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Schlafen wie ein Sultan

Luxus am Bosporus: Der Palast mit Prunk, Glamour und einem Traumblick über die Meerenge, die Europa und Asien trennt, war über Jahrzehnte eine Ruine. Jetzt steigt im Çırağan Palace die Prominenz ab.

Von Till Bartels

Ganz weit weg scheint die Hektik Istanbuls, obwohl die Fahrt vom Zentrum die Küstenstraße entlang nur 20 Minuten dauert. Kurz bevor dann die Brücke nach Asien auftaucht, manifestiert sich hinter Platanen und alten Mauern der Çıragan-Palast. Und was für einen hinreißenden Blick bietet er!

Im Minutentakt tuckern die Ausflugsboote und Fähren vorbei, dahinter gleiten im Zeitlupentempo die Container- und Kreuzfahrtschiffe Richtung Schwarzes Meer. In der Mittagssonne flirrt silbern und fern das Marmarameer. Am Horizont heben sich die Kuppeln und Minarette von Hagia Sophia und Blauer Moschee wie ein Scherenschnitt aus dem Dunst.

Die wiederbelebte Ruine

Das Schmuckstück der Kempinski-Hotels besteht aus zwei Gebäuden direkt am Wasser: Einem fünfstöckigen Resort mit Plus-Size-Pool und 313 Zimmern aus dem Jahre 1990, daneben der alte Palast. Er ist das Herzstück der Anlage mit nur elf Suiten und den Tagungs- und Banketträumen. Kaum vorstellbar, dass diese ehemalige Sultansresidenz über acht Jahrzehnte eine von der Stadt vergessene, weil niedergebrannte Ruine war.

Kempinski Istanbul: Luxus am Bosporus
  Die An- und Abreise zum Çırağan Palace Kempinski Istanbul kann auf drei Arten erfolgen: per Limousine oder Taxi, mit der Segelyacht oder dem Motorboot oder aus der Luft per Hubschrauber. Denn zum Hotelgelände gehört ein hauseigener Heliport.

Die An- und Abreise zum Çırağan Palace Kempinski Istanbul kann auf drei Arten erfolgen: per Limousine oder Taxi, mit der Segelyacht oder dem Motorboot oder aus der Luft per Hubschrauber. Denn zum Hotelgelände gehört ein hauseigener Heliport.

Die Renovierung aber hat ein umso pompöseres Interieur geschaffen, das an Prunk, Glitzer und Glamour kaum zu überbieten ist: funkelnde Kronleuchter, verspielte Säulen und geschwungene Freitreppen mit Pfosten aus gedrehtem Kristallglas. Viele Suiten strotzen vor Gold, Brokat und mehrfarbigem Marmor.

Meeresbrise und der süße Duft der Wasserpfeifen

Allein die "Sultan-Suite", deren Räume die Höhe von Bahnhofshallen haben und in denen kürzlich Madonna residierte, misst 375 Quadratmeter. Fast schlicht nimmt sich dagegen der einst vom Feuer verschonte Hamam mit seinen filigranen Steinintarsien aus - der älteste Teil und die Seele des Hauses. Auch im benachbarten Hoteltrakt scheint der Sultan noch immer Gastgeber zu sein: viel osmanisches Dekor in den langen Gängen und auf den Zimmern.

Das Beste aber bleibt der Traumblick auf den Bosporus, den über zwei Drittel der Zimmer haben. Abends sitzt man auf dem Balkon über dem Meer, zur würzigen Seebrise mischt sich der süße Duft von Wasserpfeifen, die von Gästen unter Palmen in der Bar "Le Fumoir" geraucht werden. Von der hoteleigenen Pier, wo sonntags die zum Brunchen aufgelegte Istanbuler High Society vor Anker geht, wenn sie nicht per Helikopter kommt, legt ein alter Stadtdampfer zu einer Dinner-Cruise ab. Und als wäre die Szene nicht schon grandios, geht über der asiatischen Küste der Halbmond auf.

Adresse

Çırağan Palace Kempinski Istanbul, Çırağan Caddesi 32, Beşiktaş, Tel. +90-212-326 46 46, www.kempinski.com; DZ ab 480 Euro.

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