Von "All-inclusive", das keins ist, bis zu Zimmerpreisen, die sich überraschend erhöhen - so manche Angebote der Reisebranche halten nicht, was sie versprechen. Von Lutz Kaulfuß

Kein Geld in der Badehose? Echte All-inclusive-Anlagen servieren Drinks ohne Aufpreis© Colourbox
"Willkommen im Schlaraffenland!" So preist der Türkeispezialist GTI Travel das Hotel Riva Donna an der türkischen Mittelmeerküste von Belek an. Gemeint ist das All-inclusive-Konzept der Anlage: Neben allen Mahlzeiten und diversen Snacks fast rund um die Uhr sind Getränke und ein umfassendes Sportangebot im Preis enthalten. Auch das Relaxen bei Mokka und Wasserpfeife ist inklusive. Insofern ist hier die Bezeichnung „Schlaraffenland“ nicht märchenhaft übertrieben. Doch verbindliche Regeln, wann sich ein Angebot "Alles Inklusive" (AI) nennen darf, gibt es nicht.
Längst kocht jeder Veranstalter und jeder Hotelier sein eigenes Süppchen. "Alles inklusive" heißt längst nicht mehr, dass tatsächlich alles im Reisepreis enthalten ist. Snacks, Eiskrem, Kaffee und Kuchen? Davon können viele Gäste nur träumen. Oft bekommen sie neben den drei Hauptmahlzeiten gerade mal freie Getränke, wie etwa im "Quatre Saisons Resort" auf Djerba (Jahn Reisen). Selbst bei den Mahlzeiten wird häufig extra abkassiert. Das geht so: Wer das Einheitsbüfett satt hat, kann in den sogenannten Spezialitätenrestaurants essen. Allerdings oft nur gegen Zuzahlung. Ganz ähnlich ist es um die Sportangebote bestellt. Teure Aktivitäten - wie etwa Tauchen - sind oft nicht im Preis enthalten. Sind sie es doch, handelt es sich häufig nur um einen Schnupperkurs. Wer wissen will, was hinter dem AI-Symbol steckt, muss das Angebot des jeweiligen Hotels genau studieren, zum Beispiel in der Katalog-Beschreibung. Einige Veranstalter, wie FTI Touristik, unterteilen inzwischen zur Orientierung in "AI Light", "AI Plus" oder "AI Ultra".
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 32/2007