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Ratgeber Südafrika entdecken

Wenn der Elefantenbulle auf Fußballfans zurast

Erst besuchen sie ein Fußballspiel im Stadion, am nächsten Tag gehen die WM-Touristen in Südafrika auf Safari. Bei der Löwenpirsch im Nationalpark verlassen manche völlig unbedarft ihren Leihwagen, um sich mit Wildtieren fotografieren zu lassen.

Südafrika, WM-Touristen, Pilanesberg, Krüger Nationalpark, Kruger National Park, Rustenburg

Im Pilanesberg Nationalpark: Giraffen kreuzen die Piste© Jerome Delay/AP

In Südafrikas Nationalparks schlagen Wildhüter die Hände über dem Kopf zusammen. Seit die Invasion der WM-Touristen in den Tierparadiesen des Landes begonnen hat, mehren sich haarsträubende Geschichten von unbedarften Urlaubern in lebensgefährlichen Situationen.

Im Krüger-Nationalpark wurden Touristen dabei beobachtet, wie sie aus ihren Wagen stiegen und vor einem Rudel Löwen fürs Erinnerungsfoto posierten. "Es ist seit zwei Wochen der helle Wahnsinn hier ... Die behandeln das hier wie einen Zoo", erklärte ein Parkranger Journalisten. Er habe mitten im Tierparadies einen Fan regelrecht in seinen Kleinbus schubsen müssen, weil der erst noch mal Wildtiere aus nächster Nähe fotografieren wollte.

Die Zeitung "The Star" veröffentlichte am Donnerstag ein Foto, das lateinamerikanische Urlauber im Pilanesberg-Naturpark lachend mit geöffneten Wagentüren vor einem anstürmenden Elefantenbullen zeigt. "Selbst als der Elefant einen Scheinangriff auf sie startete und gerade mal einen Meter vor ihrem Auto stoppte, lachten sie noch immer", zitiert das Blatt einen Augenzeugen.

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Stau mit geöffneten Wagentüren auf der Safaristraße: Rechts im Hintergrund stürmt der Elefantenbulle heran© Bruce Muno/The Star/DPA

Ein anderes Paar habe sich den heranstürmenden Bullen aus dem offenen Wagendach angeschaut - die Beifahrerin habe sich dann umgedreht, um ein Foto von sich und dem heranstürmenden Elefanten schießen zu lassen. "Die hatten keine Ahnung, wie nahe sie dem Tod waren - und traurigerweise fanden die das alle auch noch lustig", meinte Reiseleiter Bruce Munro.

Im Temporausch durch den Wildpark

Die Parkbehörde hatte nach zahlreichen tödlichen Unfällen mit Wildtieren in den vergangenen Jahren die Konsequenzen gezogen und versucht, die Regeln durch Geldbußen durchzusetzen. Sie sehen vor, dass Besucher wegen der großen Gefahr einer Wildtier-Attacke auf keinen Fall ihre Autos verlassen dürfen. Zudem wurden zur Haupt-Urlaubszeit Radarfallen im Naturpark installiert.

Viele Besucher waren oft mit einem wahren Affenzahn durch das Wildgelände gerauscht, ohne dabei Rücksicht auf kreuzende Tiere zu nehmen. Eine Radarfalle blitzte einen der Raser im Krüger-Nationalpark, Südafrikas größtem Tierparadies, statt mit erlaubten 40km/h Höchstgeschwindigkeit (50km/h auf Teerstraßen) mit Tempo 132. Die Parkbehörden haben bereits Hunderte Geldbußen verhängt, weil die Besucher entgegen der Regeln des Parks entweder die Wildtiere mit plärrender Musik aus den Autolautsprechern beschallt oder die Fahrzeuge verlassen hatten.

