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Deutschland ist beim Getreide nach Berechnungen eines Agrarstatistikers kein Selbstversorger mehr.
Gas-Streit, gestiegene Strompreise, Energieengpass - das kennen die Bewohner der oberallgäuger Gemeinde Wildpoldsried nur aus den Nachrichten. Seit neun Jahren versorgen sie sich komplett selbst mit Strom. Und dafür brauchen Sie nicht viel mehr als etwas Holz, Wind oder Sonne.
Schlafsäcke, Sinalco und High-Theologie - eine Million Pilger feierten mit Papst Benedikt XVI. die Abschlussmesse des Weltjugendtages auf dem Marienfeld. Eine Nachlese.
Sie sind der Alptraum jedes Mineralölkonzerns: Selbstversorger, die mit Kleinwindanlagen Strom produzieren und Elektrofahrzeuge aufladen. Das Ende des Öls könnte in Nordfriesland beginnen. Und auch die ersten großen Windkraft-Tankstellen sind in Planung.
Thronjubiläum der Queen und Olympische Spiele - London steht ein Supersommer bevor. Das Problem für Touristen: ein bezahlbares Hotel finden. Wir haben Hotels gecheckt und können diese zwölf empfehlen.
stern.de-Leser wollten wissen, wie es um die Diäten und Bezüge unserer Politiker bestellt ist. Hier die Antwort: Raffkes sind es nicht. Eher Verklemmte. Teil 4 unserer Sommerloch-Serie.
Vor zwei Monaten fiel der Startschuss für ein ungewöhnliches Experiment: Zwei Familien wollen sich ein Jahr lang nur mit Produkten aus dem eigenen Garten und der Region ernähren. Geht das?
Sie sind des tristen Graus da draußen bereits überdrüssig? Wir hätten da was für Sie: Florida. Der US-Bundesstaat trägt die Sonne bereits im Namen. Und: Dort ist es derzeit nicht nur warm, sondern auch günstig.
Die Flutwelle traf das Inselparadies an seiner Südküste und damit an einer empfindlichen Stelle: Die wenigen Hotels und Gästehütten Samoas standen im Süden der Hauptinsel Upolu. Unter den Toten und Verletzten sind auch Touristen.
Vor drei Jahren passsierte etwas sehr Ungewöhnliches in unserem Dorf: Eine Familie mit drei Kindern zog aus einer Stadt in Baden-Württemberg in eine verwaiste Resthofstelle und machte sich daran, ihren Traum vom Selbstversorger-Leben in die Tat umzusetzen. Die Ankunft von Familie Luft, von Marcel, Ute und ihren drei Söhnen Jan, Jonas und Ben, ist wie ein Lotteriegewinn für die Dorfgemeinschaft. Denn sie sind gekommen, um zu bleiben. Und durchbrechen damit einen Trend, der vielen ländlichen Regionen zu schaffen macht: Normalerweise wandern die Jungen ab in die Städte, der Arbeit, der Zukunft hinterher. Für Lufts heißt Zukunft - Leben im Wendland, zurück zur Natur, selber machen, selbst bestimmen, selbst versorgen. Eine echte Herausforderung - und nicht zu vergleichen mit unserer verspielten Bauerngartenseligkeit, die wir deshalb so genießen, weil wir am Sonntagabend wieder Richtung Großstadtkomfort düsen. Aber Marcel, der Elektroniker, der früher für eine englische Firma bis nach Gambia reiste, um Telekomunikationssysteme zum Laufen zu bringen, hat ein Händchen für kreative Problemlösungen, auch unter widrigen Bedingungen. Geht nicht, gibt's nicht. Was nicht passt, wird passend gemacht. So hat er zum Beispiel unser Sommerfest gerettet, weil er im Handumdrehen ein paar Wechselstromkreise gebastelt hat, damit die Band in der Remise ihre Verstärker anschließen konnte. Wenn er nicht gerade auf dem Dach rumturnt, um alles vorzubereiten für die Installation einer Photovoltaik-Anlage, düst er durch den Landkreis und macht als Mini-Funknetzbetreiber