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Auf Schienen durch Südafrika

Die Eisenbahnlinie zwischen Kapstadt, Johannesburg und Pretoria ist legendär. In den Waggons sitzen ausschließlich Touristen, afrikanisch ist nur noch der Wein.

Von Horst Dieter Ebert

Blue Train

Reisende können sich in edelstem Umfeld des luxeriösesten Zug der Welt, "Blue Train", verwöhnen lassen.

Wer fährt schon gern weg aus Kapstadt? Die schöne Stadt am Südende des afrikanischen Kontinents zieht ja fast jeden Besucher in ihren Bann: das theatralische Naturspektakel über dem Tafelberg, wo Sonnenschein und Gewitterschlag so schnell und so theatralisch wechseln wie sonst kaum irgendwo auf der Welt; die Bilderbuchstrände mit den dramatisch anrollenden Wellen; das quirlige Leben an der "Waterfront" und schließlich das berühmte Weinrevier zwischen Stellenbosch, Franschoek und Paarl, Kapstadts berühmtestes, süffigstes Ausflugsziel mit Weinen, die längst mit den besten in Europa konkurrieren ... Doch wenn man Kapstadt schon verlassen muss, und wenn man das stilvoll bewerkstelligen will, dann gibt es eigentlich nur einen Weg: den mit dem berühmten Blue Train!

Ich bin mal wieder etwas spät dran, in der "Blue Train Lounge" im Bahnhof von Kapstadt haben sich schon ein paar Dutzend Passagiere versammelt, und obwohl es erst kurz nach 8 Uhr am Morgen ist, wird auch schon ein bisschen Schaumwein konsumiert zu den kleinen Kanapees, die von ein paar reizenden Hostessen serviert werden. Die Stimmung ist animiert, viele gehören offenbar zu einer Gruppe, kennen sich alle und lachen in kennerischer Vorfreude. Dann bringen uns die uniformierten jungen Leute zu unseren Abteilen.

Hightech im alten Zug

Bevor ich sonst etwas vom neuen Blue Train sehen kann, muss ich erst einmal die Technik in meiner Kabine bewundern. Erik - "I am your butler!" - zeigt mir das kleine Handy: "Sie brauchen nur 255 zu wählen und schon haben Sie mich! Und jeder kann Sie anrufen!" Er demonstriert mir die Fernsteuerung für den Fernseher, der hoch oben über dem Kleiderschrank eingebaut ist und jetzt nur den Blick von der Lokomotive auf die Gleise vor uns zeigt: "Aber wenn wir fahren, gibt es auch Videos!" Und so ganz nebenbei kann man mit der Fernbedienung auch die Jalousien am Fenster auf- und abfahren lassen.

Der Ur-"Blue Train" verdankte seine Existenz einem der umstrittensten und reichsten Männer der Zeit: Cecil Rhodes, Imperialist, Rassist, Freimaurer, Gründer und Eigner des Diamantenmonopols von "de Beers", später Premierminister Südafrikas, hatte sich eine Eisenbahnlinie von Kapstadt bis Kairo erträumt. Dazu kam es nicht. Doch bis zu den Minen von Kimberley ging es mit der Strecke immerhin voran, und dann - als dort erste Goldfunde gemeldet werden - schneller auch bis Johannesburg.

1923 startet der junge südafrikanische Staat eine Eisenbahnlinie von Kapstadt, wo die Überseedampfer aus England anlanden, zu den Minen von Johannesburg und Pretoria. 1927 wird der Zug auf dieser Strecke erstmals luxuriös aufgerüstet, dann alle zehn Jahre wieder; ab 1946 heißt er "Blue Train", 1972 werden die Wagen wieder ausgewechselt, und 1997 erhält er - für umgerechnet sechs Millionen Euro - seine heutige Ausstattung.

Panorama mit extremem Breitwandformat

Der aktuelle Blue Train besteht jetzt aus 18 Waggons mit fast 400 Metern Gesamtlänge: Darin können bis zu 84 Passagiere reisen, die Fahrt von Kapstadt nach Pretoria oder umgekehrt dauert 26 Stunden für die rund 1600 Kilometer. Sie kostet, je nach Kabinentyp, pro Person zwischen 800 und 1360 Euro, alle Mahlzeiten und Getränke inklusive, "wenn es sich nicht gerade um französischen Champagner oder russischen Kaviar handelt", wie der Zugchef witzelnd hinzufügt.

