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Eine "Stadt in der Stadt"

Das Rockefeller Center ist eine der Hauptattraktion New Yorks, besonders im Winter pilgern Tausende zur Eisfläche vor dem Center. Der Architekt Raymond Hood baute sich damit ein gigantisches Denkmal -zu einer Zeit, als der Rest der Stadt in der großen Depression versank.

Wenn an New Yorks größtem Weihnachtsbaum die Lichter angehen und das Rockefeller Center alljährlich wieder in prunkvollem Glanz erstrahlt, erinnert wenig an die grauen Tage seiner Entstehung. Der Gebäudekomplex zwischen Manhattans berühmter Fifth Avenue und der Avenue of the Americas stammt aus der Zeit der großen Depression. Mit ihm setzte sich der amerikanische Architekt Raymond Hood, der am 29. März 125 Jahre alt geworden wäre, ein überlebensgroßes Denkmal.

Verglaste Aussichtsplattform wieder eröffnet

Amerikas erster Milliardär, John D. Rockefeller, hatte das Gelände, von dem heute 21 Gebäude aufragen, 1928 gepachtet. Er wollte dort ursprünglich die Metropolitan Opera errichten. Doch die Weltwirtschaftskrise, durch den "Schwarzen Freitag" an New Yorks Börse ein Jahr später ausgelöst, machte die kulturellen Pläne zunichte. Daraufhin beauftragte Rockefeller den Architekten Hood, eine "Stadt in der Stadt" mit unterirdischem Einkaufszentrum, Postamt und U-Bahnhof zu errichten. Unter Hoods Federführung waren weitere zwei Architektenbüros an dem Mammutprojekt beteiligt.

Berühmt wurde das Rockefeller Center zunächst als Sitz der größten Rundfunksender Amerikas. Der knapp 260 Meter hohe, im Art-Déco-Stil erbaute Wolkenkratzer in seiner Mitte beherbergt auf 70 Stockwerken Aufnahmestudios, Büros, Geschäfte und - erst kürzlich wieder eröffnet - einen verglasten Aussichtsturm mit Blick auf New York. Die berühmte Radio City Music Hall bietet Shows mit Künstlern aus aller Welt und jeweils im Dezember das berühmte "Christmas Spectacular", eine jahrzehntealte Tradition für New Yorker Familien.

Tausende Besucher bestaunen im Dezember den Weihnachtsbaum

Was Touristen aber am meisten anzieht im Rockefeller Center, ist das tief liegende Gartencafé mit der goldenen Prometheusfigur im Hintergrund. Es wird im Winter zu einer Eislaufbahn umgestaltet. Zu dieser Eisfläche und dem Weihnachtsbaum mit seinen 20.000 Lichtern im Hintergrund pilgern während der Adventszeit täglich tausende Besucher.Der Architekt dieser städtischen Traumlandschaft war 1881 im US-Bundesstaat zur Welt gekommen. Hood studierte erst an der Brown Universität, später am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston und schließlich an der École des Beaux Arts in Paris. Er machte sich 1922 mit dem Chicago Tribune Tower einen Namen. Sein dem gotischen Baustil nachempfundenes Design wurde den Entwürfen anderer berühmter Architekten wie Walter Gropius, Adolf Loos and Eliel Saarinen vorgezogen.Nach dem Wolkenkratzer für die Chicagoer Zeitung gestaltete Hood das Gebäude für die New Yorker Zeitung "Daily News" (1930) an der 42. Straße von Manhattan und das Hochhaus für den Verlag McGraw-Hill (1930/31) an der Avenue of the Americas. Dabei entfernte er sich mehr und mehr von älteren Stilen und bevorzugte geometrisch schlichte Monumentalität. Hood starb am 14. August 1934 in Stamford (US-Staat Connecticut) unweit von New York City.

Gisela Ostwald/DPA/DPA
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