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Situation für Touristen wird gefährlicher

Seit Tagen protestieren Regierungsgegner auf Bangkoks Straßen. Am Wochenende eskalierte die Situation - auch an Orten, die von Touristen gern besucht werden. Das Auswärtige Amt hat die Sicherheitshinweise für Thailand angepasst.

Die Szenen, die sich seit fast vier Wochen in Bangkoks Straßen abspielen, verunsichern Thailandurlauber. Regierungsgegner, die sogenannten Rothemden, demonstrieren gegen den Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Zunächst lösten die Proteste lediglich Verkehrsstörungen aus, mehrere Einkaufszentren und Geschäfte schlossen vorübergehend, Luxus-Hotels verbarrikadierten ihre Eingänge. Am 7. April wurde der Ausnahmezustand verfügt.

Am Wochenende eskalierte die Situation. Das Militär schoss in die Menge. Mehr als 20 Menschen starben, hunderte Demonstranten wurden verletzt. Die Proteste beschränken sich auf Teile von Bangkok. Die Rajdammoen Nok Road, die Makkawan Rangsan Bridge in der Nähe des Parlaments in Bangkok, das Demokratiedenkmal und die Straßenkreuzung Ratchadamri/Ploenchit Road sind aber bei Touristen beliebte Routen durch die Stadt. Das thailändische Fremdenverkehrsamt empfiehlt, diese Orte sowie Menschenansammlungen zu meiden.

Bislang keine Reisewarnung

Das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung für Thailand herausgegeben, rät lediglich, die Demonstrationsorte zu meiden. Der Flugverkehr in Thailand, insbesondere über den internationalen Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok, verläuft planmäßig und störungsfrei.

Über eine Telefon-Hotline des Außenministeriums in Bangkok (+66/2575-1023, +66/2981-7225, +66/88-022-1540, +66/88-022-1541) sowie die Servicetelefone des Fremdenverkehrsamtes Thailand (in Bangkok Tel. 1672) können sich Touristen über die aktuelle Situation informieren. Die Hotline der Tourist Police hält Informationen zur aktuellen Verkehrssituation bereit.

Touristen feiern Songkran Fest mit Wasserschlacht

Die Demonstranten fordern einen Rücktritt Abhisits und Neuwahlen, der Regierungschef lehnt dies bislang ab. Die Rothemden unterstützen den 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Nachdem man die Demonstranten hat wochenlang gewähren lassen, wurde der Ausnahmezustand verhängt und das Militär hinzu gerufen, als sich die Demonstranten in Touristen- und Geschäftsvierteln bewegten und Hotels besetzten. Die Börse in Bangkok reagierte zu Wochenbeginn mit deutlichen Kursverlusten auf die gewaltsamen Zusammenstöße. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes.

Dass einige Urlauber sich von den blutigen Protesten nicht in ihren Ferien stören lassen, zeigen ebenfalls Straßenschlachten, allerdings mit Wasserpistolen und aus heiterem Anlass. Auf der Khao San Road, unweit der Demonstrationen, versuchen Thailänder wie Touristen das Bild der Normalität zu wahren. Sie lassen sich zum Songkran Fest, das den Beginn des neuen Jahres im thailändischen Kalender markiert, von bunt bemalten Elefanten nass spritzen und antworten mit Feuer aus Wasserpistolen.

swd mit AFP, AP/AP
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