Meine Kabine besitzt angenehme Ausmaße, die durch einen halbhohen Spiegel in Fahrtrichtung optisch noch vergrößert werden. Die Wände bestehen aus poliertem Walnuss mit ein paar sparsamen Intarsien, die Beschläge glänzen in Messing, das Fenster hat - 16:9 ist gar nichts dagegen – extremes Breitwandformat. Die großen blauen Sessel, aus denen später die Betten gefaltet werden, sehen mit ihren Bordüren, Knautschrollen, kleinen und großen Kissen und der weißen Kopfserviette ein bisschen spießig aus, aber spießig auf erkennbar teurem Niveau.

Erik öffnet öffnet beifallheischend die Tür zu meiner Nasszelle: Waschbecken, Toilette und eine Duschzelle, in der sich auch die schwersten Gewichtsklassen komfortabel bewegen könnten. "Alles Marmor", sagt mein Butler respektvoll und dreht spielerisch einen Wasserhahn auf: "Und die Armaturen, echt vergoldet." Ich muss gestehen: Schöner habe ich das auf der Schiene nie erlebt.

Kostümierung fürs Dinner erbeten

Die Mahlzeiten finden in zwei Sitzungen statt; ich habe mich für die zweite entschieden, Lunch um14 Uhr (ganz aktuell nennen sie es Brunch), Dinner um 20.30 Uhr. Der Dresscode für das Mittagessen heißt "smart-casual", die erste Silbe davon hat, soweit ich sehen kann, keiner so richtig zur Kenntnis genommen, aber ungezwungen sind fast alle. Abends schreibt das Reglement "jacket and tie and ladies in elegant evening wear" vor, und damischen sich tatsächlich einige Smokings und Abendkleider unter das bunte japanisch-amerikanisch-europäische Volk; ein paar Unentwegte kommen indes auch jetzt wieder so kostümiert, als warteten sie auf einen plötzlichen Stopp, um dann im Busch auf Safari zu gehen.

so viel Busch ist indes nicht zu sehen. Kaum haben wir die Kapstadt-Region verlassen, rollen wir stundenlang durch die Karoo, eine ziemlich unwirtliche (und ziemlich langweilige) Trockensteppe, in der Tiere, jedenfalls mit bloßem Auge, nicht zu beobachten sind. Nach dem Mittagessen halten wir in Matjiesfontein, einer Art altkolonialem Museumsdorf, was übersetzt "Quelle der jungen Mädchen" heißt. Einst diente es als Station, in der die Dampflokomotiven Wasser tankten. Ein lungenkranker Schotte kurierte hier Ende des 19. Jahrhunderts sein Leiden aus, baute die "Oase im Niemandsland" zu einen Luftkurort aus und wurde mit Gästen wie Cecil Rhodes, dem Sultan von Sansibar oder Edgar Wallace zu einem reichen Mann. Heute steht die putzige Siedlung unter Denkmalschutz, ein englischer Doppeldeckerbus steht für die "City Tour" durch die eineinhalb Straßen zur Verfügung, im viktorianischen "Hotel Milner" gibt es auch ein Restaurant mit angeblich guter Weinauswahl.

Afrika ist unsichtbar

Mit den Weinen im Zug nämlich habe ich, nach Tagen in der wunderbaren Weinregion Kapstadts, gelinde Probleme. Sie kranken, wie heutzutage die Inclusiv-Leistungen vieler Veranstalter, an allgemeiner Sparsamkeit oder auch der Befürchtung, von einem guten Tropfen würden die Passagiere womöglich viel mehr trinken als von mittelmäßigen. Und so sind sie auch: eine Auswahl der allerpreiswertesten und populärsten, Fleur du Cap, Bellinghamund Nederburg ohne Ende: "Das trinken meine Kinder", lacht ein älterer Südafrikaner und zeigt auf den Sekt, "weil er so schön billig ist!" Im Übrigen sind, bis auf ein paar Gerichte der Küche, die Weine das einzig wirklich Afrikanische in diesem Zug.

Sonst wirkt er kompromisslos international: Design und Ausstattung verraten keine Herkunft, allenfalls mit detektivischer Spürnase lassen sich ein paar Indizien ausmachen. Im Lounge Car stehen auf der Bar zwei kleine schnaubende Elefanten aus Holz und im Bücherregal "Die Vögel von Afrika". Aha, da weiß man natürlich Bescheid. Meine Sternstunde kommt kurz vor der Ankunft: Das Telefon klingelt, endlich, denke ich, endlich ruft mich jemand an, die Technik macht sich bezahlt, ich komme mir sehr wichtig vor: "Jawohl", rufe ich in den Hörer, "hier ist Horst-Dieter Ebert!" Und höre am anderen Ende eine vertraute Stimme: "Hier ist Erik, Ihr Butler, ich wollte nur fragen: Kann ich Ihnen vor der Ankunft in Pretoria noch irgendwas servieren?"

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