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Schnupperkurs mit Tiger

Auch wenn man den Tiger nicht gleich sieht, Großkatzen kann man riechen. Bei einer Pirsch durch den Kanha-Nationalpark in Indien weisen Kratzspuren und Duftmarken den Weg zum König des Dschungels.

Von Heike Weichler

Kanha-Nationalpark in Madhya Pradesh: Tigermania in Indien
  Wenn die gestreiften Großkatzen gesichtet werden, sammeln sich schnell mehrere Pirschwagen an den Beobachtungsstellen des Nationlparks.

Wenn die gestreiften Großkatzen gesichtet werden, sammeln sich schnell mehrere Pirschwagen an den Beobachtungsstellen des Nationlparks.

Um sich auf Reisen um 5.30 Uhr freiwillig wecken zu lassen, braucht man einen besonderen Grund. In Indien gibt es dafür einen ganz besonderen: Man will Tiger sehen. Denn die sind am liebsten in der Morgendämmerung aktiv. So rappeln wir uns im Dunkeln auf, als der Butler an die Tür der luxuriösen Zelt-Suite im Banjaar Tola Kanha Tented Camp klopft und nehmen Kaffee und Croissants dankbar entgegen. Zum Munterwerden hilft ein steigender Blutzuckerspiegel ungemein. Genau wie die frische Temperatur.

Die Quecksilbersäule scheint bei 6 Grad erstarrt zu sein, als wir im Jeep mit der Rangerin Payal bei beißendem Fahrtwind durch den Kanha-Nationalpark brausen. Das Reservat liegt im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Unter den 92 Nationalparks des Landes gilt es als eines der besten für Tigerbeobachtungen. Um ihre frierenden Safarigäste aufzumuntern, plaudert die 29-jährige Payal: "Vor hundert Jahren gab es noch etwa 40.000 Tiger. Die Jagdlust der Maharadschas und englischen Kolonialherren hat die Zahl extrem dezimiert. Heute leben nur 1700 in freier Wildbahn."

Maniküre am Mahua-Baum

Damit sich die Bestände erholen, sorgt die Regierung für strikte Regeln. Anders als in Afrika müssen Safari-Lodges außerhalb der Nationalparks liegen. Pirschfahrten sind nur in bestimmten Zonen und auf offiziellen Pisten erlaubt. Immer wieder lässt Payal den Jeep durch Senken rollen. Während des Monsuns fließen dort reißende Bäche. "Zur Trockenzeit spazieren Tiger oft durch diese Hohlwege", erklärt unsere Rangerin. Aber weit und breit lässt sich keiner blicken. Zwischen den Waldflächen breitet sich savannenartiges Grasland aus, einst Gebiet bäuerlicher Siedlungen. Als der Nationalpark 1955 gegründet wurde, mussten die Dörfer weichen. Heute sind keine menschlichen Spuren mehr sichtbar. Eine Herde Axishirsche zeigt sich unbeeindruckt, als wir vorbeifahren. Sie heben kurz die Köpfe - und grasen dann gelassen weiter.

An einem Mahua-Baum mit ausladender Krone hält Payal und springt aus dem Wagen. "Diese Bäume werden von der Bevölkerung sehr geschätzt. Aus der Rinde lässt sich ein Magenmittel kochen und aus den Samen presst man wertvolles Öl." Auch ein Tiger scheint an dem Baum Gefallen gefunden zu haben. Zur Maniküre hat er Furchen in die Rinde gezogen. Wir sind beeindruckt. "Hier hat der Tiger seinen Hals am Stamm geschubbert, um eine Duftmarke zu hinterlassen". Payal nimmt ein Tuch, rubbelt über den Fleck und lässt uns am Stoff schnuppern. Kein strenger Odeur sticht in die Nase, sondern jasminartiger Duft entfaltet sich. "Wie Basmatireis", scherzt Payal.

Warnsignale aus dem Dschungel

Die Sonne steigt, es wird heiß. Gegen Mittag lassen sich 36 Grad im Schatten messen. Welcher Unterschied innerhalb weniger Stunden! Wir pellen uns von der Jacke über den Pulli bis aufs T-Shirt herunter. Gerade wollen wir Rast machen, als Payal abrupt stoppt und den Motor abstellt. "Hört ihr? Ein Alarmruf von Axishirschen!" Immer wieder ertönt ein "Ai" aus der dicht bewachsenen Flusssenke nahe der Piste. Wir stehen auf, um besser sehen zu können.

Wie aus dem Nichts rollen weitere Pirschwagen heran. "Der Dschungelfunk funktioniert", kommentiert Payal. Auch andere Ranger haben die Warnsignale geortet. Spannung liegt in der Luft. Alle wollen endlich einen der etwa 90 Tiger sehen, die hier im Park leben sollen. Drohendes Schnauben. Wir machen die Umrisse von zwei kapitalen Gaur-Bullen aus. Wollen sie die Raubkatze einschüchtern? Alle sind elektrisiert und recken die Hälse. "Tiger-Mania", wispert Payal. "Da ist er!" juchzt eine alte Dame entzückt im Nachbarjeep. "Und schon wieder weg." Die Erscheinung war flüchtig und nur den Safarigästen auf den höheren Sitzplätzen vergönnt. Der Tiger verdrückt sich ins Dickicht und wartet, bis wir abziehen.

Nach einem Picknick im Schatten eines Mangobaums huscht ein Leopard über den Weg, noch seltener als Tiger, wie Payal beteuert. Eine Hinterlassenschaft des Dschungelkönigs entdecken wir bei der Rückfahrt zu unserem Camp im Grasland. Brandiger Geruch schlägt uns entgegen. "Da muss Beute liegen", erklärt die Rangerin. In einer Mulde entdecken wir die Reste einer Hirschziegenantilope. Zurück im Camp verabschiedet uns Payal mit einer klugen Aufmunterung: "Immerhin habt ihr einen Tiger erschnuppert. Das ist nur wenigen vergönnt."

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