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Bambushütten im Bauhausstil

Mit Kambodscha verbinden Touristen nur die Tempelanlage Angkor Wat. Kaum einer kennt Khan Kep im Süden, in den 50er Jahren ein St. Tropez an Meer.

Von Jan-Philipp Sendker

Khan Kep

Schöne Aussicht: der Blick aufs Meer bei Sonnenuntergang in Kep

Sam Art deckt voller Konzentration einen Tisch für das Abendessen ein. Sorgfältig legt er Messer und Gabeln neben die Teller, stellt die verschiedenen Wasser- und Weingläser hin, überlegt kurz, auf welche Seiten die Servietten und das kleine Tellerchen für das Brot kommen. Der lange Holztisch steht direkt am Strand des Knai Bang Chatt Resorts an der Küste Kambodschas.

Der Tag neigt sich dem Ende. Die Sonne liegt als rote Kugel tief über dem Meer. Ein paar kleine Fischerboote ziehen in der Dämmerung gemächlich ihre Kreise. Am Strand suchen Jugendliche nach Krebsen und Krabben. Sam Art hat keine Augen für die Schönheit, die ihn umgibt. Er wartet unsicher, bis die Oberkellnerin kommt, einen Blick auf den gedeckten Tisch wirft und zustimmend nickt. Ein erleichtertes Lächeln fliegt über das Gesicht des 18-Jährigen.

Bis vor kurzem wusste er nicht, was eine Kaffeetasse oder ein Fischmesser ist, wie man eine Weinflasche entkorkt oder Getränke nachschenkt. Er wuchs als Sohn von Bauern in Chamcar Bei, einem nahe gelegenen Dorf auf, war einer der besten Schüler und träumte davon, in der Hauptstadt Phnom Penh zu studieren. Eine Illusion für einen mittellosen Jugendlichen wie ihn. Stattdessen musste er mit den Eltern auf dem Feld arbeiten. Bis das Hotel Knai Bang Chatt ihm vor einigen Monaten anbot ihn und ein halbes Dutzend anderer Jugendlicher als Kellner auszubilden.

Das Hotel hat mit dem Dorf zusammen einen ehrgeizigen, auf fünf Jahre angelegten Entwicklungshilfeplan erarbeitet. Die Ausbildung von Jugendlichen stand ganz oben auf der Liste. "Kambodscha ist noch immer eines der ärmsten Länder der Welt", sagt Jef Moons, einer der Besitzer des Knai Bang Chatts. "Als Hotel wollen wir kein Fremdkörper sein, sondern ein Teil der Gemeinschaft und helfen, die zu entwickeln."

Über Jahrzehnte im Dornröschenschlaf

Die ungewöhnliche Geschichte des Resorts beginnt 2002. Die beiden Belgier Jef Moons und Boris Vervoordt machen Urlaub in Kambodscha. Die beiden Freunde sind zum ersten Mal in dem Land, besuchen wie alle Touristen die Hauptstadt und die Tempelanlagen in Angkor Wat. Weil sie noch ein paar Tage Zeit haben, mieten sie sich Motorräder und fahren nach Sihanoukville, einem Badeort am Meer. Von dort geht es aus lauter Neugierde weiter an der Küste Richtung Vietnam. Sie kämpfen sich von Siedlung zu Siedlung über kaum passierbare Wege, die eher an ausgetrocknete Flussbetten als an Straßen erinnern.

Kep hat eine ganz besondere Magie. Wir haben uns sofort in den Ort verliebt.

Nach mehreren Stunden erreichen sie ein Dorf und trauen ihren Augen nicht. Statt der üblichen Bambushütten stehen dort Villen und Bungalows, viele davon im Bauhausstil, aus Stein. Oder genauer: Ihre Ruinen. Es sind die Überreste einer untergegangenen Zeit. Der Ort Kep war in den 50er und 60er Jahren eine Art St. Tropez Kambodschas. Hier hatte die wohlhabende Elite des Landes ihre Sommerresidenzen. Die Franzosen nannten es "Kep-sur-mer". Der Bürgerkrieg und die Khmer Rouge machten dem luxuriösen Leben ein Ende.

"Kep hat eine ganz besondere Magie", sagt Jef Moons. "Wir haben uns sofort in den Ort verliebt." Sie entdeckten drei verfallene Bungalows, direkt am Meer gelegen, und kauften sie noch am selben Tag. Als Anzahlung dienten die letzten 500 US-Dollar aus ihrer Reisekasse. Sie bauten ein viertes Haus dazu und haben in jahrelanger Arbeit aus der Anlage eine Oase geschaffen, wie es sie in Kambodscha nicht oft gibt. Lediglich elf Zimmer bieten sie an, wo Raum für 50 wäre. Vereinzelte Liegestühle stehen auf dem Areal verstreut, in einer Art Himmelbett liegt eine Familie liest und schaut aufs Meer. In einer Hängematte schaukeln zwei Kinder. Die Ruhe und der Platz, sind der größte Luxus des Resorts.

Aber der ehemalige Schweinezüchter Moons und der Antiquitätenhändler und Innenarchitekt Vervoordt wollten eben nicht einfach ein weiteres Fünf-Sterne-Luxusresort bauen. Sie hatten die Armut im Land gesehen und nicht vergessen. Sie gründeten die Hilfsorganisation "Hand in Hand Cambodia", die sich in Chamcar Bei auf vielfältige Weise engagiert. Drei Prozent des Hotelumsatzes gehen direkt in die Hilfsprojekte, knapp eine Million US-Dollar will man in den kommenden Jahren sammeln.

Für Sam Art sind die fremden Gäste mit den merkwürdigen Tischsitten und Essgewohnheiten ein Segen. In spätestens einem Jahr hat er genug Geld gespart und wird mithilfe des Hotels weiter in die Hauptstadt ziehen und dort mit einem Marketingstudium beginnen.

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