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Mit einer ungewöhnlichen Aktion macht ein New Yorker Restaurant auf sich aufmerksam: Besucher von Marlow and Sons im hippen Stadtteil Williamsburg sollen das zu sich genommene Essen auf Dauer in Erinnerung behalten und deshalb Accessoires, wie beispielsweise Taschen, aus der Haut der verzehrten Tiere erwerben können.
US-Präsident Barack Obama muss um sein milliardenschweres Konjunkturpaket bangen. Im US-Senat hat sich die Debatte um die Staatshilfen zugespitzt. Die Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern um die Details des geplanten 900 Milliarden Dollar schweren Pakets sind ins Stocken geraten - obwohl Obama erneut vor einer "Katastrophe" warnte.
Marius Müller-Westernhagen singt "Zu lang allein" aus seinem Album " Williamsburg"
Oder: Die Einen sagen so, die Anderen sagen so Worum es diesmal geht: Lieblingssachen fürs Leben, Wolfgang Tillmanns und ein grandios-kleines/ein kleines-grandioses Buch, Post von der Tochter, mal wieder fundamentale Fragen, mal wieder keine fundamentale Antworten, Überforderung vorher/Überforderung nachhher, zwei Kissen (lieb gewonnen),Williamsburg, Bergen, Hamburg. Kennen Sie das? Es gibt so Dies oder Jenes, was einen das ganze Leben hindurch begleitet. Wenn der getrennte Papi - nur so zum Beispiel - keine Süßigkeiten mehr in der Schublade hat, was eigentlich seit Jahrzehnten kaum vorstellbar, aber tatsächlich als ein Fall ist (er meint, er ißt zu viel davon, allerdings immer schon), dann wird woanders geschaut, wo denn bloß die Haferflocken stehen könnten, die, gefunden, mit einigen Löffeln Kakaopulvers und Milch (immerhin Bio oder so) gemixt, relativ rasch zu sich genommen werden. Als ob dies nun gesünder sei als Süssigkeiten. Der Tee hinterher, Pfefferminze, ist des Abends auch schon lang obligatorisch, denn - heute Abend gerade mit einem Freund darüber ausgetauscht - der getrennte Papi hat noch nie allein zuhause Alkohol getrunken, schon die Idee davon schiene ihm absurd. Merkwürdig ist, dass er bisweilen, trinkt er den Pfefferminztee in grösserer (Männer-)Runde, deswegen tatsächlich und wirklich mit ganzen Ernste verbunden aufgezogen wird. Von Jungs, die doch selber schon einen, sehr ordentlich, nein unordentlich, im Tee haben. Männer-Rituale können schon strange sein, so oder so; nein, teilweise sind sie wirklich doof. Wie kam ich da jetzt drauf? Wahrscheinlich über Wolfgang Tillmans, einen der bedeutendsten, zeitgenössischen Photographen, den ich leider bislang noch nie kennengelernt habe. Ich stelle mir aber immer vor, er würde überhaupt nicht lachen, wenn ich des Abends einen Pfefferminztee trinken möchte, bei ihm daheim, er hätte sogar frische Minze da, "immer", denke ich mir. Die Kurve zu oben erwähntem grandios-kleinem/kleinem-grandiosen Buch, mehr oder weniger lässig zu kriegen ist - Sie glauben es wohl kaum - gänzlich nicht schwer. Sein "Concorde"-Büchlein, erschienen im Jahr 1997 ist eines der schönsten Büchlein, die ich empfehlen könnte (wobei ich gar nicht zu berichten wüsste, ob es außer in modernen Antiquariaten noch zu kriegen wäre). Nun, "Concorde" steht in einem kleinen Ständer, der aussen an der Dusche in der kleinen Behausung des getrennten Papi hängt und jede Woche wird eine andere Doppelseite aufgeschlagen des durch die Feuchtigkeit immer weiter verwitternden Büchleins und die Kinder, wenn sie mal duschen (sie baden lieber, das verstehe ich nur zum besten), merken ein jedes Mal, wenn es eine neue Concorde-Perspektive hat und ein jedes Mal fragen sie erstaunt, warum es dieses tolle Flugzeug (welches übrigens nur 14mal, ausgenommen einige Prototypen, gebaut wurde) keineswegs mehr gibt. Aber wie faszinierend ist auch: ein so "supermoderner Anachronismus" (Tillmanns) schlägt heute noch durch schier futuristisches Design kleine Kinder in den Bahn des Wunsches, "die Zeit zu überwinden." Und was ist noch phänomenaler? Natürlich wenn man als getrennter Papi einmal mehr Post von der Tochter bekommt, sie wird einem in die Hand gedrückt, verbunden mit dem