Was Sie schon immer über NY wissen wollten

11. August 2010, 11:36 Uhr

Zwölf Überlebenstipps und Besonderheiten über The City: von Taxi-Ritualen bis hin zu unerwarteten Verkaufssteuern, die an der Kasse plötzlich aufgeschlagen werden. Von Till Bartels

Was unterscheidet Avenues und Streets?

Die Straßen Manhattans sind nach einem Beschluss des Stadtrats 1807 schachbrettartig angelegt. Die Stadterweiterung nördlich der Houston Street erfolgte nach einem Gitternetzraster. Das erleichtert die Orientierung: Die langen und breiten Avenues verlaufen in Nord-Süd-Richtung, wobei die 1st Avenue am östlichen Ufer Manhattans liegt, die 12th Avenue in Hudson-Nähe. Die Streets verlaufen von Ost nach West, beginnend mit der 1st Street am südlichen Ende von Midtown bis zur 220th Street am nördlichen Ende Manhattans. Eine Adressenangabe mit dem Zusatz W oder E bedeutet: westlich oder östlich der 5th Avenue gelegen.

Wer ist Bloomberg?

Auf diesen Namen stößt man häufig, sei es bei der Zeitungslektüre oder in Gesprächen: Bloomberg Tower, Finanzdaten-Agentur Bloomberg, Bloomberg TV und Bürgermeister Bloomberg – alle hängen miteinander zusammen. Seit 2001 ist Michael Rubens Bloomberg als Bürgermeister New Yorks im Amt, zum Antrittssalär von einem symbolischen Dollar. Der heute 67-jährige parteilose Selfmade-Milliardär war erst Mitglied der demokratischen, dann der republikanischen Partei und ist nun parteilos. Während seiner Amtszeit sank die Kriminalitätsrate kontinuierlich. Er versucht, die Stadt mit einem 2007 beschlossenen 23-Jahres-Plan umweltfreundlicher zu machen. Im November 2009 wurde "Mighty Mike" mit 50,6 Prozent der Stimmen für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.

Was ist der Big Apple Greeter Service?

Eine wunderbare Einrichtung: New Yorker zeigen ihre Stadt - und das kostenlos. Die Idee entstand in den frühen 90er Jahren: Einheimische führen New-York-Besucher durch ihre Nachbarschaft. Durch den persönlichen Kontakt erfährt jeder Besuch mehr über die ganze Stadt. Die individuellen Touren sind in 22 Sprachen möglich und über die Webiste www.bigapplegreeter.org zu buchen.

Wo liegt der Broadway?

Eine der längsten Straßen der Welt: Die Diagonale durch Manhattan zieht sich von der Südspitze bis zum Haus mit der Nummer 6697 über 33 Kilometer bis zur Bronx. Damit durchkreuzt der Broadway das Schachbrettmuster der Stadtplaner und wechselt häufig seinen Charakter, vom Financial District im Süden über Soho, den Times Square, Columbus Circle bis zur Columbia University auf der Upper West Side.

Wo kann ich klug einkaufen?

Shopping in New York ist anstrengend, ein Ausverkauf jagt den nächsten. Die Schnäppchenjagd ist im Century 21 Department Store wegen der großen Preisnachlässe auf Designerkleidung besonders erfolgreich. Eine von Touristen weniger frequentierte Adresse für Mode ist das Daffy's am Broadway. Auf preislich hohem Niveau sind die Geschäfte in der Madison Avenue, Lexington Avenue und Fifth Avenue. Die großen Namen unter den Kaufhäusern sind Macy's, Barneys, Bloomingdale’s und Saks Fifth Avenue. Individuelle Boutiquen sind eher in Soho und im East Village zu finden.

Wie steht es um Ground Zero?

