Japanische Airlines verhängen Startverbot für Boeing Dreamliner

16. Januar 2013, 07:50 Uhr

Die Probleme beim Flugzeughersteller Boeing reißen nicht ab: Nun musste im Westen Japans ein Langstreckenjet der Reihe Dreamliner notlanden - Airlines und Behörden sind alarmiert.

Eine Maschine aus Boeings pannengeplagter Superflieger-Reihe Dreamliner ist am Mittwoch in Japan notgelandet. Wie die betroffene Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) mitteilte, mussten alle 137 Passagiere und Crewmitglieder nach der Landung auf dem westjapanischen Flughafen Takamatsu die Maschine verlassen, nachdem Rauch in der Maschine bemerkt worden war. Fünf Personen seien leicht verletzt worden, ein Passagier wurde wegen Rückenbeschwerden laut örtlichen Medien ins Krankenhaus gebracht. Angesichts einer ganzen Serie von Pannen wollten ANA und der heimische Konkurrent JAL den Betrieb des Dreamliners vorerst aussetzen.

Der jüngste Vorfall ereignete sich auf einem Flug von Yamaguchi im Westen Japans nach Tokio. Rund 35 Minuten nach dem Start habe man in der Maschine Rauch bemerkt. Daraufhin leitete der Pilot in Takamatsu eine Notlandung ein und ließ alle Passagiere über Notrutschen das Flugzeug verlassen. Einen Löscheinsatz habe es nicht gegeben.

US-Luffahrtbehörde ermittelt

Der Pilot habe ausgesagt, dass ein Instrument im Cockpit Batterieprobleme angezeigt und es einen ungewöhnlichen Geruch gegeben habe. Die beiden führenden japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines wollen alle 787-Maschinen am Boden lassen und überprüfen. ANA kündigte an, die Flotte könne möglicherweise am Donnerstag wieder den Betrieb aufnehmen. JAL strich zunächst alle Flüge für Mittwoch. ANA und JAL operieren 24 der 50 bisher ausgelieferten Maschinen. Die Japaner waren die Erstkunden für Boeings Dreamliner.

Pannenserie lässt Luftfahrtbehörde aufhorchen

Boeing wird derzeit von einer Serie von Zwischenfällen bei Dreamlinern erschüttert. In den vergangenen Tagen war der Airbus -Konkurrent mit zwei Treibstofflecks, einem Batteriefeuer, einem Kabelproblem, einer Bremsstörung sowie einem zersprungenen Cockpit-Fenster in den Schlagzeilen. "Ich denke, wir nähern uns dem Punkt, ab dem sie es als ernsthafte Krise betrachten müssen", sagte Analyst Richard Aboulafia vom Luftfahrtbeobachter Teal Group. Bereits die Auslieferung der ersten Maschinen des Prestigeobjekts hatte sich wegen diverser Probleme um dreieinhalb Jahre auf Herbst 2011 verzögert. Seither drückt Boeing bei den Auslieferungen aufs Tempo. Einige Experten sehen in diesem Verhalten die Ursache für die Zwischenfälle.

Die Pannenserie bei dem hochmodernen Langstreckenflieger hat inzwischen auch die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan gerufen. Die FAA kündigte vor wenigen Tagen an, das Modell genau unter die Lupe zu nehmen. Die staatlichen Experten werden dabei ein besonderes Augenmerk auf die elektrischen Systeme sowie auf die Mechanik legen.

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