der Deutschen Telekom Konkurrenz. Dank seiner Initiative verfügen nun rund 50 Landbewohner über einen schnellen Internetzugang. Und Ute, die gelernte Chemotechnikerin, die nebenher Webseiten programmiert und gestaltet, ist ein ausgefuchster Learning-by-doing-Typ. Wie macht man Seife? Bier? Honig? Alles keine Hexerei. Rein ins Internet, Rezepte runterladen oder einfach die Bäuerinnen im Dorf fragen - und los geht's. Manchmal wirft sie auch einen Blick in die alten Schwarten des Engländers John Seymour, der in seinen Selbstversorger-Bibeln alles aufgeschrieben hat, was grüne Träumer zum Überleben brauchen. Das Wesentliche für die Verwirklichung ihres Lebensplans haben alle Lufts sowieso mitgebracht: Energie, Zähigkeit, Phantasie und Pragmatismus. Mittlerweile bestreitet die Familie ihren Nahrungsmittelbedarf zu zwei Dritteln aus eigener Produktion. Schweine, Schafe, Masthähnchen, Barberie-Enten, Gänse, Kaninchen, Legehennen, Bienen liefern Fleisch, Wurst, Schinken, Eier und Honig. Obst, Kartoffeln, Gemüse und Kräuter stammen aus Garten und Gewächshaus, Getreide und Milch lassen sich kostengünstig von Bauern aus dem Umland beziehen. Aus den Rohprodukten zaubert Ute so ziemlich alles, was man zum Leben braucht: Butter, Sahne, Quark und Joghurt, sie backt Brot und Kuchen, mostet Säfte und Sirup, keltert Fruchtweine aus Kirschen, Pflaumen und Mirabellen, braut Bier und schleudert Honig. Sie hat gelernt, Schafe zu scheren und Wolle zu spinnen. Und hat es sogar geschafft, ihre obercoolen 16- und 17jährigen Söhne zu super Spinnern zu machen. Nur wenn's dem Federvieh an den Kragen geht, hat sie den entscheidenden Moment bisher lieber an eine handfeste Halsumdreherin aus dem Dorf delegiert. "Beim nächten Mal", sagt sie und lächelt etwas verzagt, "werde ich vielleicht nicht kneifen...mal sehen." Kommt man bei Lufts in die Diele, stehen immer überall Bottiche, Krüge, Flaschen, Töpfe, Fässer, Bleche, in denen irgendetwas reift, gärt, trocknet oder zieht. Und aus der Küche hört man das Surren der Getreidemühle, während Nesthäkchen Ben am Tisch sitzt und Ringelblumenblüten zupft - für die Creme, auf deren heilsame Wirkung Ute schwört. Ihr neues Leben hat nichts mit jenem lieblichen Country-Lifestyle zu tun, der so überaus photogen in Hochglanz-Magzinen präsentiert wird. Ihr Leben ist eine Baustelle, auf der jeder mit anpacken muss. Als Belohnung gibt es das befriedigende Gefühl, zu wissen, woher der Braten kommt, der im Ofen schmurgelt. Natürlich müssen die Jungs nicht auf ihre geliebte Nutella verzichten, auch nicht auf Kaffee, Tee oder Kakao. Aber um die geschmacksverstärkte Warenwunderwelt der Food-Designer, die auch längst auf dem platten Land angekommen ist, macht die Familie einen großen Bogen. Und wir haben einen Ort, an dem wir Essensreste in die Nahrungskette zurückgeben können. Ab damit zu den Schweinen, Hühnern, Enten. Das ist praktisch und nimmt uns das schlechte Gewissen, Verschwender zu sein. Und so geben uns die Nachbarn von gegenüber jedes Wochenende neue Nahrung für die aktuelle Diskussion über Werte, Nachhaltigkeit und gesunde Lebensmittel. Beim Nachwuchs ist das Bewusstsein für diese selbstgemachte Lebensqualität auch schon auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Beste am Landleben? "Ich bin hier zum Gourmet geworden", sagt Jan, der Siebzehnjährige, "das wäre mir in der Stadt bestimmt nie passiert."
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