Der Trubel um den Ground Zero hat sich gelegt. Nach acht Jahren ist aus der riesigen Wunde eine Narbe geworden. Noch immer klafft ein riesiges Loch, wo einst die Türme des World Trade Centers in den Himmel ragten. Doch bis zum Jahr 2013 sollen fünf neue Hochhäuser errichtet sein, zu denen auch der Freedom Tower und ein neues World Trade Center gehören. Die Menschen haben und werden nie vergessen, was an jenem Herbsttag im September 2001 hier passiert ist. Für die meisten Touristen gehört dieser Ort allerdings nicht mehr zu den Top-Sightseeing-Zielen New Yorks. Das dürfte sich ändern, wenn die neuen Wolkenkratzer am Ground Zero die Skyline New Yorks überragen.

Wie vermeide ich Jetlag?

Die Zeitverschiebung zwischen Mitteleuropa und New York beträgt sechs Stunden. Daher setzt die Müdigkeit am Ankunftstag - die Flugzeuge landen meist am Nachmittag in New York - bereits am frühen Abend ein. Möglichst nicht gleich ins Bett gehen, sondern nach einem kurzen Nickerchen im Hotelzimmer wieder bis kurz vor Mitternacht auf den Beinen bleiben. So stellt sich die innere Uhr schneller um, Körper und Seele gewöhnen sich leichter an den neuen Rhythmus. Wer an den ersten Tagen früh erwacht und nicht länger im Bett liegen bleiben möchte, setzt sich in ein Frühstückscafé und schaut zu, wie die New Yorker ihren "coffee to go" bestellen.

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer?

Die Mehrwertsteuer in New York City beträgt 8,375 Prozent. Es gibt keine städtische Mehrwertsteuer für Kleidung und Schuhe. Eine staatliche Steuer von 4,375 Prozent wird auf Kleidung und Schuhe erhoben, wenn der Gesamtbetrag 110 US-Dollar übersteigt. In den angegebenen Preisen, auch auf der Menükarte im Restaurant, ist die Steuer nicht ausgewiesen.

Wo gilt Nichtraucherschutz?

In New York City ist das Rauchen in öffentlichen Bereichen, einschließlich in U-Bahn-Stationen, Taxis, Restaurants und Bars verboten.

Was brauche ich fürs Sightseeing?

Seit den Anschlägen am 11. September 2001 wurden die Sicherheitsmaßnahmen drastisch erhöht. Für den Zugang zu einigen der Hauptattraktionen der Stadt ist es erforderlich, sich auszuweisen. Daher stets einen Ausweis mit Passfoto bei sich tragen. Auch werden vor Betreten eines Gebäudes die Taschen und Kameras untersucht.

Wie funktioniert die U-Bahn?

Das dichte U-Bahn-Netz (1100 Kilometer) ist der einfachste und schnellste Weg, um sich in vier der fünf Stadtbezirke (Ausnahme: Staten Island) fortzubewegen. Die Züge sind meistens klimatisiert, verkehren rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Auf einigen Strecken fahren Expresszüge und "Locals", die an jedem Bahnhof halten. Uptown-Züge fahren nach Norden (auf der Karte nach oben); Downtown-Züge nach Süden (auf der Karte nach unten) und Querstrecken verlaufen in östlicher und westlicher Richtung (auf der Karte waagerecht).
Wie man am schnellsten wohin kommt, verrät der Triplaner. Außerdem ist die interaktive Manhattan-Karte mit den U-Bahn-Linien bei der Reiseplanung sehr hilfreich.

Wann lohnt sich ein Taxi?

Die 12.000 Yellow Cabs sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Wenn man zu mehreren einsteigt, sind Taxifahrten in New York nicht teuer. Die Fahrpreise stehen an der Tür, ab 20 Uhr wird ein Zuschlag erhoben, ebenso hat der Fahrgast die Mautgebühren auf dem Weg zum Flughafen zu entrichten. Ein Taxi ist nur frei, wenn das mittlere Licht angeschaltet ist. Trinkgeld nicht vergessen!

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