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28. September 2006, 09:18 Uhr

Einsam karge Schönheit

Von rauer Wüste umgeben und von Winden gepeitscht liegt der Lake Turkana einsam im Norden Kenias. Touristisch ist dieses Gebiet kaum erschlossen. Für ein kühles Bier müssen wir eine weite Strecke auf uns nehmen.

Einsamkeit im Norden Kenias: Nur ein paar Fischer treffen wir am Strand© Michael Poliza

Wir sind in Kenia. Ein Aufenthalt voller unglaublicher Eindrücke und Gegensätze. Auf der Suche nach rauer Wildheit fliegen wir zum Lake Turkana. Der See gehört zu den größten in Kenia und zweifelsfrei zu den am wenigsten touristisch erschlossenen. Kenia, das ansonsten über eine breite touristische Infrastruktur verfügt, ist hier oben im Norden noch wild und fast unbewohnt. Das eine oder andere Fischerdorf, ansonsten karge Schönheit, wohin man schaut.

Am Strand von Lake Turkana treffen wir ab und zu ein verlassenes Schiff, manchmal sogar zig Meter vom Ufer entfernt. Vom Sand einverleibt, dank der starken Nachtwinde...

Der Norden Kenias steht gänzlich im Gegensatz zu Äthiopien, unserer letzten Etappe. Diese war geprägt von intensiven Begegnungen mit anderen Kulturen und Ideen. Hier leben auf engstem Raum sehr unterschiedliche Völker zusammen. Viele Eindrücke strömten auf mich ein… Äthiopien ist ein Land, von dem ich definitiv nicht genug habe.

Am Rande des "Jademeers" Das Wasser des Lake Turkana wird von dem Fluss Omo, der vom Norden aus Äthiopien einfließt, gespeist. Von rauer, zerklüfteter und trockener Wüste umgeben wird das "Jademeer" - wie der See auch manchmal genannt wird - fast immer von Winden gepeitscht. Aber dennoch liegt der See nicht völlig verlassen: Prominente Bewohner der Inseln im See sind ganze Heerscharen von Flamingos. Wir können immer noch nicht genug von ihnen bekommen, obwohl Stefan sagt, er fände die Pelikane besser. Also werden wir in den nächsten Tagen mehr nach den wesentlich größeren und schwereren Vögeln Ausschau halten... Kaltes Bier als Rarität Im Südosten des Sees treffen wir auf Wolfgang Deschler aus München. Seit einem Vierteljahrhundert betreibt er die Oasis Lodge und verkauft nach seinen eigenen Worten im Umkreis von 300 Kilometern als Einziger kaltes Bier. Früher sicherlich eine der besten Lodges in Kenia ist sie heute ein wenig ins Alter gekommen. Aber wir fühlen uns sehr wohl und genießen den Aufenthalt. Die Gelegenheit ist günstig und so laden wir alles an Kamera, Laptop und Satellitentelefon auf, was der Generator ausgehalten hat...

Und da sowohl Stefans Frau, Birgit, als auch meine Freundin Sabi aus Europa und Südafrika einschwebten, konnten auch wir beide die eine oder andere Batterie ein wenig aufladen. Die beiden bleiben jetzt die nächsten 14 Tage bei uns, während wir Kenia, Uganda und Tansania besuchen.

Michael Poliza
 
 
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