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21. September 2006, 08:59 Uhr

Keine Spur von Heidi

Für mich war dieser Tag einer der Höhepunkte der Expedition. Schon seit langer Zeit hatte ich den Wunsch, die Simien-Berge in Äthiopien zu besuchen - und jetzt bin ich auf einmal mittendrin in einer der großartigsten Landschaften der Welt.

Die grünen Bergketten im Simien-Nationalpark in Äthiopien© Michael Poliza

Ich glaube nicht, dass hier in den letzten Jahren - vielleicht sogar noch nie - ein Helikopter gelandet ist. Wir, oder besser unsere AGUSTA A109, waren jedenfalls die Attraktion da oben. Der 179 Quadratkilometer große Simien-Nationalpark befindet sich im Norden von Äthiopien. Er ist vor allem der eindrucksvollen Berglandschaft wegen bekannt. Der Park umfasst Höhenlagen von 1.900 bis über 4.500 Meter. Mit 4545 Metern ist der Ras Dejen der höchste Berg Äthiopiens und siebthöchste in Afrika. Der Park wurde 1996 von der Unesco in die Liste der bedrohten Weltkulturerben aufgenommen.

Die Simien-Berge haben optisch nicht viel gemeinsam mit "unseren" Bergen. Alles ist grün und die Böden sind sehr fruchtbar. So sind auch große Teile stark bevölkert und überall sind die malerischen Bergdörfer der äthiopischen Bergbauern zu sehen. Eigentlich sollte die Regenzeit hier schon vorbei sein, aber wir haben uns von Regenwolke zu Regenwolke gehangelt.

Unser Helikopter war die Attraktion© Michael Poliza

Unter Affen

Nach einer Stunden Fahrt in einem etwas in die Tage gekommenen Landcruiser haben wir dann doch tatsächlich Geladas vor die Kamera bekommen. In den Hochebenen Eritreas beheimatet, sind Geladas die einzigen Affen, die hauptsächlich von Gras leben. Sie sind in vieler Hinsicht etwas besonderes und sehen auch so aus. Es war sensationell. Sie nahmen kaum Notiz von unserer Anwesenheit und wir konnten uns gute drei Stunden bei Ihnen aufhalten. In den Bergtälern hingen die Wolken und überall fielen kleine Wasserfälle den Berg herunter. Eine tolle Stimmung! Am Abend sind wir wieder "runter" auf 2000 Meter. Eigentlich wollten wir oben zelten, doch bei strömendem Regen verging uns ehrlich gesagt die Lust. Im Helikopter-Tiefflug hangelten wir uns zwischen den Bergschluchten vorsichtig wieder runter. Nächstes Ziel: Ein Lavasee im Osten von Athiopien. Dort ist es wärmer. So zirka 40 bis 50 Grad.

Michael Poliza
 
 
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