Hinweis, man möge sie erst später öffnen und man müsse doch bitte vor dem Schlafengehen nochmals anrufen, wie man den Brief denn so finde. Natürlich ist er ganz entzückend, zumal er doch an den "besten Papi der Welt" (logo, oder?) adressiert ist. Was uns selbstverständlich zu fundamentalen Fragen/ohne fundamentale Antworten parat zu haben, führt, unweigerlich. War man nicht vor der Trennung genauso überfordert mit einer neuen Rollenvorstellung wie nach der Trennung? Vorher: sollte man erst einem, dann zwei Kindern ein sehr guter Vater sein, für die Frau hatte man als Freund und Liebhaber die soft/starke Schulter zu geben, für einen selber hatte man gefälligst im Job erfolgreich zu agieren, ohne sich Blössen zu geben (schon mal gar nicht im oft pseudolistischen Medien-Dschungel), für den Rest der Welt galt die starke Vermutung, man habe das (Familen-)Leben doch einigermaßen übersichtlich im Griff. Und nach der Trennung? Will man zwei Kindern ein noch viel/viel/viel besserer Papi sein, gerade weil man nicht dauernd für sie da sein kann, für die Mutter ist man irgendwie/irgendwie auch nicht weiterhin die soft/starke Schulter, Blössen darf man sich im Job noch weniger geben und das Familienleben hat man nun besonders in/nach der Trennung gefälligst im Griff zu haben. Vermutlich kommt nun Frau Schwarzer mit ihrem erhobenen, feministischen Zeigefinger um die Ecke und höhnt: "Stellen sich mal nicht so an, Frauen haben Ewigkeiten die Doppel-und Dreifach-Belastungen aushalten müssen." Stimmt, aber erstens hat Frau Schwarzer meines Wissens keine Kinder (da ist sie eben in ihren Urteilen genauso fälschlich gewickelt wie ein Ole von Beust mit desaströser Schulpolitik, über manche Umstände im Leben kann man nur aus ureigner Anschauung urteilen). Und zweitens habe ich gar nichts gegen die Hälfte des Himmels, nie was dagegen gehabt. Nur, manchmal ist es eben ganz einfach, Ihr ewigen Polit-Besserwisser: Der getrennte Papi würde eben gerne seinen Kindern klarere Antworten geben, warum es etwa mit Mami nicht mehr so schön ist wie früher oder warum man sich nicht doch wieder öfter haben kann oder warum es nicht eigentlich doch besser wäre, wenn die Erde wieder eine Scheibe wäre. So hält das kleine Leben also doch immer wieder, gleich in welchen Phasen, mithin übergrosse Aufgaben für uns bereit, deren Abarbeitung noch viele Stunden mit vielen Pfefferminztees (oder so ähnlich) erfordern dürfte. Wollen wir Eltern nicht unseren Kindern immer ehrliche Antworten geben? Geben wir Eltern uns denn immer die ehrlich-reflektierten/reflektiert-ehrlichen Antworten? Nö. Aber jetzt ist es dem getrennten Papi zu spät für einen dritten Pfefferminztee und er schnappt sich nun seinen beiden Lieblingskissen (No.1: vorne der Dalai Lama, hinten der Spruch "Wahrheit macht Arbeit"; No.2: Vorne "Save The Planet", hinten grün), schlängelt sich auf das schmale Bett und wünscht sich vielleicht ins New Yorker Williamsburg an die Waterfront, wo kürzlich Modest Mouse gespielt haben. Oder er wünscht sich nach Bergen: "Das Hotel erlaubt Blicke auf Berge mit Nebeln im Haar, auf das krumme Hallendach des Bahnhofs und Teile von Fahrgästen...Und abends, bei der Einfahrt in die Stadt, liegen über Wasser arglos die Ränge der Wohnzimmerlampen gestaffelt und erregen dem fühllosen Betrachter Mitleid und Rührung." Schrieb 1963 Uwe Johnson an Dagrun und Hans Magnus Enzensberger in unnachahmlich-poetischer Prosa. Oder aber er weiss wirklich das ferienleere Hamburg zu schätzen, das bei Sonne und Regen gleichermaßen ganz eine ganz wunderbare Stadt ist. Und er weiss etwas Anderes noch ganz genau, folgende Sätze möchte er jedenfalls seinen Kindern einstmals nicht erwidern mögen: "Lieber Uwe, bitte sieh mir nach, dass ich auf deinen Brief vom Oktober letzten Jahres nicht geantwortet habe. Das war aus Ratlosigkeit." (Hans Magnus Enzensberger an Uwe Johnson im April 1975). Tja, und wie finde ich nun für einen einigermaßen sinnvollen Schluss? Ich glaube, den hab' ich diesmal echt verpasst. Aber dazu mehr alsbald vom getrennten Papi...
