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Wo Familien in Flugzeugwracks leben

Sie waren einst der Stolz der thailändischen Luftfahrt und vergammeln jetzt in einem Vorort Bangkoks: Mehrere ausrangierte Jets dienen Thailändern als Unterschupf, die sonst obdachlos wären.

Flugzeugwracks Bangkok

Die Flugzeugrümpfe sind ohne Innenverkleidung, aber die Tür dieser Boeing 747 lässt sich noch öffnen.

Die Ramkamhaeng Road im Osten s ist eine der Hauptausfallstraßen der thailändischen Hauptstadt. Zur Rush-hour-Zeit bewegt sich die Autokolonne auf der vierspurigen Straße nur noch im Schritttempo vorwärts.

Plötzlich tauchen auf der linken Seiten zwei Flugzeugnasen auf: die einer MD-82 und einer Boeing 747-400. Doch die ausrangierten Modelle stehen nicht mehr auf ihrem Fahrwerk, sondern die Aluminiumrümpfe liegen leicht gekippt auf ihren Bäuchen, sind aufgeschnitten und zum Teil bewohnt.

Mit den Hochhaustürmen im Hintergrund könnte der Kontrast nicht größer sein, wie die Menschen hier hausen. Vom Komfort einer Klimaanlage und Glamour in der First Class ist hier nichts mehr zu spüren. Unerträglich heiß und feucht ist es in den ausgeschlachteten Aluminiumröhren, in die sich einige Familie zurückgezogen haben und so ein Dach über dem Kopf haben.

Die drei Jets sollten eigentlich recycelt werden, doch fanden sie nach Zwischennutzung auf diesem bizarren Flugzeugfriedhof in der Acht-Millionen-Metropole ihre letzte Ruhestätte. Das Privatgelände lässt sich gegen einen Obolus zugunsten der Bewohner besuchen.

Die Fotografin Lauren DeCicca aus New York, die seit Jahren in Asien lebt, hat den Ort aufgesucht und dokumentiert den Alltag der Menschen, die in den Flugzeugen ein neues zu Hause gefunden haben – eine Reise in das andere Bangkok, jenseits aller Touristenklischees mit glitzernden Pagoden, vergoldeten Buddhafiguren und Tempeln.

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