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Feiern mit viel Fleisch und Feuerwerk

In Südamerika jagt bei heißen Temperaturen eine Fiesta die andere: Die Weihnachts- und Urlaubszeit fällt mitten in den Hochsommer, die Übergänge zu Partyanlässen wie Neujahr und Karneval sind fließend. Von Till Bartels

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In Rio de Janeiro: Santa Claus aus Sand an der Copacabana© Marceloa Sayao/EPA

Zwischen der US-mexikanischen Grenze und Feuerland an der Südspitze des Kontinents mischen sich in den Spanisch sprechenden Ländern katholische Weihnachtsbräuche und indianische Traditionen. Statt nachgestellter Krippen oder Krippenspiele wie in Peru brechen Menschen in Mexiko jedes Jahr auf und suchen wie einst Maria und Josef eine Unterkunft.

In Mexiko haben Weihnachtsbräuche wie die Posadas, die Piñata und die Pastorelas ihre Ursprünge in der spanischen Kolonialzeit. So werden am 16. Dezember die Posadas gefeiert: Auf den Straßen oder auch in Häusern versammeln sich Freunde, Bekannte und Nachbarn in Vorfreude auf das kommende Weihnachtsfest. In Erinnerung an die Suche von Maria und Josef nach einer Herberge ziehen die Gruppen wie in einer Prozession durch die Straßen und klopfen mit der Bitte um Unterkunft an die Haustüren.

Topfschlagen auf mexikanische Art

In dem letzten Haus, das vorher festgelegt wurde, nimmt man schließlich die Suchenden auf. Von den Gastgebern werden Speisen und Getränke gereicht, darunter auch Piñatas, mit Süßigkeiten gefüllte Tonkrüge, die mit einem Stock zerschlagen werden, um dem Glück nicht im Wege zu stehen.

Farbenprächtige Theateraufführungen, die Pastorelas, gehören ebenfalls zum mexikanischen Weihnachtsfest. Die Ursprünge dieser Aufführungen reichen bis ins spanische Mittelalter zurück. Die Theaterstücke mit religiösen Inhalten sollten die spanischen Jesuiten bei der Missionierung unterstützen. Bald entwickelten sich daraus in den Dörfern des heutigen Mexikos stimmungsvolle Feste.

Weihnachtstraditionen in den Tropen

Weiter südlich des Äquators herrscht im Dezember Hochsommer. In Rio de Janeiro wird die Adventszeit zum Teil am Strand verbracht. Weihnachten und Sommerferien fallen in dieselben Wochen. Auf dem Stadtsee, der Lagoa Rodrigo de Freitas, wird jedes Jahr auf einem Ponton der größte schwimmende Christbaum errichtet. 80 Meter ragt die mit Abertausenden von Lichtern behängte Baumkonstruktion in den Himmel.

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Weihnachtsbaum in Rio: Spektakel aus Licht, Wasser und Musik auf der Lagoa© Felipe Dana/AP

Noch großspuriger tritt der Weihnachtsmann in Rio auf. Jedes Jahr schwebt er per Hubschrauber ein und lässt sich als Höhepunkt einer Weihnachtsshow in der Maracanã-Fußballarena absetzen, einem der größten Fußballstadien der Erde. Besonders in den Städten Brasiliens wird zum weihnachtlichen Höhepunkt zusätzlich ein bombastisches Feuerwerk abgefackelt.

In den überwiegend von der katholischen Kirche geprägten Ländern Südamerikas sitzen die Familien nach dem Gottesdienstbesuch am 25. Dezember zusammen am Tisch, teilen sich Geflügel, Schweinebraten und gegrilltes Rindfleisch, insbesondere im Süden Brasiliens und in Argentinien. Statt Lebkuchen kommt als Nachtisch eher Panettone auf den Tisch, deren Rezepte die vielen Einwanderer aus Italien mitbrachten. Jedoch finden bei dem Hefekuchen statt Äpfel und Honig eher Bananen und Ananas, Rohrzucker und Erdnüsse Verwendung.

Am 6. Januar gedenken die Südamerikaner der Ankunft der Heiligen Drei Könige. Anders als in Mitteleuropa ist dies der Tag der Bescherung, auf den sich nicht nur die Kinder ein ganzes Jahr lang freuen. Eine besondere Tradition ist der "Rosca de Reyes", ein süßer Hefekuchen mit kandierten Früchten, der am Dreikönigstag gegessen wird. Nach diesem Datum verschwinden auch die Weihnachtsbäume aus den Auslagen und Zimmern. In Brasilien konzentrieren sich die Menschen schon auf das nächste Großereignis, auf den Karneval.

Seite 1: Feiern mit viel Fleisch und Feuerwerk
Seite 2: Rezept aus Brasilien: Schweinfilet an braunen Bohnen
 
 
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