Sesam öffnet sich

9. April 2011, 10:23 Uhr

In der Medina von Marrakesch, der Königsstadt am Fuße des Atlasgebirges, verstecken sich gastliche Riads. Wir stellen die schönsten dieser Palasthotels mit Paradiesgärten und arabischem Flair vor.

Mittelmeer, Meer, Urlaub, Urlaubsziel, Golf von Neapel, Mykonos

Baden in der Bucht Cala Goloritze auf Sardininen©

Oft ist es Liebe auf den ersten Blick, und meist beginnt sie bereits, wenn man noch ganz klein ist.

Einst ging dem ersten Rendezvous eine wahre Odyssee voraus: Man saß endlos in brüllender Hitze auf verstopften Straßen in einem vollgestopften Auto, nicht selten war es ein Käfer. Man besichtigte unterwegs pflichtbewusst Kirchen, Burgen und dergleichen mehr. Man musste sich übergeben, bekam danach kein Eis mehr - "davon wird dir nur schlecht" -, worauf einem noch schlechter wurde. Man übernachtete in allerlei übermöblierten Hotels. Man stritt sich mit seinen Geschwistern und quengelte auf dem Rücksitz herum, worauf die Eltern gegen die Langeweile in Gesänge ausbrachen. Man spielte stundenlang "Ich sehe was, was du nicht siehst". Und als man endgültig jede Hoffnung aufgegeben hatte, jemals diesen funkelnagelneuen Bikini zu tragen, der irgendwo am Grunde des Kofferkastens ruhte, zwischen Flossen, Luftmatratzen und Sonnenöl, war es dann endlich da. "Das Meer!"

Heute nimmt man zum ersten Kennenlernen häufig das Flugzeug, doch das Ergebnis ist dasselbe. Das Meer ist da. Und was für ein Meer. So anders als die anderen Meere, die man bisher gesehen hat. Die Nordsee mit ihren blassen Horizonten, die graue Ostsee mit ihren Strandkörben. Dieses Meer dagegen ist blau und wunderbar, es ist das Meer der Meere, es ist das Mittelmeer.

Am Mittelmeer gibt es keinen Griesbrei, sondern Honigmelonen, am Mittelmeer gibt es keinen Rosenkohl, sondern Ratatouille, am Mittelmeer gibt es keine Fischstäbchen, sondern Frittura mista, Couscous oder Lammbraten mit Thymian und Knoblauch. Und vor allem wimmelt es von Kindern, die noch kleiner sind als man selbst, und von denen niemand findet, dass sie ins Bett gehen sollen.

Verliebt in das Meer

Das Leben, so merkt man hier erstmals, kann auch ganz anders sein. Nämlich frei von "Zieh dir was Warmes an, sonst holst du dir den Tod", frei von "Putz dir die Zähne, und danach ab ins Bett". Und stattdessen proppevoll mit Weintrauben, Sommerkleidern, Sandalen, Schnorcheln, Rosmarin, Badeanzügen und Basilikum. Man will hier bleiben und sonst nirgendwo. Man ist verliebt in das Meer.

Später ist man auch verknallt, in einen Luis von Ibiza oder in eine Gracia aus Brindisi, in einen Jean-Marc aus Sainte-Maxime oder in eine Britt aus Schweden, in einen Ali aus Tunesien oder in eine Bridget aus Liverpool.

Das ist die Interrail-, Billigcharter- oder VW-Bus-Phase, wenn man ohne Eltern und mit Schlafsack wahllos auf griechischen Inseln, an spanischen Küsten, irgendwo in der Nähe von Rovinj in Kroatien, Djerba in Tunesien oder sonst irgendwo übernachtet, betrunken, bekifft, beglückt. Man weiß, alles kann passieren; es passiert auch einiges. Luis betrügt einen mit Fernando und Gracia mit Giancarlo, Jean-Marc verschwindet spurlos. Ali bittet einen schon nach drei Tagen um ganz viel Geld für seine sterbenskranke Mutter. Und Bridget sieht Monate später am Bahnhof von Karlsruhe gar nicht mehr so toll aus wie auf Mykonos, oder war es Hydra?

Alte Sehnsucht

Irgendwann wird man erwachsen, man ist nicht mehr verknallt, sondern verheiratet und hat Kinder. Längst hat man andere Meere gesehen, den Pazifik, den Atlantik, den Indischen Ozean. Man war in Kalifornien oder auf Cape Cod, in Jamaika oder auf Hawaii, in Vietnam oder in Island, in der Bretagne oder auf Phuket. Sicher, es war schön, sehr schön sogar. Doch man sehnt sich immer zurück; es ist, als wäre das Mittelmeer die Mutter aller Meere.

Und das ist es ja irgendwie auch. Drei Kontinente und 21 Staaten plus Gibraltar liegen an seinen Gestaden, drei Weltreligionen prallen dort aufeinander. Hier leben Araber und Türken, Katholiken und Orthodoxe, Muslime und Juden, Maroniten und Kopten. Das Mittelmeer war über Jahrtausende der Mittelpunkt der Welt, es ist die Wiege unserer Hoch- und Tiefkultur. An seinen Ufern wurden der Monotheismus, die Mafia und der Massentourismus erfunden, hier erdachte Homer die Ilias und die Odyssee, Pythagoras seinen Satz, Platon den idealen Staat, Epikur den Hedonismus und ein Unbekannter die Pizza. Das Mittelmeer inspirierte Nikos Kazantzakis zu seinem Roman "Alexis Sorbas", Gilbert Trigano zur Gründung des Club Méditerranée, Françoise Sagan zu ihrem Buch "Bonjour Tristesse", Woody Allen zum Film "Vicky Cristina Barcelona" und einen gewissen Ralph Maria Siegel zum schaurigen Lied "Die Capri-Fischer", wo erst "die rote Sonne im Meer versinkt" und gleich anschließend "vom Himmel die bleiche Sichel des Mondes blinkt". Und wir Deutschen lernten an der Costa Brava, an der Riviera und an der Côte d'Azur, dass es auch ein Leben jenseits von Wolkenstore und Jägerzaun gibt und anderes zu essen als Käseigel und Nudelsalat.

An den Stränden des Mittelmeers tummelten sich Steinzeitmenschen, die vor mehr als 5500 Jahren auf Malta so rätselhafte Megalithmonumente errichteten, dann kamen Ägypter, Phönizier, Hebräer, Griechen, Römer, Karthager, Byzantiner, Mauren, Osmanen, Genueser, Venezianer; viel später folgten Brigitte Bardot in Saint- Tropez, Grace Kelly und ihre Prinzen-Kinder Caroline, Albert und Stéphanie in Monaco, Claudia Schiffer auf Mallorca, Sharon Stone beim Filmfestival von Cannes, Flavio Briatore auf Sardinien, und Millionen von Touristen in Benidorm oder Antalya, im Ballermann oder in Rimini. Es ist einerseits eine gigantische Klatschspalte mit wohltemperiertem Wasser, andererseits ein lebendiges Geschichtsbuch und zugleich so schön wie ein Gemälde von Matisse. Welches Meer bietet mehr?

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