Staaten mehrere Fälle bekannt geworden, wo Jets von Delta Air Lines und Southwest nicht auf Verkehrsflughäfen, sondern auf Pisten von nahe gelegenen Luftwaffenstützpunkten landeten.

Beim Flughafen von kommt der Faktor hinzu, dass es sich um einen in 2200 Metern Höhe über dem Meeresspiegel gelegenen Airport mit oft schlechten Sichtverhältnissen handelt. Verkehrspiloten benötigen ein spezielles Training, um hier starten und landen zu dürfen.

Im Internet wird das riesige Flughafengemälde auch mit Humor genommen. So kommentiert ein deutscher User in Anspielung auf den neuen Hauptstadt- und Pannenflughafen BER: "Wir Deutschen haben unseren Airport in Berlin in 3-D gezeichnet."

tib

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