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22. November 2006, 11:36 Uhr

Brust raus auf US-Flughäfen

Mit stolz geschwellter Brust protestierten Frauen auf US-Flughäfen gegen die schlechte Behandlung von stillenden Müttern in Flugzeugen. Anlass für das Massen-Stillen war der Rausschmiss einer Frau aus einem Flugzeug, weil sie ihrem Kind die Brust gab.

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Das finden zumindest die Mütter, die für ihr Recht auf Stillen in Flugzeugen und Flughäfen protestieren© Roberto Schmidt/AFP

Mit einer öffentlichen Still-Aktion auf mehreren US-Flughäfen haben Mütter gegen den Verweis einer stillenden Frau aus einem Flugzeug protestiert. Sie zeigten Plakate mit Aufschriften wie "Die beste Bord-Mahlzeit aller Zeiten", "Seien Sie nicht laktose-intolerant" oder "Brüste sind nicht nur da, um Autos zu verkaufen". Dutzende Frauen stillten ihre Babys auf Flughäfen unter anderem in Boston, Las Vegas, Nashville und Albuquerque.

Brüste sind nicht nur für Sex da

"Es geht darum, das Bewusstsein zu schärfen für die Sexualisierung der weiblichen Brust in unserer Gesellschaft", sagte die 31-jährige Chelsea Clark, die ihren neun Wochen alten Sohn auf dem Flughafen von Burlington im Staat Vermont stillte. "Stillen muss überall und jederzeit unterstützt werden. Babys verstehen das Wort 'warte' nicht." Die 30-jährige Susan Parker, die auf einem Flughafen nahe Hartford in Connecticut an der Still-Aktion teilnahm, sagte: "Was wir tun, ist das normalste der Welt, und uns sollte erlaubt sein, es öffentlich zu tun ohne aus einem Flugzeug geworfen zu werden, ohne gesagt zu bekommen, wir sollten uns auf die Toilette zurückziehen."

Auslöser der Protestaktion war der Verweis einer stillenden Mutter aus einem Flugzeug der Freedom Airlines am 13. Oktober. Diese hatte an Bord einer Maschine von Burlington nach New York vor dem Start ihre einjährige Tochter gestillt, nachdem der Flug drei Stunden Verspätung hatte. Die Frau weigerte sich, der Aufforderung einer Stewardess nachzukommen, ihre Brust mit einer Decke zu verhüllen. Sie musste zusammen mit Mann und Kind das Flugzeug verlassen. Der Fall löste bei Frauenrechtlerinnen in den USA einen Sturm der Empörung aus. Die Fluggesellschaft leitete später Disziplinarmaßnahmen gegen die Stewardess ein.

AP
 
 
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