Jährlich kommen mehr als vier Millionen Besucher in die großen Wildparadiese des Landes - 1,3 Millionen davon allein in den Krüger-Nationalpark, das populärste Tier-Idyll des Landes. Der mehr als 110 Jahre alte Park war 1898 vom damaligen Präsidenten Paul Krüger als Sabie Game Reserve zum Schutz der Wildnis gegründet worden und hatte 1926 den Status Nationalpark und seinen heutigen Namen erhalten. Es ist das Kernstück des grenzüberschreitenden Limpopo-Nationalparks, der angrenzende Flächen in Mosambik und Simbabwe mit einbezieht.

tib/DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
also_ne... (29.06.2010, 08:57 Uhr)
manta (26.06.2010, 11:34 Uhr)
"durchschnittsdeutscher Trottel"
immer wieder toll, was für Adjektive hier auftauchen.
ich bezweifle allerdings, dass es sich bei den Touris um Deutsche handelt. Würde solche Aktionen eher den "durchschnittsenglischsprachigen Trotteln" zutrauen ;-)
re-aktor (28.06.2010, 14:17 Uhr)
Darwin wird es schon richten.
Ab sofort nur noch Drahtesel für Touris...
Swissmiss (27.06.2010, 22:55 Uhr)
Nicht nur auf Safari
Als vor einem oder zwei Jahren nach etwa 100 Jahren endlich wieder ein Braunbär in der Schweiz auftauchte, soll es Leute gegeben haben, die sich dem Tier nähern wollten, weil sie es für einen Teddy gehalten haben. Den Leuten geht ein Verständnis für Wildtiere immer mehr ab. Und wenn dann mal ein Bär zulangt, weil sich ihm Frischfleisch freiwillig nähert, geht wieder das Geschrei los von der Bestie Bär.

Zum Thema Tempoexcesse: Dies ist auch in US-amerikanischen Nationalparks ein leidliches Thema. Die Zahl der Wildunfälle in Nationalparks ist auch dort einfach erschreckend.

Auch ausserhalb von Nationalpars fährt kaum jemand (sowohl in den USA als auch in Europa) in der Dämmerungszeit langsamer - selbt wenn extra Tafeln auf rege Wildwechselstellen hinweisen. Die Zahl der auf Strassen getöteten Wildtiere ist deshalb krass hoch. Es ist aber umso bedauerlicher, dass die Leute nicht mal in Nationalparks ihr Tempo anpassen. Wieso fahren die dann überhaupt da hin, wenn sie es eh gleich wieder kaputt machen?
Gerdd (26.06.2010, 13:02 Uhr)
Ist dem Elefanten doch egal
ob das Fußballfans sind.
Übrigens, das Selbstfahren in den Parks zu verbieten wäre ein ökonomisches Desaster. Dazu kann der geübte Parkbesucher mit dem eigene Fahrzeug legal und sicher Dinge erleben, von denen die von Rangers chauffierten Touris nur träumen können. Wer sich nicht so gut auskennt, ist allerdings mit den Führern besser bedient.

Was allerdings gar nicht geht, das ist das total hirnlose Verhalten, das Sie in ihrem Artikel beschreiben. Da wäre die Parkverwaltung gefordert. Offensichtlich hat man sich bei den WM-Vorbereitungen auf die Welt außerhalb der Parks konzentriert, wo ja das meiste wohl auch ganz gut funktioniert, und hat die Parks total vernachlässigt. Einige Idioten hat's da - wie überall - schon immer gegeben. Aber die Rate an unbedarften Erstbesuchern, die womöglich die Verhaltensregeln gar nicht verstehen. In Südafrika neigt man auch dazu, zu glauben, daß alle Touris Englisch können ...

"All animals in the park are Dangaroos!"

Na denn ...
manta (26.06.2010, 11:34 Uhr)
Der Grund ist..
..die stetige Verblödung des durchschnittsdeutschen Trottels durch die Medien mit Sendungen wie "Pinguin, Löwe und Co"-WDR ; "Elefant, Tiger und Co "-BR ; "Giraffe, Erdmänchen und co"-NDR ; "Panda, Gorilla und Co"-RBB etc.. (dafür zahlen wir auchnoch GEZ)
Das führt natürlich zu einer leicht falschen Einstellung gegenüber diesen Tieren. Aber wenigstens fördern solche Todesfälle die natürliche Selektion.
Marsianer (26.06.2010, 01:12 Uhr)
Guck mal
Leo,lecker Happi,Happi, greif zu.Die beklopptenTouris sollen ja besonders schmackhaft sein.
michaalb (25.06.2010, 18:18 Uhr)
Verständnislos
Ich kann nicht nachvollziehen, warum in manchen Nationalparks immer noch Touris in Mietwagen herumgurken dürfen und so ihr eigenes Leben sowie das der Tiere gefährden dürfen.

Es wäre für die Tiere und auch für die Touristen sicher besser, wenn nur Jeep-/Kleinbussafaris mit geschulten Fahrern und Führern zugelassen wären.
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