Wie gut kennen Sie den Times Square, die genaue Höhe des Empire State Building und die Attraktionen im Central Park? Dann testen Sie Ihr Wissen über Manhattan.
Deutsche Pop-Dinos, ein Revival, das jetzt erst richtig Fahrt aufnimmt, dazu jede Menge exquisiter Tourneen und Alben und die Mutter aller Rock-Dokus - das Jahr 2010 wird ein bewegtes Popjahr.
Beim verheerendsten Bombenanschlag im Irak in diesem Jahr sind in Bagdad mehr als 130 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter zündete einen Sprengsatz in einem Lastwagen auf einem Marktplatz.
Der Jetlegger ist zu Besuch bei einer Hip-Hop Crew im Getto von Brooklyn/New York. Von Graffiti, Hip Hop, Gangstern, Blunts, den Träumen vom Reichwerden und dem Leben ganz unten in der US Gesellschaft. "Gangster in Brooklyn?", fragt sicher der ein oder andere New York Kenner und denkt an das schöne Brooklyn Heights, Williamsburg, Redhook oder Dumbo gleich auf der anderen Seite des East Rivers. Brooklyn ist groß und einige der 90 Neighborhoods sind immer noch sehr sehr wild. Bushwick ist zum Beispiel eine Gegend, in die ich nicht alleine gehen würde. Flatbush (ist entspannter) und East New York sind auch nicht unbedingt ein Ort für Touristenausflüge. In meiner Firma arbeitete ein 30 jähriger Designer, der zugleich ein "Painter" ist, also zur Freestyle Graffiti/Hip-Hop Szene gehört. John ist Puerto-Ricaner und in Manhattans Lower East Side geboren. Er ist Mulatte und New Yorker mit Herz und Seele. Irgendwann im Sommer sprühen wir gerade meinen VW-Bus in Brooklyn und als wir fertig sind, fragt er, ob ich ihn nicht zu ein paar Freunden "um die Ecke" fahren kann. Schon bei der Anfahrt wird es mir mulmig. Heruntergekommene Häuser mit zugenagelten Fenstern. Einige davon ausgebrannt. Auf dem Bürgersteig stehen kaputte und ausgeräumte Autowracks. Auf den Straßen sind kaum Leute und die paar Schwarzen, die wir treffen, sehen mich finster an. Als "Skinny" bin ich in der Neighborhood nicht willkommen, aber beschützt durch meinen Lower East Side Homeboy John. Ich kann kaum glauben, dass es noch solche Viertel in New York gibt. Wir stoppen vor einem der Häuser und John lädt mich ein mit hinaufzukommen. "My boys are having a session. Come join us", sagt er. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist, aber nach einigem hin und her hat er mich überredet. Schließlich bekomme ich die Gelegenheit so schnell nicht wieder. Auch hier, die Fenster im Erdgeschoss mit Holzlatten vernagelt. Im ersten Stock wohnen ein paar schwarze Jungs mit Ihren "Latina Chicas", wie sie ihre Freundinnen nennen. Ich werde nicht unbedingt herzlich empfangen und mit Misstrauen betrachtet. Nur meine Tattoos sind wohl OK für die Leute, denn das ist in Gangster Kreisen üblich und ein Ausdruck der Härte. Außerdem haben Cops keine Tattoos, zumindest nicht so Große wie ich. Erst als John mich als "Painter" aus Deutschland vorstellt und wir ein bisschen im Slang reden, werden die Jungs warm. Nur die "Chicas" dissen mich noch und sehen nur von oben auf mich herab. Im Fernsehen läuft ein Porno und zwei der Mädels sitzen vor der Glotze und reden über tägliches Allerlei. In der Küche schreit ein Baby. Wie's gehts weiter mit dem Jetlegger und den schweren Hip-Hop Jungs? Morgen gibt's den zweiten Teil und da gehts um Beat's, Rhymes und Blunts in Bushwick.
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