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Reiseagentur putzt Paris - weil es für japanische Touristen zu dreckig ist

Paris, das steht für hübsche Architektur und romantische Menschen - denken zumindest japanische Touristen. Weil denen die Stadt zu dreckig ist, wird nun aufgeräumt. Von einer Reiseagentur.

Eifelturm und Pariser Innenstadt leuchten bei Nacht

So romantisch stellen sich die Japaner Paris vor. Die Vogelperspektive lässt zum Glück den Schmutz der Metropole weit weg erscheinen.

Glaubt man Film und Fernsehen, ist Paris mindestens der romantischste Ort der Welt. Voll von schicken Altbau-Alleen, Prunkbauten und hübschen Menschen, die praktisch das ganze Jahr frisch verliebt sind. Dann ist man das erste Mal da. Und alles ist anders.

Weil japanische Touristen regelmäßig geschockt auf die französische Hauptstadt reagieren, hat sich die aus neun japanischen Tourveranstaltern sowie Japan Airlines zusammengeschlossene Agentur "Paris Tourism Association" nun angeschickt, wenigstens die Attraktionen etwas sauberer zu halten. Das berichtet die französische News-Seite "The Local". Denn den ordentlichen Japanern ist Paris einfach viel zu schmutzig.

Wenn der Paris-Besuch krank macht

Doch nicht nur das: Deutsche Touristen regen sich zwar gerne über eine Urlaubsenttäuschung auf. Sie behelligen aber höchstens Bewertungsportale und die Facebook-Freunde mit ihrem Ärger über unfreundliche Kellner und schmutzige Straßen. Japaner reagieren auf Paris allerdings oft ein gutes Stück heftiger.

Das so genannte "Paris-Syndrom" befällt bis zu 100 japanische Touristen im Jahr, vor allem Frauen. Ihr Bild der Metropole verträgt sich so wenig mit der Realität, dass sie mit Zusammenbrüchen, Wahnvorstellungen und Schwindelanfällen reagieren. Verantwortlich sind neben der falschen Erwartungshaltung auch die Sprachbarriere, die völlig unterschiedlichen Umgangsformen und die häufige Erschöpfung durch die lange Reise.

Putzen und pflanzen

Weil sich das alles mit Ausnahme des Schmutzes aber nicht beheben lässt, soll Paris wenigstens sauber werden. Zumindest dort, wo die Japaner hin möchten. Zunächst will die Agentur deshalb die Trocadéro-Gärten in der Umgebung des Eifelturmes säubern - und bei der Gelegenheit gleich einige Kirschbäume pflanzen. Im Mai soll die ganze Aktion starten, ob dann auch noch andere Hot-Spots gereinigt werden, ist noch offen.

Es ist nicht das erste Mal, das japanische Reise-Unternehmen sich des Drecks in Paris annehmen. Einige japanische Auswanderer versuchen schon seit 2007, die beliebtesten Attraktionen etwas sauberer zu halten.

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