Startseite

Stern Logo Ratgeber Asien-Reisen

Im Zeichen des Fortschritts

Touristen reisen in Kambodscha meist zur uralten Tempelanlage von Ankor What. Unseren Autor interessiert die Gegenwart Hauptstadt Phnom Penh.

Von Jan-Philipp Sendker

  Kambodscha ist ein junges Land: Kinder gehören zum Straßenbild

Kambodscha ist ein junges Land: Kinder gehören zum Straßenbild

Die Luft ist warm und feucht, die Straßen sind voller Menschen. Mopeds und Tuc-Tucs fahren in einem nicht enden wollenden Strom gemächlich die Hauptstraße, den Sisowath Quay, auf und ab. Am Wegesrand hocken Frauen und verkaufen Blumen, Obst, Gemüse und frisch gebackenes Baguette. Liebespaare schlendern die Uferpromenade entlang. Auf dem Fluss Tonle Sap treiben Dutzende von kleinen Fähren und Fischerbooten, in der Ferne fließt träge der Mekong vorbei. In der Abenddämmerung wirkt Phnom Penh wie eine ganz normale südostasiatische Stadt.

Die Straßencafes, Bars und Restaurants sind um diese Zeit voller Touristen. Kinder ziehen von Haus zu Haus und verkaufen ihnen Postkarten, Kaugummis oder Raubkopien von Reiseführern. Und plötzlich robbt ein Bettler heran. Er bittet um ein Almosen. Er kann nicht laufen, nur mühsam kriechen. Ihm fehlen die Beine. Ihm fehlen die Hände. Eine Landmine war Schuld, sagt er. Ein falscher Schritt am falschen Ort; zehn Jahre nach Kriegsende. Eine von unzähligen Minen, die noch auf Feldern und im Dschungel herum liegen.

In solchen Momenten ist Phnom Penh wieder die Hauptstadt eines Landes, in dem fast 30 Jahre ein fürchterlicher Bürgerkrieg tobte. Eine Stadt, die mit ihrer Vergangenheit ringt und um fast jeden Preis nach vorne schauen will. In der die Spuren des Krieges nicht zu übersehen sind, obgleich die Mehrzahl ihrer zwei Millionen Bewohner noch gar nicht geboren war, als die Roten Khmer im April 1975 die Stadt eroberten und das Grauen begann. Es ist ein Ort, der von der Widerstandsfähigkeit des Menschen erzählt. Eine Stadt auf der Suche nach sich selbst. Und es ist gerade die daraus entstehende Spannung, die einen Besuch in Phnom Penh interessant macht.

Versteckte Sehenswürdigkeiten

Die Zeichen des Fortschritts sind bereits bei der Ankunft nicht zu übersehen. Die Besucher empfängt ein neues, modernes Flughafengebäude. Der Weg in die Stadt führt an vielen Baustellen und mehreren gerade fertig gestellten Neubausiedlungen vorbei. Schicke Reihenhäuser, umgeben von hohen Stacheldrahtzäunen, geschützt von bewaffnetem Sicherheitspersonal. Siedlungen für die Neureichen und eine kleine, langsam wachsende Mittelschicht. Im Zentrum stehen prachtvoll renovierte Villen im Kolonialstil und die Rohbauten der ersten Hochhäuser.

Touristenattraktionen im klassischen Sinne gibt es nur wenige. Der Königspalast mit seiner filigranen Architektur, der Silberpagode und dem Thronsaal ist beeindruckend. Das Nationalmuseum mit seinen Schätzen von den Tempeln in Angkor Wat ebenfalls. Weitere Sehenswürdigkeiten? Keine. Und trotzdem gibt es in Phnom Penh vieles, was würdig ist gesehen und besucht zu werden. Der "Russian Market" zum Beispiel. Ein typischer asiatischer Markt, auf dem von Seidenstoffen und gefälschten Marken-T-Shirts bis zu Mangos und Hühnerbeinen alles verkauft wird. In einer großen Garküche in der Hallenmitte dampft und brodelt es, in einer schmalen Allee liegen Dutzende kleiner Frisörläden, in den sich junge Kambodschanerinnen die Haare färben oder die Fingernägel in schrillen Farben lackieren lassen. Ihr helles Lachen, ihre lauten und fröhlichen Stimmen schallen über den halben Markt.

Oder die Seitenstraßen des Sisowath Quay. In ihnen herrscht ein ähnlich buntes, ausgelassenes Treiben. Geschäfte haben bis spät in die Nacht geöffnet. Restaurant und Cafés reihen sich aneinander, es riecht nach gegrilltem Fleisch, nach gebratenem Knoblauch und Koriander. An einer langen Tafel sitzt eine Familie auf dem Bürgersteig und isst. Daneben schläft ein alter Mann auf einer Liege, im Arm hält er seinen Enkel. Es sind diese friedlichen Markt- und Alltagszenen, die den wahren Fortschritt in der Stadt dokumentieren.

Erst Schule, dann Folterkammer

Eine Ahnung davon, welch einen weiten Weg Phnom Penh in den vergangenen Jahren zurückgelegt hat, bekommt der Besucher in der Gedenkstätte Tuol Sleng. Die frühere Schule diente den Roten Khmer als Lager für politische Gefangene. Rund 16.000 Menschen waren hier inhaftiert, weniger als zwei Dutzend überlebten. Bevor die Opfer zu Tode gefoltert oder erschlagen wurden, hat man sie noch sorgfältig fotografiert. Heute hängen Dutzende dieser Porträts an den Wänden der ehemaligen Klassenräume. Jugendliche und alte Männer, Großmütter und junge Frauen mit Kindern im Arm.

Sie alle starren den Betrachter mit großen, von fürchterlicher Todesangst erfüllten Augen an. In anderen Zimmern gibt es Fotos von Phnom Penh aus der Zeit der Pol-Pot-Herrschaft zu sehen. Es sind Bilder einer Geisterstadt: verwüstete Boulevards, verkohlte Autowracks, zerstörte Häuser ohne Menschen. Wer nach einem Besuch von Tuol Sleng auf die Straße tritt, sieht die Stadt mit anderen Augen. Er weiß, welch kostbares Gut Normalität sein kann.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools