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Schon wieder – jetzt schmeißt United ein Hochzeitspaar aus dem Flieger

Ein Brautpaar will von Houston nach Costa Rica in die Flitterwochen fliegen. Doch daraus wird nichts. Ein US-Marshall wirft sie aus dem Flugzeug. Statt Resort am Strand hieß es: Honeymoon im Airport-Hotel.

Boeing 737 von United Airlines

Eine Maschine vom Typ Boeing 737 von United Airlines, die Brautpaar in Houston verlassen musste.

Kein Fingerspitzengefühl im Umgang mit Passagieren scheint die Fluggesellschaft United zu haben. Auch nach dem brutalen Rauswurf bei einem überbuchten Flug in Chicago in hat die US-Fluglinie nichts dazugelernt.

Nun musste in Houston ein Paar auf dem Weg zu ihrer Hochzeit den Flieger verlassen, nachdem sie bereits in der Boeing 737-800 Platz genommen hatten: Michael Hohl und Amber Maxwell waren auf dem Weg von Utah nach Liberia in Costa Rica, als sie am Bush International Airport in Houston zum UA1737 umsteigen mussten.

Ihr Fehler: Da einer ihrer Sitzplätze von einem schlafenden Passagier besetzt war, hatten sie sich drei Reihen weiter vorne auf zwei freie Plätze gesetzt. Was sie nicht wussten: Es handelte sich um Reihen der sogenannten Economy Plus, einer Reiseklasse, bei der es sich zwar um identische Sitze aber mit etwas mehr Sitzabstand handelt.

Gefahr für die Sicherheit anderer Passagiere

"Wir dachten, es wäre keine große Sache", sagte Hohl dem örtlichen Fernsehsender "KHOU-TV", "wir haben ja nicht versucht, uns einen Platz in der First Class zu erschleichen." Nach Angaben des Paares waren sie bereit, den Aufpreis zu zahlen. Doch die Flugbegleiter ließen sich darauf nicht ein.

Laut dem Portal "DallasNews.com" nahmen beide daraufhin auf den ursprünglich zugewiesenen Sitzen Platz. Doch damit war das Ganze für die Airline-Mitarbeiter nicht erledigt. "Sie sagten, wir seien eine Gefahr für die Sicherheit der anderen Passagiere", so Michael Hohl. Sie riefen die Sicherheitskräfte, die beide aus dem Flugzeuge beförderten - dieses Mal immerhin ohne Blutvergießen.

"Es gab keine bösen Worte auf beiden Seiten. Als wir aufgefordert wurden, verließen verließen wir das Flugzeug ruhig und höflich", fasst Amber Maxwell auf ihrer Facebook-Seite die Vorkommnisse in Houston zusammen. "Das Personal lachte und kicherte, als ich weinte." Das einzige Entgegenkommen der US-Fluglinie: Dem Paar wurde von ein Hotelzimmer zu einer vergünstigten Rate angeboten und eine Umbuchung für einen Flug am Folgetag.

Die Maschine hob nach dem Zwischenfall mit 25 Minuten Verspätung ab. Das Paar erreichte  mit einem Tag Verspätung - noch rechtzeitig zu ihrer Hochzeit, die dort am Donnerstag stattfinden soll.

United-Boss entschuldigt sich

Der Satz des United-Unternehmenschef Oscar Munoz von Montag klingt wie Hohn: "Wir sind fester entschlossen denn je, den Kunden ins Zentrum all unserer Aktivitäten zu stellen", sagte er bei Vorlage der Quartalszahlen. Nach dem Skandal um den gewaltsamen Rausschmiss eines Passagiers aus einem United-Flugzeug, gelobte er Besserung. Der "Zwischenfall" sei eine "demütigende Erfahrung" gewesen, er übernehme die volle Verantwortung, ergänzte Munoz. Einen Rücktritt schloss er jedoch aus.

Vor gut einer Woche hatte sich der der 69-jährige Passagier David Dao geweigert, seinen ihm zuvor angewiesenen Sitzplatz in einer Maschine wieder freizugeben. Daraufhin wurde er von Polizeibeamten am O'Hare Airport in Chicago gewaltsam herausgezerrt. Nach Angaben seiner Anwälte, die jetzt Klage gegen United einreichen wollen, wurde ihm unter anderem das Nasenbein gebrochen.

Der Vorfall entwickelte sich für die Airline zum PR-Desaster: Laut einer Online-Umfrage in den USA sagte die Mehrheit der Befragten, sie würden lieber mit einer anderen Gesellschaft als United von New York nach fliegen, der wichtigsten Flugstrecke der Airline in den Vereinigten Staaten.


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