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Erst besuchen sie ein Fußballspiel im Stadion, am nächsten Tag gehen die WM-Touristen in Südafrika auf Safari. Bei der Löwenpirsch im Nationalpark verlassen manche völlig unbedarft ihren Leihwagen, um sich mit Wildtieren fotografieren zu lassen.
Es war zu befürchten, und es scheint so zu kommen: Seit das Team Südafrikas praktisch keine Chance mehr hat, im Turnier zu bleiben, lässt die WM-Begeisterung am Kap merklich nach. Vuvuzelas und Südafrika-Flaggen werden zu Ladenhütern - und für die Stimmung sind nun die auswärtigen Fans zuständig.
Die Zahl der WM-Touristen wird geringer ausfallen als bisher angenommen. Statt 450.000 Besuchern erwartet die Fifa nun deutlich weniger Gäste.
Jetzt ist es offiziell: Für die drei Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2010 in Südafrika wurden in der ersten Verkaufsphase sogar noch weniger Karten verkauft als bislang angenommen.
Südafrika ist ausgerechnet zur Fußball-Weltmeisterschaft offenbar kein lohnendes Reiseziel: Bislang sind die WM-Tickets noch ein Ladenhüter. Und wer sich in Fankreisen und der Tourismusbranche umhört, der mag nicht glauben, dass sich das bis zum Sommer noch ändert.
An mangelnder Unterstützung dürfte es nicht gelegen haben, wenn England in diesem Jahr wieder nicht Weltmeister wird. Mehr als 100.000 Fußball-Fans von der Insel werden in Deutschland erwartet - so viele WM-Touristen wie aus keinem anderen Land.
Wenn 2010 die Fußball-WM beginnt, will sich Südafrika der Welt als perfekter Gastgeber präsentieren. Doch seine Gäste wird man mit riesigem Polizeiaufgebot schützen müssen - und die Nationalelf, die ein gespaltenes Land in Euphorie versetzen soll, gleicht einem Witz.
Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye hat dunkelhäutige Besucher der Fußball-WM vor Reisen nach Brandenburg gewarnt. Ministerpräsident Platzeck spricht von einer durch "nichts zu rechtfertigenden Verunglimpfung".
Mit seiner Warnung vor "No-Go-Areas" für Ausländer in Brandenburg hat der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye eine heftige Debatte ausgelöst. Nach anfänglich harscher Kritik mehren sich nun die Stimmen derer, die Heye zustimmen. Daniel Cohn-Bendit sagte, in manchen Gegenden sei es "schick, Rassist zu sein".
Deutschland hat geladen und viele sind gekommen. Aber sind wir auch gute Gastgeber? Was wurde aus den No-Go-Areas? Und wie erleben holländische Fans Feindesland? stern.de hat nachfragt.
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