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Der beste Weg nach Down Under

Der Weg nach Australien ist mit mindestens 20 Stunden Flugzeit besonders lang. Reisende legen deshalb unterwegs gerne einen Stopover ein. stern.de gibt Tipps für den langen Trip. Von Till Bartels

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Am Sydney International Airport: Die Fluglinie Qantas fliegt in Europa nur noch von London via Dubai nach Australien und ist eine enge Partnerschaft mit Emirates eingegangen.©

Keine Airline fliegt aus Europa nonstop nach Australien. Zu groß sind die Entfernungen selbst für moderne Ultra-Langstreckenflugzeuge. Mindestens eine Zwischenlandung ist auf der langen Reise zum anderen Ende der Welt erforderlich, sei es in einer asiatischen Metropole oder in Dubai. Wer genügend Zeit hat, plant für die Anreise nach Down Under einen Zwischenaufenthalt ein. So lassen sich auch die Zeitunterschiede zwischen acht und zehn Stunden und der damit verbundene Jetlag besser verkraften.

Die günstigsten Reisemonate

Sonderangebote unter 1000 Euro für den Hin- und Rückflug nach Sydney sind keine Seltenheit. "Flug-Schnäppchen sind allerdings nur im April und Mai drin, kurz vor Beginn des Winters in Australien", sagt Thorsten Hardtmann vom Flugbuchungsportal flugladen.de. Dagegen gehören die Wochen im August, Oktober und insbesondere im Dezember zu den teuersten Reisemonaten nach Australien.

Die günstigen Preise diktieren inzwischen die Airlines am Golf, die untereinander in einem starken Wettbewerb stehen. Qatar Airways mit ihrer Drehscheibe in Doha fliegen nach Australien. Die erst 2003 gegründete Etihad Airways steuern via Abu Dhabi die Ziele Sydney, Melbourne und Brisbane regelmäßig an. In Zusammenarbeit mit Reisebüros bieten einige Airlines auch Tickets mit "open return" an - der Rückflug kann umgebucht werden. Das ist besonders für junge Leute aktraktiv, die mit dem Work and Travel Programm bis zu einem Jahr in Australien bleiben.

Partnerschaft von Qantas und Emirates

Aus Deutschland fliegt Qantas nicht mehr nach Australien. Die australische Fluglinie mit dem weißen Känguru am roten Leitwerk schloss eine enge Partnerschaft mit Emirates. Beide Airlines haben ihre Flugpläne und Preise aufeinander abgestimmt und bieten tägliche Flüge via Dubai nach Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide und Perth an. Nur ab London gibt es weiterhin eine tägliche Qantas-Verbindung nach Melbourne und Sydney mit Zwischenstopp in Dubai. Dabei kommt der Airbus A380 zum Einsatz.

Bei vielen Flugverbindungen nach Australien verbringt man zwei Nächte hintereinander im Flugzeug: Nach dem abendlichen Abflug in Deutschland erreicht man nach einen Zwischenhalt - sei es in Dubai oder über einen anderen Flughafen in Asien - am frühen Morgen des übernächsten Tages das Ziel in Down Under, denn die Zeitverschiebung kann bis zu zehn Stunden betragen.

Über die Drehscheiben am Golf

Ende der 40er Jahre waren auf der klassischen "Känguru-Route" von London nach Sydney noch ein halbes Dutzend Zwischenlandungen zum Auftanken erforderlich. Aber nicht nur auf dieser Strecke haben die Fluggesellschaften aus den Golfstaaten inzwischen einen hohen Marktanteil erreicht. Auch ab Deutschland, Österreich und der Schweiz befördern sie über ihre Drehkreuze in der Wüste täglich Hunderte von Passagieren nach Australien. Allen voran Emirates Airlines, die ab Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg über Dubai nach Sydney, Melbourne, Perth und Brisbane fliegen.

Zu den Vorteilen gehört neben einem dichten Flugplan auch eine junge Flotte mit einem umfangreichen Unterhaltungsprogramm an Bord, das die gefühlte Reisezeit verkürzen soll. Wer ab München startet, kann bereits in den Genuss des A380 kommen.

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Interaktives Display im Airbus A380 von Thai Airways: Noch einmal ungefähr neun Stunden dauert der Flug von Bangkok nach Melbourne, Sydney oder Brisbane.©

Konkurrenz belebt das Geschäft

Bei den Airlines aus den Golfstaaten muss man darauf achten, dass möglichst zwei tägliche Flüge von einem deutschen Flughafen angeboten werden. Sonst kann ein mehrstündiger Zwischenaufenthalt beim Hin- oder Rückflug in den Emiraten erforderlich sein. Ein genaues Studium der Umsteigezeiten auf den Airline-Webseiten bewahrt einen vor Überraschungen.

Einen Nachteil allerdings haben die Verbindungen über die Golfstaaten: Bei einem Abflug am Spätnachmittag in Deutschland erreicht man die Flughäfen auf der Arabischen Halbinsel zu einem Zeitpunkt, wenn der Körper eigentlich schlafen möchte. Statt schlummern heißt es raus aus dem Flieger und rein in Duty-free-Shops. Doch man kann aus der Not auch eine Tugend machen, indem man ein Stopover-Programm bucht und für mindestens eine Nacht in einem Hotel absteigt. Die Golf-Fluglinien bieten dazu günstige Übernachtungsraten an.

Anderer Flugrhythmus via Asien

Wer von Frankfurt nonstop mit Thai Airways im doppelstöckigen Airbus A380 nach Bangkok fliegt, hat einen bis zu zwölfstündigen Nachtflug bis nach Asien vor sich und kann dort entweder umsteigen oder einen Zwischenaufenthalt einplanen. Auch andere asiatische Fluglinien wie Singapore Airlines oder Cathay Pacific via Hongkong werben mit günstigen Stopover-Programmen.

Der andere Weg in Westrichtung ist weniger populär. Denn wer über Los Angeles oder San Francisco reist, muss dort das Prozedere der US-Einwanderungsbehörde über sich ergehen lassen. Ein kurzer Transitaufenthalt ist an einem US-Airport nicht möglich. Allenfalls Flüge mit Air Canada, die von Vancouver aus Sydney ansteuern, sind eine Überlegung wert.

Round the World

Die Anreise über Nordamerika kommt in Verbindung mit einem Um-die-Welt-Flug infrage. Denn der 17.000 Kilometer lange Weg nach Australien lässt sich inklusive Rückflug in nur die westliche Himmelsrichtung zurücklegen. Bei der Planung entscheidet man sich für eine der drei großen Luftfahrt-Allianzen wie One World, Sky Team oder Star Alliance, in der sich mehrere Airlines zusammengeschlossen haben. Die Preise der Round-the-World-Tarife sind neben der Reisezeit von der Anzahl der Stopps abhängig und beginnen bei 1800 Euro.

Wer mit einem solchen Ticket in umkehrter Richtung über Asien nach Australien und weiter über Nord- oder Südamerika zurück nach Europa reist, sammelt nicht nur besonders viele Meilen, sondern belohnt sich mit einem zusätzlichen Zeitpolster. Wie Phileas Fogg, der Held in Jules Vernes Roman "Reise um die Erde in 80 Tagen", gewinnt man durch die Überschreitung der Datumsgrenze in Ost-West-Richtung einen ganzen Urlaubstag.

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