Startseite

Reise ins Reich von Kim Jong Un

Was ist das für eine Nation, die ihre Herrscher vergöttert? Nordkorea ist nicht nur unwirtlich, sondern auch eine Welt mit kleinen Wundern. Bericht einer Expedition in ein Land voller Überraschungen.

Von Christoph Kucklick

  Die 105-stöckige Ryugyong-Pyramide in Pjöngjang: Unter dem Prestige-Objekt schultern Passanten unbeirrt sperrige Lasten.

Die 105-stöckige Ryugyong-Pyramide in Pjöngjang: Unter dem Prestige-Objekt schultern Passanten unbeirrt sperrige Lasten.

Als Herr Kim kurz nach unserer Ankunft wie selbstverständlich eine Art iPad aus der Tasche zieht, um ins landesweite nordkoreanische Intranet zu gehen, ahne ich, dass dieses Land meine Gewissheiten strapazieren wird. Denn es ist ein Tablet Computer aus heimischer Produktion, ein graues, kantiges Brettchen, und die Herren Kim und O, ohne die wir keinen Schritt tun dürfen, schauen sich auf dem Touchscreen am liebsten Videos ihrer Kinder an, wie sie Klavier spielen oder vom Klettergerüst fallen. Nordkoreas lustigste Heimvideos. Und ich dachte, das Land sei derart verschlossen, dass es vom Computerzeitalter nicht einmal gehört habe.

Das ist erst der Anfang der Verwirrung. Die Herren Kim und O, die uns keine Sekunde aus den Augen lassen, machen die Sache nicht einfacher. Sie rauchen Kette, sie trinken Schnaps und Bier mittags und abends, und sie singen leidenschaftlich bis tief in die Nacht Karaoke. "Wir Nordkoreaner", sagt Herr O in tadellosem Deutsch, "sind wie Italiener: Hauptsache, das Leben genießen."

Klar, denke ich. Doch in der Tat speisen wir geradezu unverschämt üppig in exzellenten Restaurants, die es an allen Orten unserer Reise gibt. Wir essen Rindfleisch mit Ginkgo und Pinien, die wunderbare Kaltnudelsuppe, köstlichen marinierten Fischrogen und sogar italienische Pasta, deren Zutaten frisch aus Europa kommen. Schlemmen in Nordkorea - wie kann das sein? Und: Darf es sein?

Boomland Nordkorea?

Was ist eine gelungene Reise? Vielleicht eine, die mehr Fragen erzeugt als Antworten. Die eine Flut widerstreitender Gefühle auslöst. Die kein Fazit erlaubt. So gesehen, wäre Nordkorea ein gutes Reiseland.

Die Verwunderung beginnt bereits beim Check-in am Flughafen in Beijing. Zu den vielen Merkwürdigkeiten in diesem merkwürdigen Land zählt, wie einfach es ist, hineinzukommen: Touristen buchen eine Pauschalreise. So war unser Flieger nach Pjöngjang voll mit Rentnern aus der Schweiz, Italien und, ja, vom Erzfeind USA. Statt rund 1500 westliche Besucher jährlich wie bisher reisten 2012 vermutlich mehr als 5000 ein.

Boomland Nordkorea? Als wir den Herren Kim und O den Begriff "Boom" erklären, nicken sie heftig. Das wäre toll, sagen sie, bevor sie uns die freundlichsten Seiten des Landes zeigen. Die verwirrendsten. Auf dem Moran-Hügel etwa, einer grünen Kuppel über den grau-weißen Betonquadern der Hauptstadt Pjöngjang. Es ist der Gründungstag der "Partei der Arbeit Koreas", ein hoher Feiertag, die Arbeit ruht, spätherbstliche Hitze umhüllt die Stadt. Familien haben es sich auf großen Decken im Park bequem gemacht, sie braten Lammspieße und Tintenfische, dazu gibt's reichlich Kimchi, Kartoffelsalat mit Mayo, Reiskuchen - und natürlich Bier und Schnaps in endlosen Strömen.

Leckereien per Stäbchen

Nordkoreanern sei der Kontakt zu Ausländern verboten, hatten wir gehört, aber hier gilt das nicht, hier werden wir - und andere Touristen - überall eingeladen: Die Picknicker reichen uns bis zum Rand gefüllte Gläser, sie heben ihre Kinder auf unsere Arme und fotografieren uns mit neuesten Digitalkameras, manche schieben sogar mit ihren Ess-Stäbchen Leckereien in unsere Münder - die höchste Form koreanischer Gastfreundschaft.

Und dann fordern sie uns auf zum Massentanz. Aus einem Lautsprecher dröhnen Hits wie "Freunde, wir treffen uns an der Front" und "Unter dem Banner der Partei", und dann beginnen hunderte von Leuten auf einer Wiese zu tanzen: kleine Kinder, alte Männer in Uniform und Mao-Mütze, Teens mit T-Shirts in zerbrochenem Englisch ("Love will hate you apart"), sie kreiseln schwungvoll, jeder für sich, sie singen, klatschen, werfen die Arme in die Höhe, und es könnte nicht fröhlicher sein.

Auf dem Wege zum weltstärksten Land der Erde

Anschließend winken uns ein paar Studenten heran. Sie schenken ihren letzten Schnaps aus und heben die Blechtassen "in Dankbarkeit für die große Fürsorge des geliebten Führers, Marschall Kim Jong Un". Er ist der junge, neue Führer des Landes, seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 ruhen die Hoffnungen auf dem etwa 30-Jährigen.

Was er nun vorhabe, frage ich einen der Studenten, der gerade sein Wirtschaftsstudium absolviert hat und kaum jünger ist als der Marschall. "Für die Zukunft unseres Landes kämpfen", sagt er sanft. Und wie sieht diese Zukunft aus? "Wir hatten harte Jahre", übersetzt Herr Kim, "aber nun sind wir bereit, das weltstärkste und weltreichste Land der Erde zu werden!" Und wann wird das sein? "In absehbarer Zeit." Aber um die Spitze zu erreichen, gebe ich zu bedenken, müsst ihr rund 150 Länder überholen. Der Student stutzt. Dieser Abstand ist ihm offenbar nicht geläufig. Dann zuckt er die Schultern und sagt mit erhobenem Kopf: "Na und!"

Die neuen Zeiten

Sie sind der leuchtende Traum, seit Kim Jong Un davon gesprochen hat, den Lebensstandard des Volkes zu heben. Endlich. Und wie überall wird der Fortschritt in Kalorien, Wärme und Licht gemessen. Das vor allem: Licht. Fast ein Jahrzehnt lang versank die Hauptstadt jeden Abend in einem schwarzen Nichts, weil Strom fehlte. Jetzt verschwindet die Stadt nur noch tief in der Nacht. Einmal schaue ich um drei Uhr morgens, geweckt vom Jetlag, aus dem Hotelzimmer, da ist kein einziges Licht zu sehen, kein Ton zu hören, als hätte man die Drei-Millionen-Metropole einfach ausgeknipst. Jede Nacht kehrt Pjöngjang in seine gespenstische Vergangenheit zurück.

Ansonsten aber funkeln Inseln des Lichts. Restaurants öffnen abends; Ampeln flammen auf, vor denen sich erstmals in der Geschichte des Landes kleine Staus bilden, sogar Mercedes und BMW finden sich darin, denn in den letzten Monaten wurden etliche ins Land importiert; und die Neonzeichen der wenigen Geschäfte leuchten, manche führen sogar Orangen oder Bananen – ein Traum auch das.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools