Unruhen sind kein Rücktrittsgrund

3. September 2008, 08:18 Uhr

Trotz des Ausnahmezustands in Bangkok gibt es bisher keine Reisewarnung vom Auswärtige Amt. Die Flughäfen von Phuket und Krabi sind zwar wieder geöffnet, aber die größte Gewerkschaft hat Streiks angekündigt, die auch Flüge von Thai Airways betreffen können.

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Geschlossener Ticket-Schalter in Bangkok: am Bahnhof Hua Lampong©

Das Auswärtige Amt in Berlin empfiehlt Thailand-Reisenden dringend, in Bangkok "Demonstrationen und sonstige größere Menschenansammlungen zu meiden, auch um sich nicht dem Risiko eventueller Sprengstoffanschläge auszusetzen". Außerdem sollte das Regierungsviertel – insbesondere das Gebiet um das Government House (Pitsanulok Road), die Sanam Luang Esplanade, die Chamai Maruchet Brücke sowie die Rajdamnoen Avenue – nicht aufgesucht werden, da sich dort die Demonstrationen konzentrierten.

Ein Sprecher des Amtes sagte, man habe "einen genauen Blick auf Thailand" und werde die Reise- und Sicherheitshinweise gegebenenfalls schnell anpassen. Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Ministerpräsident Sundarajev Samak war am Dienstag ein Mensch ums Leben gekommen, 43 wurden verletzt. Über die Zahl deutscher Urlauber in dem Land hat das Auswärtige Amt keine Angaben.

Solange es keine Reisewarnung gibt, sind Touristen auf die Kulanz ihrer Reiseveranstalter angewiesen, wenn sie den Flug nicht mehr antreten und ihr Geld zurück haben wollen. "Grundsätzlich können Pauschaltouristen von ihrem Reisevertrag zurücktreten, wenn eine Reise unsicher ist. Allerdings reicht es nicht, sich einfach nur zu fürchten", sagt Birgit Zandke-Schaffhäuser, die juristische Leiterin der Schlichtungsstelle Mobilität. Gute Argumente hätten Urlauber nur, wenn es eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für ein Land oder eine Region gebe. "Dann können sich Urlauber auf höhere Gewalt berufen und den kompletten Preis zurückverlangen."

Thailand-Urlauber, die bereits in den Startlöchern stecken und nicht mehr fliegen möchten, sollten laut Empfehlung der Schlichtungsstelle mit ihrem Reiseveranstalter über eine Umbuchung zu verhandeln. "Wenn man kopfscheu die ganze Reise cancelt, ärgert man sich wahrscheinlich hinterher. Deshalb sollte man fragen, ob der Veranstalter nicht ein anderes schönes Ziel zu bieten hat."

Fluggesellschaft kontaktieren

Einzelreisende haben dagegen grundsätzlich kein Reiserücktrittsrecht - auch nicht, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung erlässt. "Sie haben schließlich nur die Beförderung gebucht", betont Zandke-Schaffhäuser. Reisende hätten also nur die Wahl, den Flug anzutreten oder zu stornieren, wobei für Stornierungen leicht Gebühren von 150 Euro oder mehr anfallen könnten. Besonderes Pech haben Urlauber, deren Flüge in eine Krisenregion komplett wegfallen: "Dann kann sich die Airline auf höhere Gewalt berufen, und die Reisenden gucken in die Röhre." Auch Individualtouristen, die nicht mehr nach Thailand fliegen möchten, empfiehlt die Expertin: "Fragen Sie doch einfach bei Ihrer Fluggesellschaft an, ob eine Umbuchung zu einem anderen Ziel möglich ist."

Badeinseln sind von den Unruhen nicht betroffen

Die Veranstalter Meier's Weltreisen und Dertour bieten allen Gästen, die einen Aufenthalt von mindestens einer Übernachtung in Bangkok gebucht haben und bis zum 5. September anreisen, die kostenlose Umbuchungs- oder Stornierungsmöglichkeit an. Gäste, die nach Phuket reisen und in Bangkok nur umsteigen, können von der Regelung nicht Gebrauch machen, da die Regionen außerhalb Bangkoks nicht betroffen sind. Die Thailand-Rundreisen der beiden Veranstalter werden wie geplant durchgeführt.

Thailands Tourismus ist von der derzeitigen politischen Situation nur wenig betroffen. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Bangkok wie Skytrain, U-Bahnen und Busse verkehren planmäßig. Auch die Einkaufszentren, Restaurants und Behörden haben wie gewohnt geöffnet. "Die Situation in den Straßen von Bangkok ist ruhig, und Touristen sind nach wie vor sicher. Sie sind nicht das Ziel der Demonstranten", sagte Suwalai Pinpradab, die Direktorin des Thailändischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt am Dienstag. "Es besteht keinerlei Grund, seine Thailandreise abzubrechen oder nicht anzutreten."

Hat Yai, Krabi und Phuket werden wieder angeflogen

Letzte Woche mussten die Flughäfen von Phuket und Krabi wegen Demonstrationen für zwei Tage geschlossen werden. Betroffene Urlauber wurden mit Bussen zum Flughafen nach Bangkok befördert. Jetzt hat die größte Gewerkschaft Thailands einen Streik angekündigt, an dem sich rund 200.000 Mitarbeiter von 43 Staatsunternehmen beteiligen wollen. Nach Medienberichten können davon auch die Flüge von Thai Airways betroffen sein. Der Streik soll am Mittwochmorgen (Ortszeit Bangkok) beginnen.

Wegen der Unruhen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok stornieren der Fluggesellschaft Thai Airways zufolge vor allem Reisende aus anderen asiatischen Ländern ihre Flüge. Die Buchungen seien um zehn Prozent zurückgegangen, sagte der Chef der Airline am Dienstag.

tib/AP/Reuters/DPA

Weitere Informationen
Sicherheitshinweise für Thailand: www.auswaertiges-amt.de
Thailändisches Fremdenverkehrsamt: www.thailandtourismus.de
Thailändisches Auswärtiges Amt: www.mfa.go.th
Reservierung von Thai Airways: Tel. 069-92 87 44 44 und. 089-24 20 70 10.
www.thai-airways.de
 
 
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